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Stefan Schober – Chef der Schausteller

Seit vier Jahren ist Stefan Schober nun der Chef über alle Schausteller beim Coburger Vogelschießen. Er sichtet rund 360 Bewerbungen der Standbetreiber, vergibt die knapp 70 Stellplätze und arbeitet schließlich akribisch den Stellplan aus. Das dauert rund ein Jahr. Doch die „eigentliche“ Arbeit beginnt für den Platzmeister eine Woche vor dem Volksfest. Dann ist er im Schnitt zwischen acht und zwölf Stunden im Einsatz. Für dieses Ehrenamt nimmt er sich jedes Jahr zehn Tage Urlaub.
 

„Ich bin bisher sehr zufrieden. Wir hatten einen tollen Eröffnungsfreitag, zwei super Feuerwerke und viele Besucher“, zieht Platzmeister Stefan Schober eine Zwischenbilanz. Und auch die Fahrgeschäfte kommen wieder gut an. „Wir haben für jeden etwas dabei – von sanft bis extrem. Generell ist unser Publikum mutig, und überwiegend jung.“  Für alle, die es gerne wilder mögen, ist das „Extrem“ genau das richtige. Es ist 40 Meter hoch, fährt 110 Stundenkilometer schnell und überschlägt sich. Ein großer Spaß für alle Unerschrockenen.
 
Die Qual der Wahl
Doch nach welchen Eigenschaften wählt der Platzmeister die Schausteller generell aus? „Ich habe zwei Kriterien. Bei den Essensständen setzte ich auf Beständigkeit. Was gut ankommt, hole ich immer wieder.“ Anders bei den Fahrgeschäften. Dort wechselt Stefan Schober gerne durch, um den Besuchern jedes Jahr Abwechslung zu bieten – außer bei den „Klassikern“. Denn Riesenrad oder Autoscooter sind ein Muss für jedes Volksfest. Zudem finden die Besucher keine gleichartigen Fahrgeschäfte. Schlussendlich müssen auch alle Stände auf dem Festplatz genügend Raum – und teils zusätzlich einen Stromanschluss - haben. „Um auch den ein oder anderen großen Schausteller nach Coburg locken zu können, spreche ich mich mit den Platzmeistern der Schützenfeste in Lichtenfels und Kronach ab. Wenn die Fahrgeschäftbetreiber bei allen drei Volksfesten zu gegen sind, lohnt es sich für sie nach Oberfranken zu kommen. Deshalb heißen unserer Volksfest unter den Schaustellern auch ‚die glorreichen drei’.“  
 
Sicherheit geht vor
Doch bevor die Fahrgeschäfte ihren Dienst antreten, werden sie selbstverständlich genauestens auf ihre Sicherheit geprüft. „Das Ordnungsamt nimmt jedes Fahrgeschäft ab und  kontrolliert das jeweilige Prüfbuch. Hier ist beispielsweise der letzte Termin des Röntgen der Schweißnähte vermerkt.“ Ohne diese Abnahmen durch einen Sachverständigen darf das Fahrgeschäft nicht betrieben werden. „Aber bei uns in Coburg gab es noch nie Beanstandungen.“  
Auch in Sachen Alkoholgeht die Sicherheit vor. Die Festplatzordnung besagt, dass es auf dem gesamten Festplatz nichts Hochprozentiges, sondern nur Bier, Wein oder Cocktails und Bowlen gibt. Natürlich darf niemand Getränke mitbringen. Deshalb kontrollierten die Securities sämtliche Handtaschen. „Pro Abend sammeln sie an jedem Eingang 240 Liter Alkohol, der sofort vernichtet wird.“ Das Kuriose: Die Besucher bringen erst verbotenerweise Hochprozentiges mit, um dann bei einer Kontrolle die Flaschen anstandslos in den Müll zu werfen. Anschließend genießen alle zusammen das 415. Coburger Vogelschießen – ein Familienfest für Groß und Klein.