Nach einer weiteren frustrierenden 75er Runde mit diversen verpassten Putts ging der Rheinländer mit 222 Schlägen (72+75+75) als 48. aussichtslos auf die Schlussrunde. Der viermalige Masters-Sieger Tiger Woods (219-72+75+72) lud seinen Frust über Rang 38 sogar an seinem Schläger ab und schleuderte das Gerät zum Missfallen der Fans vor Wut am 13. Grün zu Boden.

«Im fünften Jahr bin ich jetzt hier. Vielleicht ist es nur eine Gewöhnungssache. Spielerisch ist der Platz kein Problem mehr für mich», meinte Kaymer. «Aber das Putten hier ist wirklich schwer. Es liegt nicht am Schläger. Es liegt einfach an mir. Ich hätte locker pro Runde drei bis vier mehr lochen können. Da kann sich jeder ausrechnen, wo ich dann wäre.»

Das Eingeständnis gravierender Mängel «im kurzen Spiel um die Grüns herum» kommt zumindest für dieses Jahr zu spät. Der Abstand auf das Führungstrio mit dem Außenseiter Peter Hanson (207-68+74+65), US-Topstar Phil Mickelson (208-74+68+66) und dem ehemaligen British Opensieger Louis Oosthuizen (209-68+72+69/Südafrika) war vor seinem Start am Sonntag um 16.20 Uhr (MESZ) zusammen mit dem südafrikanischen Titelverteidiger Charl Schwartzel (222-72+75+75) schon unerreichbar groß.

«Ich habe wie gestern richtig gutes Golf gespielt. Same story as yesterday», bekannte Kaymer und schluckte dabei seinen Ärger geschickt herunter. «Mein Ziel ist einfach mal wieder eine Par-Runde oder zumindest weniger als 30 Putts für die 18 Schlusslöcher.» Seine Bescheidenheit sprach Bände einer unterdrückten Hilflosigkeit.

Schlaggleich mit Woods auf Rang 40 liegend, hatte das Duo den Angriff auf die Spitzenplätze angekündigt. Aber selbst die besten Vorsätze halfen PGA-Champions-Sieger von 2010, Kaymer, nicht weiter. Nach zwei Birdies auf den ersten drei Löchern riss der Faden und nach sechs Bogeys bis zum 14. Grün war die Luft für den Rheinländer raus.

Auch für Woods sind die Aussichten auf seinen fünften Masters-Titel an der Magnolia Lane auf ein Minimum gesunken. Der ehemalige Weltranglisten-Erste blieb auf dem geteilten 38. Rang hängen. Vor lauter Wut über einen Fehlschlag am 13. Loch rastete der ehemalige Branchenriese zum zweiten Mal völlig aus. Er schleuderte sein Spielgerät nach einem Fehler bei Abschlag vor Wut auf den Boden - und verstieß damit deutlich gegen jede Etikette auf dem Golfplatz.

«Sicher bin ich frustriert und entschuldige mich, wenn ich jemand beleidigt habe», bekannte der Tiger. «Aber ich habe einige schlechte Schläge gemacht und es ist sicherlich frustrierend, wenn man das dann macht, wenn du einen guten Schlag dringend benötigst. Ich bin auch sauer auf mich und den Schläger. Mein Zeh mochte das auch nicht und er tut jetzt weh.»