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Geschichte des Coburger Vogelschießens

1599 fand in Coburg das erste Schützenfest statt. Damals erließ Herzog Johann Casimir eine Schützenordnung. Diese regelte in 26 Punkten das jährliche Abhalten des neuen Festes.
 

Eine besagt, dass der Schützenkönig weitgehend von allen Abgaben, öffentlichen Verpflichtungen und Steuern befreit war. Was jedoch zu vielen Missbräuchen führte. Also widerreif der Herzog schon wenige Jahre später dieses Zugeständnis.  

Parallel erlebte der Schützenbetrieb zu Beginn des 17. Jahrhunderts einen großen Aufschwung. Die Folge: Das Schießhaus am Anger wurde zu klein. Ein Neubau am Schlossplatz, dort wo heute das Landestheater steht, sorgte für Abhilfe. Die neu entstandene Stahlhütte wurde 1606 mit einem prunkvollen Stahlschießen eingeweiht.  
 
Während des 30-jährigen Kriegs (1648 bis 1648) und in der Zeit der Belagerung Coburgst und der Veste entwendeten plündernde Truppen viele wertvolle Besitztümer der Schützengesellschaft. Lediglich einige Gemälde von Wolfgang Prickner blieben erhalten. Sie zeigen Mitglieder der Schützengesellschaft, darunter ein „Promi“, nämlich Herzog Johann Casimir.
 
Bis im Jahr 1637 die Pestepediemie ausbrach, begeisterte das Schützenfest auch während des Kriegs seine Besucher. Danach stellte man es allerdings ein und die Stahlhütte diente fortan als Wirtshaus. Doch die Schützengesellschaft hatte weiterhin Bestand. Nach einer 45-jährigen Pause fand dann wieder ein Schützenfest statt.
 
1702 war die Mitgliederzahl der Schützengesellschaft wieder erheblich angestiegen, so dass man Herzog Ernst um Zuschüsse für ein neues Schützenhaus bat. Zwölf Jahre später war es dann endlich soweit, das Schützenhaus auf dem Anger war fertig. Zur Einweihung 1715 stiftete die Stadt Coburg eine Fahne. Diese wurde Mitte des 19. Jahrhunderts restauriert und kann heute noch bestaunt werden.
 
In den folgenden Jahren wurde das Bürgerschießen wieder populärer und bis Ende des 18. Jahrhunderts bürgerte sich der Brauch eines Schützenkönigs ein. Schon damals bekam dieser eine hübsche Königskette überreicht. 20 Jahre stiftete kein geringerer als Herzog Franz Josias dieses Geschenk.
 
Das Schützenfest avancierte zu Beginn des 19. Jahrhunderts nun endgültig zum Volksfest. Und auch der Verein wuchs und wuchs. Dementsprechend wurde das Schützenhaus am Anger durch diverse Anbauten immer wieder erweitert. Als 1844 Herzog Ernst II. an die Regierung kam, gab es viele Veränderungen. Das betraf auch die Schützen. Sie gaben sich im Revolutionsjahr 1848 neue Statuten.
 
Nach der Jahrhundertwende ging es mit Neuerungen weiter. 1903 wurde erst die Schießanlage und ein Jahr später dann das Gesellschaftshaus auf dem Grundstück in Weichengereuth eingeweiht. Zudem gab es 1907 einen neuen Vertrag über die Nutzung des Angers beim Vogelschießen – beteiligte Parteien waren die Schützengesellschaft und der Stadtrat.
 
In den 30er Jahren schaffte es ein ganz besonderes Ärmelabzeichen an die Schützenuniformen, das man noch heute kennt. Edler Stifter war Herzog Carl Eduard.
 
Der Zweite Weltkrieg änderte vieles. Lange war es den Schützen verboten, den Schießbetrieb wieder aufzunehmen. Dann durften sie wieder Armbrüste besitzen. 1951 fiel schließlich auch diese Beschränkung und das Vogelschießen durfte am Anger wieder jährlich seine Besucher begeistern.