Würzburg
Basketball-Bundesliga

Rakim Sanders sorgt im Frankenderby für die Wende

Die Brose Baskets rennen im Frankenderby lange einem Rückstand hinterher, sichern sich dank ihrer Qualität am Ende aber einen 61:49-Erfolg. Am Sonntag geht's mit dem Heimspiel gegen Frankfurt weiter.
Mit diesem Dreier brachte Rakim Sanders (l.) die Brose Baskets in der 28. Minute erstmals in Front. Würzburgs Neuzugang Steven Esterkamp kommt zu spät. Foto: sportpress
Mit diesem Dreier brachte Rakim Sanders (l.) die Brose Baskets in der 28. Minute erstmals in Front. Würzburgs Neuzugang Steven Esterkamp kommt zu spät. Foto: sportpress
Ballbewegung war das Schlagwort nach dem hart umkämpften Frankenderby am Samstagabend in Würzburg. "Es war in der ersten Halbzeit schon fast irrsinnig, wie oft wir den Ball angehalten haben. Wir müssen einfach lernen, mehr Vertrauen in den Pass zu bekommen. Im letzten Viertel haben wir den Ball besser bewegt. Harris, Gavel und Smith haben dann wichtige Würfe getroffen", analysierte Bambergs Trainer Chris Fleming nach dem 61:49 (25:31)-Erfolg im Nachbarduell.
"Defensiv kann ich der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Offensiv hat man gesehen, dass unser Talent im Vergleich zu Bamberg das Prädikat überschaubar verdient. Wir haben es nicht verstanden, gegen den Bamberger Druck den Ball entsprechend zu bewegen", urteilte Hausherren-Coach Stefan Koch.
Er ärgerte sich auch ein wenig darüber, dass seine Jungs am Ende etwas die Zügel schleifen ließen, denn "es war ein knapperes Spiel als es das Endergebnis aussagt".
In der Tat bestimmten die s.Oliver Baskets lange mit einer physischen Verteidigung das Geschehen, führten anfangs des zweiten Viertels sogar zweistellig (20:10) und gingen in ihrem "Spiel des Jahres" gegen den Meister und Nachbarn mit hoher Intensität zur Sache.

"Wie im Treibsand laufen"

"Für uns war es ein bisschen wie im Treibsand laufen, es ging nicht nach vorne. Wir waren sehr verkrampft, bis der Knoten endlich gelöst wurde. Ich finde, Rakim Sanders war ganz entscheidend, hat das Spiel gedreht, auch mit seiner Verteidigung und seinen Rebounds", lobte Manager Wolfgang Heyder das Kraftpaket, das mit seinem Dreier nach 28 Minuten für die erste Bamberger Führung (39:38) in dieser vom Kampf bestimmten Partie gesorgt hatte.
Auch für Sanders war das verbesserte Passspiel der entscheidende Faktor: "In der zweiten Halbzeit haben wir öfters den freien Spieler gefunden. Die offenen Würfe haben es uns leichter gemacht. In der ersten Halbzeit gab es maximal ein, zwei Pässe, dann kam der Wurf. Wir haben deshalb keinen Rhythmus gefunden. Das war der Unterschied."

Heyder lobt Harris und Fischer

Lob hatte Heyder aber auch für andere übrig: "Auch Elias Harris hat eine sehr gute Leistung gezeigt und drei ganz wichtige Dreier getroffen. D'or Fischer räumte dann in der entscheidenden Phase des Spiels hinten auf."
Für Maurice Stuckey, den die Bamberger an Würzburg ausgeliehen haben, war die schwache Trefferquote von nur 35 Prozent ausschlaggebend für die Niederlage: "Wir haben Bamberg auf 61 Punkten gehalten, aber wenn du selber daheim nur 49 erzielst, dann ist es schwierig, ein Spiel zu gewinnen." Trotz der verpassten Punkte blickt Stuckey aber zuversichtlich in die Zukunft: "Bei uns läuft's ganz ordentlich. Wir spielen und kämpfen als Mannschaft, das lässt hoffen. Im neuen Jahr konzentrieren wir uns darauf, dass wir in der Tabelle weiter nach vorne kommen."
Und was wünschen sich die Bamberger für das neue Jahr, das am nächsten Sonntag (17 Uhr) mit einem Heimspiel gegen Frankfurt beginnt? "Ich wünsche mir viel mehr Ruhe, mehr Anerkennung für dieses großartige Programm in Bamberg. Ich wünsche mir aber auch, dass wir alle auf hoher Ebene zusammenarbeiten und alle Querelen endlich vorbei sind", blickte Heyder in Richtung 2014 voraus. Und was erhofft sich Chris Fleming? "Ballbewegung. Ich glaube Gesundheit und Spaß mit der Familie sind auch nicht so schlecht. Aber in erster Linie: Ballbewegung. "