Jakarta
Umweltkatastrophe in Indonesien

Mindestens 222 Tote nach Tsunami auf Java und Sumatra - Video zeigt Ausmaß

Wieder um die Weihnachtszeit trifft ein Tsunami Indonesien. An Stränden auf Sumatra und Java reißen die Fluten mit, was ihnen in den Weg kommt - und wecken böse Erinnerungen an das Jahr 2004. Diesmal war wohl ein Vulkanausbruch die Ursache.
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Eine Tsunami-Katastrophe in Indonesien hat nach offiziellen Angaben mindestens 222 Menschen das Leben gekostet und schwere Schäden angerichtet. Wie der indonesische Katastrophenschutz am Sonntag weiter mitteilte, wurden außerdem 843 Menschen verletzt, als Flutwellen am Samstagabend (Ortszeit) Küstengebiete zu beiden Seiten der als Sundastraße bekannten Meerenge zwischen den Inseln Sumatra und Java erfassten.

Deutsche seien nach bisherigen Erkenntnissen nicht betroffen, twitterte das Auswärtige Amt in Berlin. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Kanzlerin Angela Merkel sprachen dem indonesischen Präsidenten Joko Widodo und den Betroffenen ihr Beileid aus.

Erinnerungen an 2004 werden wach

Die Flutwellen waren mitten in der Urlaubssaison über beliebte Touristenstrände auf den beiden durch die Meerenge getrennten Inseln hereingebrochen. Schon an Weihnachten 2004 hatte ein verheerender Tsunami neben anderen östlichen Anrainerstaaten des Indischen Ozeans auch Indonesien getroffen - alleine dort kamen damals mehr als 160 000 Menschen ums Leben, insgesamt waren etwa 230 000 Todesopfer zu beklagen.

Vor knapp drei Monaten wurde die bei Urlaubern beliebte indonesische Insel Sulawesi von einem schweren Erdbeben und einem dadurch ausgelösten Tsunami heimgesucht, der mehr als 2200 Menschen das Leben kostete. Damals machte sich unter vielen Indonesiern Verbitterung breit über die aus ihrer Sicht zu langsame Reaktion der indonesischen Behörden auf die Katastrophe.

War Vulkanausbruch Ursache? Es herrscht Unklarheit

Die Behörden befürchteten am Sonntag, dass die Opferzahlen nach dem neuerlichen Tsunami noch steigen könnten. Nach Angaben der indonesischen Agentur für Meteorologie, Klima und Geophysik (BMKG) war die Ursache des Tsunamis vermutlich ein Ausbruch des in der Meerenge liegenden Vulkans Anak Krakatau, der wiederum einen Unterwasser-Erdrutsch zur Folge hatte. Demnach ereignete sich die Eruption am Samstagabend um 21.03 Uhr (Ortszeit; 15.03 Uhr MEZ), 24 Minuten später sei der Tsunami auf Land getroffen.

Nach Angaben des Geoforschungszentrums Potsdam ist entstand der Tsunami infolge einer Kettenreaktion. Demnach erschütterte am Samstagabend ein Beben der Stärke 5,1 in etwa einem Kilometer Tiefe die als Sundastraße bekannte Meerenge. Außerdem sei etwa zeitgleich der Vulkan Anak Krakatau ausgebrochen, sagte der GFZ-Experte Jörn Lauterjung am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Noch sei unklar, ob der Vulkanausbruch oder das Beben dann einen Erdrutsch ausgelöst habe. Dieser Landrutsch wiederum sei vermutlich die Ursache des Tsunamis gewesen.