Nürnberg
Fußball-Bundesliga

Starker Club, schwache Schalker

Der 1. FC Nürnberg bleibt auch im letzten Hinrundenspiel sieglos. Trotz des 0:0 ist aber ein Aufwärtstrend erkennbar.
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Schalke-Torwart Ralf Fährmann pariert den Schuss des Nürnbergers Hiroshi Kiyotake (r.); links im Bild Santana, daneben Club-Stürmer Daniel Ginczek und Joel Matip. Fotos: sportpress
Schalke-Torwart Ralf Fährmann pariert den Schuss des Nürnbergers Hiroshi Kiyotake (r.); links im Bild Santana, daneben Club-Stürmer Daniel Ginczek und Joel Matip. Fotos: sportpress
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Im letzten Spiel des Jahres bot der Club noch einmal das volle Programm: Ein weiteres kontrovers diskutiertes Abseitstor, der 16. Treffer ans Torgebälk in der laufenden Saison und viele verpasste Möglichkeiten, den Sack zuzumachen. Wie vor Wochenfrist beim 3:3 in Hannover zeigte der 1. FC Nürnberg auch am Samstag gegen den FC Schalke 04 eine starke Leistung, für die er aber nicht belohnt wurde. Mit dem 0:0 vor 42 687 Zuschauern im Frankenstadion bauten die Sieglos-Franken ihren Negativrekord aus und beendeten als erste Mannschaft in der 50-jährigen Bundesliga-Geschichte die Hinrunde ohne Erfolgserlebnis.

Von Panik nichts zu spüren

Doch von Panik ist beim Vorletzten, der mit vier Punkten Rückstand aufs rettende Ufer in die Winterpause geht, überhaupt nichts zu spüren. "Das war ein sehr, sehr gutes Spiel von uns.
Wenn wir weiter so spielen, werden wir irgendwann dafür auch belohnt", meinte Kapitän Raphael Schäfer. Ins gleiche Horn stieß Gertjan Verbeek. "Wir waren sehr dominant, haben fast keine Fehler gemacht. Wir sind sehr schwer zu bespielen und finden immer bessere Lösungen", sagte der Coach. Als erster Trainer in der Nürnberger Bundesliga-Geschichte blieb der Holländer aber in seinen ersten acht Spielen ohne Sieg.

Das lag daran, dass die Hausherren mit ihren Chancen fast schon fahrlässig umgingen. Stürmer Josip Drmic hätte das Spiel im Alleingang entscheiden können. Und als der Schweizer den Ball doch einmal über die Linie brachte, entschied Schiedsrichter Florian Mayer auf Abseits (35. Minute). "Wir haben heute Glück gehabt", gab Peter Herrmann unumwunden zu. Der Schalker Co-Trainer - in gleicher Funktion schon einmal beim Club unter Michael Oenning tätig - vertrat Chefcoach Jens Keller, der aufgrund einer Magen-Darm-Grippe kurzfristig passen musste.

Schalke stark ersatzgeschwächt

Der Champions-League-Achtelfinalist hatte den Franken wenig entgegenzusetzen. "Wir pfeifen aus dem letzten Loch", erklärte Manager Horst Heldt. Der Ausfall von sechs Stammspielern war den harmlosen Gästen deutlich anzumerken, nach vorne ging bei den Gästen so gut wie nichts: 5:0 Ecken und 7:2 Torschüsse schon zur Pause belegen das. In der zweiten Halbzeit stand dann die Latte beim Kopfball von Per Nilsson (77.) dem längst fälligen Führungstreffer im Weg.

"Hoffentlich werden im neuen Jahr die Ergebnisse endlich besser", flehte Javier Pinola. Der Publikumsliebling, seit vielen Wochen nur noch zweite Wahl, vertrat den gelb-gesperrten Emanuel Pogatetz als Innenverteidiger sehr gut. Das registrierte auch sein Coach. "Es ist schön zu sehen, dass wir mehr Möglichkeiten haben, als ich gedacht hatte", sagte Verbeek. Da der Niederländer auch dem verbannten Hanno Balitsch nach der Winterpause ein Comeback in Aussicht stellte, weil er auf mehreren Positionen einsetzbar sei, ist noch lange nicht sicher, ob der Club im Abstiegskampf noch einmal personell nachlegt. "Wenn wir jemanden holen, dann muss das jemand sein, der uns wirklich besser macht", stellte Verbeek klar.

Wie lange bleibt der Bart dran?

Spielerisch hat der 51-Jährige die Nürnberger klar verbessert. Erstmals stand in dieser Saison hinten auch die "Null". Nur im Abschluss hapert es noch gewaltig. Verbeek hofft, dass sich das im neuen Jahr schleunigst ändert. Und zwar nicht, weil er sonst um seinen Job fürchten müsste, sondern: "So lange wir nicht gewinnen, bleibt mein Bart dran", sagte der seit Tagen unrasierte Niederländer. Ansonsten, so scherzte Verbeek, "spiele ich im nächsten Jahr den Santa Claus".

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