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Telefonaktion

Ist Betongold eine gute Geldanlage?

Ob eine eigene Immobilie eine gute Geldanlage ist, ob sie als Altersvorsorge taugt und wie man sie am besten finanziert: Diese und weitere Fragen beantworten am Mittwoch, 15. Februar, von 16 bis 18 Uhr zwei Experten an unserem Redaktionstelefon.
Wer jetzt eine Immobilie kauft, profitiert von niedrigen Hypothekenzinsen. Foto: Andrea Warnecke/dpa
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Mietfrei wohnen im Alter, Steuervorteile mitnehmen und Fördermaßnahmen ausschöpfen: Der Kauf einer Immobilie hat viele Vorteile. Und der Zeitpunkt ist günstig: Die Hypothekenzinsen sind so niedrig wie schon lange nicht mehr. Doch wie finanziert man die eigenen vier Wände am besten? Ist "Betongold" eine sichere Geldanlage? Diese und weitere Fragen beantworten zwei Experten am morgigen Mittwoch bei unserer Telefonaktion.

Von 16 bis 18 Uhr geben Thomas Linse von der Steuerberaterkammer Nürnberg und Dirk Schüssler vom Verband der Privaten Bausparkassen Auskunft zu allen Themen rund um den Immobilienerwerb. Für sie ist die Investition in Wohneigentum sowohl eine gute Entscheidung als auch ein fester Bestandteil der Altersvorsorge.

Wichtig: festes Einkommen

Neben der reinen Geldanlage geht es heute aber auch um Einsparpotenziale: "In der selbst genutzten Immobilie hat man im Gegensatz zur gemieteten Etagenwohnung direkten Einfluss auf die Energie- und andere Nebenkosten", machen Linse und Schüssler klar.
In unsicheren Zeiten steigt regelmäßig die Nachfrage bei Sachwerten. Edelmetalle haben sowohl eine psychologische als auch eine spekulative Komponente und unterliegen daher zum Teil größeren Schwankungen. Die Immobilie dagegen stellt sowohl für die Eigennutzung als auch im Falle der Vermietung eine weniger anfällige Anlageform dar, Wertsteigerungen sind sehr wahrscheinlich.
"Voraussetzung dafür ist allerdings, man investiert in eine Immobilie zum richtigen Preis und in der richtigen Lage, denn sonst kann auch diese Anlageform hohe Verluste nach sich ziehen", sagt Bausparexperte Schüssler.
Um eine Immobilie zu kaufen, braucht es ein festes Einkommen zur Tilgung der Kredite sowie ausreichend Eigenkapital. Bei ihrer Renditeberechnung dürfen Käufer auch die Erwerbsnebenkosten nicht außer Acht lassen. Maklergebühr, Notar- und Grundbuchkosten sowie Grunderwerbssteuer machen zusammen acht bis zehn Prozent des Kaufpreises aus. Um diesen Betrag muss der Immobilienwert also mindestens steigen, damit das Objekt mit Gewinn verkauft werden kann.

Vor dem Preisverfall geschützt

Eine selbst genutzte Immobilie lohnt sich langfristig auch steuerlich. "Die Grund- und Grunderwerbssteuer sollte man aber immer im Hinterkopf behalten", sagt Steueberater Linse. Anders verhält es sich mit vermieteten Objekten. So lassen sich zum Beispiel Verluste aus dem Vermietgeschäft zwar mit positiven Einkünften verrechnen und hohe Sanierungskosten werden sogar anerkannt, gegebenenfalls aber nur im Rahmen der Abschreibung und nicht im Jahr ihrer Entstehung.
Außerdem sollte die steuerliche Betrachtung erst nach wirtschaftlicher Prüfung erfolgen. Einkünfte aus der Vermietung unterliegen bei Privatpersonen deren Steuersatz. Verluste entstehen, wenn vermietete Objekte längere Zeit leerstehen oder der Mieter nicht zahlt.
Immobilien sind als Geldanlage relativ sicher und als Sachwertanlage vor dem Preisverfall geschützt. Für die Deutschen gibt es deshalb derzeit kaum eine beliebtere Geldanlage als "Betongold". Das Sparziel "Anschaffungen und Erwerb oder Renovierung von Wohneigentum" bleibt unter den drei wichtigsten Sparzielen der Bundesbürger. Das zeigt eine Umfrage vom Herbst 2011 im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen. Mittlerweile spart jeder zweite Bundesbürger für den Erwerb oder die Renovierung von Wohneigentum.