Der erste Sieg für die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) gegen den WM-Zweiten seit zwei Jahren war zugleich Höhepunkt der Drei-Länderspiel-Woche, die der EM-Siebte nach dem 28:26 gegen Polen und dem 25:25 in Dänemark ungeschlagen beendet hat.

«Für uns war es eine sehr erfolgreiche Woche», fasste Heuberger die sieben Tage Trainingslager und Testspiele zusammen. Seit der verpassten Olympia-Teilnahme durch den siebten Platz bei der EM zu Jahresbeginn in Serbien hat das DHB-Team eine erstaunliche Bilanz aufzuweisen. Denn inklusive des 33:22-Kantersieges gegen Island im März in Mannheim ist der einstige Weltmeister gegen drei prominente Kontrahenten unbezwungen. «Ich glaube, dass die deutsche Mannschaft jetzt besser und besser zusammenspielt. Das sieht sehr gut aus für die Zukunft Deutschlands», lobte Dänemarks Trainer Ulrik Wilbek.

Mit dem jüngsten Aufwärtstrend scheint die Qualifikation für die WM 2013 in Spanien nur eine Formsache zu werden. Am 9. Juni in Stuttgart und eine Woche später in Sarajevo ist Bosnien-Herzegowina der Widersacher. «Die Gegner waren nicht von Pappe, insofern können wir die Ergebnisse ganz gut einordnen. Aber wir werden auf dem Teppich bleiben», sagte Heuberger und warnte damit eindringlich davor, den vermeintlichen Außenseiter vom Balkan zu unterschätzen.

Seit dem Olympia-Aus hat der Bundestrainer seine Auswahl punktuell verändert. In Kapitän Pascal Hens und Rechtsaußen Christian Sprenger waren nach der EM zwei Spieler zurückgetreten. Die bisherigen Spielmacher Michael Haaß wegen Verletzung und Michael Kraus wegen Formschwäche werden noch geraume Zeit fehlen. Zudem fielen gegen die Dänen wegen verschiedener Blessuren Andreas Rojewski, Patrick Groetzki sowie zuletzt auch Abwehrchef Oliver Roggisch aus.

So rückten Spieler in den Mittelpunkt, die sonst allenfalls in der zweiten Reihe standen - und überzeugten. «Wir haben keinen Umbruch gemacht, sondern die Mannschaft auf ein, zwei Positionen ergänzt», meinte DHB-Vizepräsident Horst Bredemeier. Stefan Kneer ersetzte Roggisch in der Innenverteidigung neben Lars Kaufmann fast fehlerfrei. «Das war kein Notmittelblock. Wir sind dabei, Alternativen zu suchen», sagte Heuberger. Auf der Position des Spielmachers führten Martin Strobel und erstmals Steffen Weinhold klug Regie. «Wir werden da mit ihm weiterarbeiten», meinte der Bundestrainer.

Als völlig nebensächlich sieht er derweil die Suche nach einem neuen Kapitän an. Nach dem Rücktritt von Hens hatte Oliver Roggisch das Amt zunächst übernommen. Am Samstag vertrat Torhüter Carsten Lichtlein den angeschlagenen Abwehrchef. «Die Frage ist so unwichtig wie ein Kropf. Es sind sportliche Dinge im Vordergrund», sagte Heuberger unwirsch.