Braunschweig
Großzügige Spende

100.000 Euro in "Wundertüte": Unbekannter spendet Hospiz Tüte voller Bargeld

Ein anonymer Spender hat einem Hospiz in Braunschweig eine Tüte mit Bargeld gespendet. In der sogenannten "Wundertüte" steckten 100.000 Euro.
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Er verschenkt sein Geld in Tüten - "Wundertüten" gewissermaßen. Mal sind es 20.000 Euro, mal 50.000 Euro, nun sogar 100.000 Euro. Seit Anfang des Jahres hat ein Unbekannter in der Region Braunschweig wohl mindestens 200.000 Euro für wohltätige Zwecke gespendet. Jüngst wählte sich der Wohltäter ein Hospiz in Braunschweig aus.

"Wir kriegen heute alle das breite Lächeln nicht mehr aus dem Gesicht heraus", sagt die Leiterin der Einrichtung, Petra Gottsand, am Dienstag. Einen Tag zuvor hatten ihr Vertreter der "Braunschweiger Zeitung" eine Tüte mit wertvollem Inhalt überreicht: 200 Scheine im Wert von je 500 Euro. Eine so hohe Spende hat die Einrichtung, die Menschen auf ihrem letzten Lebensweg begleitet, noch nie erhalten. "Das ist schon Wahnsinn." "Hinten steht "Wundertüte" darauf", sagte die Hospizleiterin. Wofür das Geld eingesetzt werden soll, will Gottsand mit ihrem Team beraten. Zu Beginn des Jahres sorgte ein emotionaler Brief der elfjährigen Lena an ein Hospiz für Schlagzeilen. Ihr Vater lag im Sterben - und so schrieb das Mädchen einen bewegenden Brief an die Mitarbeiter.

Identität des großzügigen Spenders ist unbekannt

Die Identität des Spenders ist unbekannt. "Wir wissen es schlichtweg nicht und wir wollen die gute Sache auch nicht gefährden", sagt David Mache von der "Braunschweiger Zeitung". Ihm zufolge hat sich der Wohltäter mehrfach bei der Zeitung gemeldet, um Spenden zu übergeben. "Wir gehen momentan davon aus, dass er in sechs oder sieben Fällen in unserem Verbreitungsgebiet aktiv war." Nach Angaben der Zeitung versicherte der Spender, dass die Summe ausschließlich aus versteuertem Einkommen stammt.

Nach Einschätzung des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen sind solche Spenden eher selten. "Eine anonyme Spende ist eine Besonderheit", sagt Geschäftsführer Burkhard Wilke in Berlin. Die meisten Menschen wollten für eine Spende eine Spendenbescheinigung. Zudem sei Transparenz wichtig, um Missbrauch vorzubeugen.

Zusammenhang zu "Wunder von Braunschweig"?

Seit 2011 wurden in Braunschweig immer wieder Umschläge mit hohen Beträgen für soziale Zwecke verteilt. Meist lag ein Zeitungsartikel bei, der auf den Verwendungszweck hinwies. Diesmal schrieb der unbekannte Spender in seinem Begleitschreiben: "Schwerstkranken Menschen das Sterben zu erleichtern, ist ein Zeichen menschlicher Wärme und erfordert Respekt und Anerkennung." Das Hospiz hat zwölf Zimmer für Menschen, die ihre letzte Lebensphase angetreten haben.

Ob es einen Zusammenhang zum sogenannten "Wunder von Braunschweig" gibt, ist derweil unklar. Vor einigen Jahren sorgten in der Stadt zahlreiche anonyme Spenden für Schlagzeilen. Mehrere wohltätige Einrichtungen erhielten mit Geld gefüllte Umschläge. Zwischen November 2011 und März 2013 gingen rund 250.000 Euro an Kindergärten, Suppenküchen, Kirchengemeinden, soziale Projekte oder auch Einzelpersonen. Auch bei dieser Serie spielte die "Braunschweiger Zeitung" eine Rolle: Das Geld steckte in einem Umschlag - meist gemeinsam mit einem Bericht der "Braunschweiger Zeitung", der auf den Verwendungszweck hinwies. red/dpa