Nürnberg
Fußball-Bundesliga

Krise beim Club: Neuer Trainer, altes Leid

Unter Michael Wiesinger gelang kein Sieg, mit Nachfolger Gertjan Verbeek bislang ebenso wenig: Gewinnt der 1. FC Nürnberg auch am Freitag gegen den FSV Mainz nicht, stellt er einen neuen Negativrekord auf.
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Grafik: Michael Karg
Grafik: Michael Karg
Neuer Coach, altes Leid: Der Trainerwechsel beim 1. FC Nürnberg ist bislang wirkungslos verpufft. Auch unter Gertjan Verbeek, der das Amt am 21. Oktober vom glücklosen Michael Wiesinger übernommen hat, ist dem Club die Wende nicht gelungen. Im Gegenteil: Im Kampf um den Klassenerhalt wird die Lage immer brenzliger: 14 Spiele, kein Sieg.

Nun droht dem Rekord-Absteiger - schon sieben Mal musste der Club den Gang ins Unterhaus antreten - ein weiterer Negativrekord. Gewinnen die Nürnberger auch am Freitag (20.30 Uhr) gegen den FSV Mainz nicht, sind sie das bislang einzige Bundesliga-Team, das in den ersten 15 Saisonspielen keinen Sieg landen konnte. Mit dem 0:3 in Leverkusen haben die Franken am vergangenen Samstag den Start-Minusrekord von 1860 München (1977/78) und dem MSV Duisburg (1994/95 bereits eingestellt.

Verbeeks Taktik greift noch nicht

Und auch das ist eine zweifelhafte Bestmarke: Erstmals in seiner 113-jährigen Vereinsgeschichte blieb der Club 14 Mal in Folge innerhalb einer Saison ohne Sieg. "Wir sind in einer sehr schwierigen Situation. Und je länger es dauert, dass wir nicht gewinnen, desto schwerer wird es", meinte Verbeek nach der Niederlage in Leverkusen. Der Niederländer, der den Tabellen-Vorletzten mit einer neuen Spielphilosophie ans rettende Ufer führen will, indem er offensiver spielen und höher verteidigen lässt, hat mit seiner Taktik aber bislang keinen Erfolg gehabt. Nur zwei Punkte aus fünf Spielen holten die Nürnberg seit seinem Amtsantritt am 21. Oktober. Zudem kassierte Verbeeks Team schon dreimal drei Gegentore in einem Spiel (beim 0:3 gegen Freiburg, beim 1:3 in Mönchengladbach und jüngst beim 0:3 in Leverkusen). In den neun Spielen zuvor unter Wiesinger und Interimstrainer Roger Prinzen - der beim 1:1 in Frankfurt ausgeholfen hatte - fingen sich die Nürnberger nur zweimal mehr als zwei Treffer ein.

Es verwundert daher nicht, dass Verbeek in der Winterpause sein Team in der Defensive verstärken will. Denn die Nürnberger (29) weisen nach 1899 Hoffenheim (34) und dem Hamburger SV (31) die meisten Gegentore aller 18 Bundesligisten auf. Saisonübergreifend kassierten sie bereits 22 Mal in Folge mindestens einen Treffer.
Ein erster "Neuzugang" für den Abwehrverbund kommt aus den eigenen Reihen. Der von Wiesinger in die Regionalligamannschaft strafversetzte Hanno Balitsch kehrt nach seiner Begnadigung Anfang nächster Woche in den Profikader zurück. Sportvorstand Martin Bader kündigte im "Kicker" weitere Veränderungen an: "Wir werden uns nicht scheuen, im Winter nachzulegen. Wir arbeiten Tag und Nacht und haben inzwischen eine lange Liste von unterschiedlichsten Spielern für alle Mannschaftsteile." Denn auch im Sturm hapert es. Nur Schlusslicht Braunschweig (8) hat weniger Tore erzielt als der Club (13).

Nur sechs Niederlagen

Immerhin: Trotz der monatelangen Durststrecke haben die Nürnberger in dieser Saison erst sechsmal verloren. Weniger Niederlagen weisen nur die sieben bestplatzierten Teams auf. Morgen soll nun nach 202 Tagen ohne Dreier der Knoten endlich platzen. "Wir wollen den ersten Sieg - mit allen Mitteln", meinte Stürmer Daniel Ginczek gestern auf der Club-Homepage.

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