Großenbrach
Neubau

Erweiterung Labor L+S AG

Groß und glänzend: Die Inbetriebnahme des Neubaus der Labor L+S AG in Großenbrach wird mit einem Tag der offenen Tür am Samstag, 8. Juli, gefeiert.
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Der Neubau der Labor L+S AG an der Einfahrt zum Großenbracher Gewerbegebiet.  Fotos: PR
Der Neubau der Labor L+S AG an der Einfahrt zum Großenbracher Gewerbegebiet. Fotos: PR
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In anthrazitem Glanz steht seit Dezember der gewaltige Neubau unübersehbar an der Einfahrt zum Großenbracher Gewerbegebiet. In weißem Kontrast leuchten die vier Buchstaben LSAG. Über 22 Millionen Euro investierte die international tätige Labor L+S AG in ihren gewaltigen Anbau und erweiterte damit innerhalb eines Jahres ihre Gesamtnutzfläche auf 12000 Quadratmeter - also auf mehr als das Doppelte. Am Samstag, 8. Juli, will das Unternehmen anlässlich seines 30-jährigen Firmenjubiläums die Inbetriebnahme des Neubaus feiern und lädt zwischen 10 und 14 Uhr zu einem Tag der offenen Tür.


Gründung 1987

1987 wurde die Labor L+S AG in Großenbrach als betrieblicher Nachfolger des Bad Kissinger Labors Dr. Flasshoff von Dr. Rüdiger Leimbeck und Prof. Dr. Bernd Sonnenschein gegründet, deren Initialen den Firmennamen bilden. Das Auftragsvolumen wuchs seitdem unaufhörlich. Kaum gelang es, mit der Bereitstellung dafür nötiger Arbeitsräume und Labore nachzukommen. Nach mehreren Umbauten und durch Hinzunahme von Nebengebäuden war die Labor L+S AG mit zuletzt 5000 Quadratmetern Nutzfläche bei 450 Mitarbeitern an ihre räumlichen Grenzen gestoßen. "Vier bis fünf Mitarbeiter mussten sich jahrelang 20 Quadratmeter Bürofläche teilen", schildert Denise Baumbach aus der Abteilung Sales & Services die beengte Situation. "Heute sitzen dort nur zwei bis drei Kollegen." Noch wichtiger aber war für Dr. Maximilian Schlicht, der als Leiter der Qualitätskontrolle für die räumliche Einteilung und die Ausstattung des Neubaus mitverantwortlich war, die einmalige Chance, alle neuen Labore mit modernster Technik auszustatten. "Diese technische Erneuerung wäre im Altbau bei laufendem Betrieb nicht möglich gewesen." Zugleich konnten Schlicht und seine Kollegen im Neubau die Arbeitsabläufe in den Laboren verbessern, was im Altbau wegen der räumlichen Enge nicht überall gegeben war. Bei einem "Probenfluss" fügen sich nun wie am Fließband die nötigen Arbeitsschritte eng aneinander. "Wir sparen dadurch doppelte Handgriffe und unnötige Zeitverluste."


Auf mordernstem Stand

Mit der neuen Technik und Infrastruktur des Neubaus ist L+S - bisher schon eines der profiliertesten unabhängigen Auftragsinstitute auf dem Kontinent - "jetzt eines der größten und technisch modernsten Reinraum-Labore in Europa", versichert Schlicht. Dieses Qualitätsmerkmal ist wichtig, schließlich ist das Arbeitsgebiet bei L+S äußerst sensibel: In den neuen Reinraum-Laboren werden hinter dreifachen Schleusen in absoluter Reinheit mikrobiologische und molekularbiologische Analysen vorgenommen zur Freigabeanalytik und Qualitätskontrolle in den Bereichen der Pharma-, Medizinprodukte-, Kosmetik-, Lebensmittel- und Futtermittelindustrie. Schlicht: "Der Reinheitsgrad in solchen Laboren übersteigt sogar die qualitativen Anforderungen an Operationssäle." Diese Reinraum-Labore wurden als riesige, in sich geschlossene, 2,70 Meter hohe Module in die jeweils fünf Meter hohen Etagen von Erdgeschoss und erstem Obergeschoss integriert. Innerhalb einzelner Labor-Module, die sich eine der jeweils 1100 Quadratmeter Geschossfläche teilen, ist die Raumgliederung den unterschiedlichen Erfordernissen angepasst. In den bei fünf Metern Etagenhöhe verbleibenden 2,30 Metern ist über den Reinraum-Laboren die erforderliche Technik untergebracht.
Der Einbau solcher Reinraum-Labore wurde nicht zuletzt deshalb erforderlich, erklärt Dr. Maximilian Schlicht, da die Weltgesundheitsorganisation WHO bereits heute empfiehlt, bestimmte mikrobiologische Qualitätskontrollprüfungen und Nährmedienproduktionen, die derzeit in klassischen Hygiene-Laboren durchgeführt werden, künftig nur noch in Reinraum-Laboren vorzunehmen. Während für herkömmliche Bauarbeiten regionale Firmen unter der Führung des Bad Kissinger Architekturbüros Scharf & Rüth beauftragt werden konnten, mussten für den Bau der Reinraum-Labore natürlich darin erfahrene Spezialfirmen herangezogen werden.


Große Vorteile

Die räumliche Erweiterung und technische Modernisierung verbessert allerdings nicht nur die Arbeitsbedingungen der inzwischen schon 460 Mitarbeiter oder den Fluss der Arbeitsabläufe, wie Fachmann Schlicht betont: "Würde L+S aus Kapazitätsgründen einige Proben und Produkte nicht prüfen und freigeben können, würden so im Extremfall für das Gesundheitssystem bei manchen Arzneimitteln Versorgungsengpässe entstehen können." Der Grund ist offensichtlich: "L+S ist aufgrund seiner geballten Fachexpertise an einem einzigen Standort einzigartig in Europa."

Kontakt: Labor L & S AG, Mangelsfeld 4, 5, 6, 97708 Bad Bocklet-Großenbrach, www.labor-ls.de.
Sigismund von Dobschütz

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