Bamberg
Telefonaktion

Fragen und Antworten zum Thema Darmkrebs

Bei keiner anderen Krebsart bietet eine rechtzeitige Diagnose derart große Chancen wie bei Darmkrebs. Zwei Mediziner klären bei unserer Telefonaktion am Mittwoch, 27. Februar, von 16.30 bis 18 Uhr über Vorsorge und Therapien auf.
Bei der Darmspiegelung können Krebs und Polypen (Vorstufen von Krebs) entdeckt und in derselben Sitzung mit einer Schlinge oder Zange entfernt werden. Foto: Felix Burda Stiftung
Bei der Darmspiegelung können Krebs und Polypen (Vorstufen von Krebs) entdeckt und in derselben Sitzung mit einer Schlinge oder Zange entfernt werden. Foto: Felix Burda Stiftung
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Darmkrebs ist die zweithäufigste Krebserkrankung in Deutschland. Jährlich erkranken etwa 73.000 Menschen neu an einem bösartigen Tumor im Darm, etwa 28.000 Menschen sterben daran. Bei rechtzeitiger Diagnose bestehen jedoch gute Heilungschancen. Was man zur Vorsorge tun kann und welche Diagnose- und Therapiemöglichkeiten es gibt, erklären im Vorfeld des Darmkrebsmonats März zwei Experten bei unserer Telefonaktion am Mittwoch, 27. Februar.

Früherkennung ist das A und O

Von 16.30 bis 18 Uhr beantworten Prof. Michael Sackmann und Dr. Roland Grüner alle Fragen unserer Leser zum Thema Darmkrebs (die Anrufe sind kostenfrei). Die Mediziner wissen aus Erfahrung, dass die Erkrankung immer noch ein Tabuthema ist. "Darüber wird nicht gerne gesprochen. Darmkrebs in den Griff zu bekommen, ist also kein medizinisches, sondern eher ein kommunikatives Problem."

Früherkennung ist deshalb das A und O. Bei keiner anderen Krebsart bietet eine rechtzeitige Diagnose derart große Chancen. Deshalb engagiert sich die Felix -Burda-Stiftung seit 2001 für die Kommunikation der Chancen der Darmkrebs-Vorsorge und -Früherkennung. Zu ihren wichtigsten Projekten zählt der Darmkrebsmonat März, den die Stiftung heuer zum zwölften Mal als Aktionsmonat gegen Darmkrebs ausruft.

Wichtigstes Ziel der Aktivitäten ist es, die Zahl der tumorbedingten Todesfälle zu senken. Denn: Wenn Krebsvorstufen (Polypen) frühzeitig erkannt werden, können sie entfernt und somit eine bösartige Entartung vermieden werden. Außerdem kann bei frühzeitiger Entdeckung kleinerer Tumoren oftmals weniger ausgedehnt operiert werden und die medikamentöse Behandlung schonender erfolgen.

Was Krankenkassen zahlen

Die gesetzlichen Krankenkassen bezahlen Versicherten zwischen dem 50. und 55. Lebensjahr jährlich kostenlos einen Test auf verstecktes Blut im Stuhl, ab 55 Jahren eine Darmspiegelung (Koloskopie). Wer auf Letztere verzichten möchte, kann ab dem 56. Lebensjahr alle zwei Jahre einen Stuhl-Blut-Test nutzen. Er muss regelmäßig wiederholt werden, da durch eine einmalige Testung etwa die Hälfte der Darmkrebsfälle nicht erkannt wird.

Wer Beschwerden hat, kann auch früher zur Vorsorge gehen. Bei Frauen und Männern mit einer erblichen Belastung für Darmkrebs oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen kann über das Angebot des Stuhl-Blut-Tests und der Darmspiegelung hinaus ein spezielles und engmaschigeres, insbesondere auch frühzeitigeres Früherkennungsprogramm sinnvoll sein.

Sicherste Methode: Darmspiegelung

Aus Sicht der Deutschen Krebshilfe (Infos und Broschüren unter www.krebshilfe.de) sind nach allen vorliegenden Daten sowohl der Stuhl-Blut-Test als auch die Darmspiegelung sinnvolle Maßnahmen zur Früherkennung. "Die sicherste Methode ist jedoch die Darmspiegelung", sagen die Bamberger Mediziner Sackmann und Grüner.
Bei der Koloskopie wird der gesamte Dickdarm mit einem dünnen flexiblen Schlauch (Endoskopie) untersucht. Vorteil dieses Verfahrens ist, dass mit hoher Genauigkeit Krebs und Polypen (Vorstufen von Darmkrebs) entdeckt werden können. Zusätzlich können Polypen mit einer Zange oder einer Schlinge in derselben Sitzung entfernt werden.

Ein Tumor wird in den meisten Fällen operiert. Bei manchen Patienten wird der chirurgische Eingriff mit einer Chemo-, Strahlen- und/oder Immuntherapie kombiniert. In ganz frühen Stadien können beginnend-bösartige Geschwüre auch noch endoskopisch ohne Operation entfernt werden.

Nicht erst bei Schmerzen zum Arzt

Das alles kann jedoch nur erfolgreich sein, wenn sich die Patienten rechtzeitig untersuchen lassen - "und nicht erst zum Arzt gehen, wenn sie Beschwerden haben", warnen die Mediziner Sackmann und Grüner. "Denn dann kann die Tumorerkrankung schon so weit fortgeschritten sein, dass sie sich mit den heute zur Verfügung stehenden Therapien nicht mehr heilen lässt." Nach der Erfahrung der Ärzte nehmen jedoch nur zehn Prozent der Bevölkerung Vorsorgetermine zur Früherkennung wahr.


Das sind die Experten unserer Telefonaktion

Prof. Michael Sackmann
ist Chefarzt am Bamberger Klinikum am Bruderwald. Er informiert über Vorsorge, Früherkennung und Behandlungsmöglichkeiten von Darmkrebs. Sackmann ist bei unserer Telefonaktion unter der Nummer 0951/188-381 zu erreichen.

Dr. Roland Grüner ist Internist und Gastroenterologe in Bamberg. Er gibt bei unserer Telefonaktion Auskünfte über die Untersuchungsmethoden im Bereich des Magens und Darms, Stichwort Magen- und Darmspiegelung. Grüner hat am Mittwoch die Durchwahl 0951/188-383.