Bamberg

Rassismus im Fußball: Der Nebenmann als Verteidiger

Ausländerfeindliche Pöbeleien, wie in der Zweitliga-Partie zwischen Ingolstadt und 1860 München, sind auch auf Fußballplätzen in Franken ein Problem. Viele Vorfälle werden lieber heruntergespielt als publik gemacht.
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Teile der Anhängerschaft der Löwen fallen nicht nur durch das Abbrennen unerlaubter Bengalos auf. Beim Zweitliga-Spiel gegen den FC Ingolstadt kam es zu ausländerfeindlichen Pöbeleien gegen FCI-Verteidiger Danny da Costa. Foto: dpa
Teile der Anhängerschaft der Löwen fallen nicht nur durch das Abbrennen unerlaubter Bengalos auf. Beim Zweitliga-Spiel gegen den FC Ingolstadt kam es zu ausländerfeindlichen Pöbeleien gegen FCI-Verteidiger Danny da Costa. Foto: dpa
Nach dem Spiel gegen 1860 ging Ingolstadts Verteidiger Ralph Gunesch über Facebook erst so richtig in die Offensive: Einen "IQ knapp über dem eines verbrannten Toastbrotes" hätten die Zwischenrufer!
Ausländerfeindliche Pöbeleien, ausgerechnet von der Gegentribüne?

Rassismus am Fußballplatz ist natürlich nicht irgendwelchen rechtsextremen gewaltbereiten Kahlrasierten vorbehalten, sie ist klar auch ein Problem in Reihen "ganz normaler" Zuschauer. Und damit dort existent, wo "ganz normale" Zuschauer selbst kicken - in den unteren Ligen. Das zeigt ein wenige Monate zurückliegender Vorfall in einer unterfränkischen Kreisklasse, als ein 18-Jähriger Kameruner wegen seiner Hautfarbe übelst beschimpft wurde.
Und das beweisen an jedem Wochenende mehrere kleine Vorfälle auf den fränkischen Fußballfeldern, die dann doch lieber heruntergespielt als publik gemacht werden.

Bei allem Realismus, dass hier einige wenige sehr viele vernünftige Fußballfans in Verruf bringen: Es ist noch viel zu tun, bis der Rassismus in der schönsten Nebensache der Welt keinen Platz mehr findet. Zumindest so viel, bis auch der Nebenmann bei derartigen Äußerungen dazwischen grätscht und sie auf das Schärfste verurteilt. Und sei es nur mit dem einen Hinweis, den auch der couragierte Ralph Gunesch allen Fans mit auf den Weg gibt: "Rassismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen!"

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