Nürnberg
Fußball-Bundesliga

Kiyotakes Kunstschuss rettet den Club

Nach einem umstrittenen Elfmeter für die Hertha sorgt der Japaner kurz vor dem Ende für das 2:2. Die Trainer beurteilen die Partie völlig unterschiedlich.
Der Nürnberger Hiroshi Kiyotake spielt den Ball. Foto: dpa
Der Nürnberger Hiroshi Kiyotake spielt den Ball. Foto: dpa
Nach zuvor drei Niederlagen und einem Unentschieden in der letzten Saison gegen Dortmund hat es der 1. FC Nürnberg auch im fünften Anlauf verpasst, im ersten Heimspiel der Saison einen Sieg zu feiern. Hiroshi Ki-yotake rettete mit seinem Freistoßtor drei Minuten vor dem Ende dem Club gegen den starken Aufsteiger aus Berlin wenigstens noch ein leistungsgerechtes 2:2 (1:0). Der Buhmann war spätestens seit der 78. Minute Schiedsrichter Guido Winkmann, der nach einem Zweikampf zwischen Javier Pinola und Alexander Baumjohann auf Elfmeter für die Berliner entschied. Ronny verwandelte sicher zum 1:2.


Wiesinger: Moral bewiesen

Hertha-Trainer Jos Luhukay sah seine Mannschaft in der zweiten Halbzeit klar überlegen. "Wir waren permanent dran und hätten mehr Tore schießen müssen. Der Punktgewinn war sehr schmeichelhaft für den Club", meinte der Hertha-Coach.
Michael Wiesinger widersprach diesen Aussagen entschieden: "Wir haben die Berliner durch leichte Fehler ins Spiel gebracht. Sie sind durch einen abgefälschten Ball und einen strittigen Elfmeter zu ihren Toren gekommen. Meine Mannschaft hat aber Moral bewiesen. Allerdings müssen wir unsere Zielstrebigkeit über 90 Minuten zeigen, dann sind wir auch erfolgreich."

Gegenüber dem 2:2 in Hoffenheim nahm Wiesinger zwei Umstellungen vor: Für Per Nilsson, der sich am Mittwoch im Länderspiel-Einsatz für Schweden am Oberschenkel verletzt hatte, rückte Berkay Dabanli in die Innenverteidigung. Für den verletzten Timo Gebhart stand erstmals Josip Drmic in der Anfangsformation.

In der Anfangsphase wirkten die Herthaner mit dem 6:1-Auftaktsieg gegen Frankfurt im Rücken überaus selbstbewusst. Es dauerte eine Viertelstunde, ehe der Club das Kommando übernahm. Die Hauptstädter zogen sich jetzt zurück, waren aber mit ihren Kontern vor allem über Änis Ben Hatira immer gefährlich. Markus Feulner und Torhüter Raphael Schäfer mussten zweimal Kopf und Kragen riskieren, um einen Rückstand zu verhindern.
Nach 40 Minuten wurde die engagierte Vorstellung der Nürnberger belohnt. Das 1:0 war eine Co-Produktion zweier Neuzugänge: Daniel Ginczek eroberte 40 Meter vor dem Tor den Ball, setzte sich gegen drei Herthaner durch und passte Josip Drmic den Ball in den Lauf. Der Schweizer ließ dem herauseilenden Berliner Torhüter Thomas Kraft keine Chance und vollstreckte eiskalt zum viel umjubelten Führungstreffer.


Hertha dreht nach der Pause auf

Nach der Pause wendeten die Berliner aber das Blatt, die Nürnberger mussten die Überlegenheit der Hertha anerkennen. Während sich die Gäste etliche Chancen erarbeiteten, war das Club-Angriffsspiel bei der Hitze komplett auf Eis gelegt. Auch wenn der Ausgleichstreffer sehr glücklich zustande kam - Berkay Dabanli fälschte den Schuss von Sami Allagui unhaltbar für Schäfer ab -, war das Tor überfällig. Auch nach der umstrittenen Elfmeter-Entscheidung und der Führung für die Berliner fehlte den Nürnbergern die Zielstrebigkeit im Spiel nach vorn. Allerdings hätte Baumjohann zu diesem Zeitpunkt gar nicht mehr auf dem Platz stehen dürfen, denn er hatte Pinola zuvor nach einer Meinungsverschiedenheit schon die Hand ins Gesicht gedrückt.

Es war richtig Gift im Spiel, Schiri Winkmann hatte alle Hände voll zu tun, die Gemüter zu beruhigen. Die Freistoß-Entscheidung und der herrliche Treffer von Kiyotake, der den Ball über die Mauer ins lange Eck zirkelte, sorgten dann aber doch noch für zufriedene Gesichter bei den Hausherren.


Die Statistik

1. FC Nürnberg: Schäfer - Feulner (57. Chandler), Dabanli, Pogatetz, Pinola - Balitsch, Stark (71. Esswein) - Kiyotake, Mak (65. Frantz), Drmic - Ginczek
Hertha BSC: Kraft - Pekarik, Langkamp, Janker (66. Ronny), Holland - Lustenberger, Hosogai - Allagui (66. Wagner), Baumjohann (82. Brooks), Ben-Hatira - Ramos
SR: Winkmann (Kerken) / Zuschauer: 37 068 / Tore: 1:0 Drmic (40.), 1:1 Allagui (61.), 1:2 Ronny (78. - Foulelfmeter), 2:2 Kiyotake (89.) / Gelbe Karten: Chandler (1), Dabanli (1), Feulner (2), Pinola (1), Stark (2) - Baumjohann (1), Pekarik (1) / Beste Spieler: Ginczek, Feulner - Ben-Hatira, Holland