Düsseldorf
Fleischproduktion

150 Millionen tote Schweine: Warum jetzt unser Schnitzel mehr kosten wird

Das sind schlechte Nachrichten: Deutschland droht eine saftige Preissteigerung beim Schweinefleisch. Die Ursache dafür liegt in China.
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Viele Millionen Schweine sind in China durch die Afrikanische Schweinepest verstorben. Der Tod der Tiere wirkt sich auch auf den deutschen Handel mit Fleisch aus.  Foto: Kin Cheung/AP/dpa
Viele Millionen Schweine sind in China durch die Afrikanische Schweinepest verstorben. Der Tod der Tiere wirkt sich auch auf den deutschen Handel mit Fleisch aus. Foto: Kin Cheung/AP/dpa

Ausgerechnet zum Start der Grillsaison wird Schweinefleisch in Deutschland wohl teurer. Die Erzeugerpreise für Schlachtschweine seien in den vergangenen Monaten um rund 30 Prozent gestiegen, sagte Mechthild Cloppenburg von der Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI) der Deutschen Presse-Agentur. Ein solcher Anstieg schlage erfahrungsgemäß auch auf die Endverbraucherpreise durch. Da Schweinefleisch auch in den nächsten Monaten knapp bleiben werde, seien sogar weitere Preissteigerungen wahrscheinlich.

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Afrikanische Schweinepest wütet

Einer der Hauptgründe für die Entwicklung ist laut AMI der durch die Afrikanische Schweinepest verursachte starke Rückgang in der chinesischen Schweineproduktion. China muss deshalb weltweit im großen Stil Schweinefleisch zukaufen. Wie welt.de berichtet, sind in der Volksrepublik bereits rund 150 Millionen Schweine gestorben. Hinzu kommt, dass in diesem Jahr die Schweineproduktion in Europa ohnehin rückläufig ist. Dies ist eine Reaktion auf die niedrigen Preise im vergangenen Jahr.

 

Seit Jahresbeginn ist der Schlachtschweinepreis nach Angaben des AMI um 43 Cent auf 1,80 Euro pro Kilogramm gestiegen. Beispiellos ist dieser Preis allerdings nicht. Zuletzt war dieses Preisniveau im Sommer 2017 erreicht worden. Doch ist ein Ende der Entwicklung nicht in Sicht. "Die Reduzierung der Sauenbestände wird sich im Verlauf des aktuellen Jahres noch verstärken", prognostizierte das AMI. "Hohe Schweinepreise dürften weiterhin den Markt dominieren."

Schnitzel, Wurst und Grillfleisch werden teurer

Dirk Klusmeier, Obermeister der Fleischer-Innung Westfalen Mitte, betonte, dass Schweinefleisch in den Geschäften knapp werde, sei zwar nicht zu erwarten. Allerdings müssten die Fleischereifachgeschäfte die erhöhten Preise an ihre Kunden weitergeben. "Für 2019 müssen sie sich bei Qualitätsfleisch - zum Beispiel auch bei Produkten wie Schnitzel, Wurst oder Grillfleisch - auf höhere Preise einstellen."

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