Die Generalprobe für den Auftakt in der Basketball-Euroleague ging gründlich daneben. Fünf Tage vor dem Start in die Königsklasse mit dem Heimspiel gegen den französischen Vizemeister Straßburg IG verloren die Brose Baskets am Samstagnachmittag bei den Artland Dragons mit 68:71. Wesentlich ärgerlicher für die Bamberger als die Niederlage an sich war die Tatsache, wie diese zweite Auswärtspleite in Folge in der Bundesliga zustandekam. Bei einem keineswegs übermächtigen Gegner schlug sich der deutsche Meister letztlich selbst, weil er in der entscheidenden Phase nicht mit der nötigen Intensität spielte.

Bambergs Manager brachte das Auftreten der Mannschaft in Quakenbrück auf die Palme. "Ich bin sehr enttäuscht, weil bei vielen die Einstellung gefehlt hat. Wir befinden uns nicht mehr in der Saisonvorbereitung. So reicht es definitiv nicht.
Wir müssen die Qualität, die wir unbestritten im Team haben, auch auf das Parkett bringen", ärgerte sich Wolfgang Heyder.

Erste Hälfte ausgeglichen

Auch Trainer Chris Fleming war enttäuscht vom Auftreten des Teams. Nach einer lange Zeit ausgeglichenen Partie, in der die Führung mehrfach wechselte und die Gäste zur Halbzeit mit 39:35 vorne lagen, ließen sie sich noch die Butter vom Brot nehmen. Sechs Ballverluste im dritten Viertel spielten den Dragons bereits in die Karten, und zu Beginn des Schlussabschnitts gerieten die Bamberger endgültig auf die Verliererstraße. In der Abwehr gestatteten die Brose Baskets den Quakenbrückern zu viele Offensivrebounds und damit zweite Wurfmöglichkeiten. Im Angriff blieb die Trefferquote von der Dreierline weiterhin bescheiden, insgesamt betrug sie am Ende nur 21 Prozent.

Daher konnten sich die Gastgeber innerhalb weniger Minuten letztlich spielentscheidend auf zehn Punkte absetzen (65:55, 35. Minute). Weder Zack Wright noch Jamar Smith schafften es in der entscheidenden Phase, Struktur ins Spiel zu bringen. Und wie schon in den letzten beiden Partien war Rakim Sanders auch diesmal kein Faktor im Bamberger Angriffsspiel. "Unsere neuen Guards haben noch nicht das Verständnis dafür, dass jeder Ballbesitz wichtig ist. Das ist für sie neu, aber jetzt stehen sie in der Pflicht", meinte Trainer Chris Fleming. Er hatte sich nach der überzeugenden Leistung gegen Tübingen einen couragierteren Auftritt von seiner Truppe an seiner alten Wirkungsstätte erhofft. Die Enttäuschung darüber, dass es ganz anders kam, war dem Trainer deutlich anzumerken.

Am Mittwochabend (20 Uhr) haben die Brose Baskets bereits die Chance zur Wiedergutmachung. Der erste Euroleague-Gegner aus Straßburg ist aber aus ganz anderem Holz geschnitzt als die beiden Gegner, die in dieser Saison bislang in der Brose-Arena die Punkte abliefern mussten.

Die Statistik

Artland Dragons - Brose Baskets 71:68
(23:19, 12:20, 19:14, 17:15)

Quakenbrück Thomas (14 Punkte/2 Dreier), Topper (12/2), King (9), Hill (8), Frease (8), Graves (7), Holston (6), Doreth (5/1), Njei (2)

Bamberg Zirbes (13), Wright (12), Gavel (10/1), Jacobsen (10/2), Neumann (6), Smith (5/1), Ford (4), Sanders (4), Markota (2), Tadda (2), Schmidt

SR Lottermoser, Barth, Panther

Zuschauer 3000 (ausverk.)

Gesamtwurfquote Quakenbrück 48 Prozent (29 Treffer/61 Versuche), Bamberg 42 (26/62)

Dreierquote Quakenbrück 26 Prozent (5/19), Bamberg 21 (4/19)

Freiwurfquote Quakenbrück 57 Prozent (8/14), Bamberg 86 (12/14)

Rebounds Quakenbrück 35 (25 defensiv/10 offensiv), Bamberg 37 (26/11)

Ballgewinne/-verluste Quakenbrück 7/10, Bamberg 4/12

Assists Quakenbrück 15 / Bamberg 16

Fouls Quakenbrück 18 / Bamberg 16