Bamberg
Basketball

Keine Zeit zum Feiern

Nur drei Tage nach dem wichtigen Euroleague-Auswärtssieg bei Partizan Belgrad sind die Brose Baskets am Montagabend in der Bundesliga in Ludwigsburg gefordert.
Sharrod Ford (hier beim Korbleger gegen Drew Gordon) war in Belgrad in der Schlussphase sehr präsent und verlieh der Verteidigung mit vier Blocks große Stabilität. Foto: Koca Sulejmanovic/dpa
Sharrod Ford (hier beim Korbleger gegen Drew Gordon) war in Belgrad in der Schlussphase sehr präsent und verlieh der Verteidigung mit vier Blocks große Stabilität. Foto: Koca Sulejmanovic/dpa
Die Aussichten für die Brose Baskets in der Euroleague zu überwintern und im neuen Jahr in der Runde der besten 16 Mannschaften mitzumischen, haben sich mit dem hart erkämpften 77:72-Erfolg bei Partizan Belgrad am späten Freitagabend schlagartig verbessert. Der sieglose serbische Meister bleibt in der Gruppe D am Tabellenende. Das Rennen um Platz vier, der zum Weiterkommen reicht, wird in der Rückrunde, die für die Bamberger am Donnerstag (19 Uhr/TVO live) mit dem Heimspiel gegen den Gruppenfavoriten FC Barcelona beginnt, zu einem Duell zwischen dem deutschen Meister (2 Siege) und Lietuvos Rytas Vilnius (1).
Doch vor dem Highlight gegen Juan Carlos Navarro, Erazem Lorbek und viele weitere Stars steht am Montag (20 Uhr) für den dreimaligen Double-Gewinner die Pflichtaufgabe in Ludwigsburg auf dem Programm.
Nach der knappen 103:107-Heimniederlage nach Verlängerung der Ulmer gegen die Telekom Baskets Bonn könnten die Bamberger mit einem Sieg bei den Neckar Riesen zumindest nach Minuspunkten die Spitzenposition übernehmen. Ulm bleibt mit jetzt zwei Niederlagen (14:4) auf Grund der zwei mehr ausgetragenen Partien auf Platz eins vor den Bambergern (derzeit 10:2), doch die Brose Baskets hätten die bessere Ausgangsposition.

Ulm und Alba besiegt

Stefan Weissenböck warnt aber davor, den Tabellenzwölften, der schon mit Siegen in Ulm und gegen Berlin aufhorchen ließ, auf die leichte Schulter zu nehmen. "Ludwigsburg hat ein sehr gefährliches Team. Sie sind sehr homogen aufgestellt und durch ihren guten Offensiv-Rhythmus und klar verteilte Rollen sehr stark. In Taylor und Staiger haben sie wurfstarke Außenspieler, während Turek physisch stark innen agiert", kennt der Assistenztrainer die Stärken der Neckar Riesen, wie sich die Ludwigsburger nach dem Rückzug des Energiekonzerns EnBW nennen, genau. Es wird für die Brose Baskets also auch heute darauf ankommen, mit einer aggressiven Verteidigung die Schwaben zu bremsen. Dass die Bamberger dazu in der Lage sind, haben in der Schlussphase in Belgrad John Goldsberry, Anton Gavel, Casey Jacobsen, Boki Nachbar und der oft gescholtene Sharrod Ford bewiesen: Die fünf Routiniers setzten die von Trainer Chris Fleming angeordnete Zonen-Verteidigung gut um, gestatteten den Partizan-Talenten in den letzten fünf Minuten gerade einmal vier Punkte und sicherten so mit einem 15:4-Lauf den so wichtigen Erfolg auf dem Weg in die Top 16.

Echtes Spitzenspiel in Ulm

"Es war ein tolles Spiel, ein Basketballfest. In den entscheidenden Phasen haben wir clever gespielt", sagte Bonns Trainer Mike Koch nach dem überraschenden Sieg in Ulm. Vor 6000 Zuschauern in der ausverkauften ratiopharm Arena zeigten beide Teams von Beginn an einen packenden Fight. Es ging rauf und runter. In der Verlängerung erzielte der Tabellen-Neunte drei Dreier und schaffte so den nicht unverdienten Sieg. "Die Niederlage tut weh, sollte aber nicht der Natur sein, dass wir die Köpfe hängen lassen müssen. Entscheidend war sicher das verlorene Reboundduell und unsere Freiwurfquote. Hier haben wir zehn Punkte liegenlassen", sagte Ulms Trainer Thorsten Leibenath. Matchwinner für die Gäste war Jared Jordan mit 22 Punkten und 10 Assists.

Würzburg feiert Auswärtssieg

Die s.Oliver Baskets Würzburg setzten sich mit dem 72:62-Erfolg in Tübingen ins Mittelfeld der Tabelle ab. Nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte (33:33) legten die Unterfranken in der Schlussphase des dritten Viertels einen Gang zu, forcierten bei den Gastgebern viele Ballverluste und sorgten mit einem 12:0-Lauf für die Vorentscheidung. Dwayne Anderson (23 Punkte) und Jason Boone (18) waren die besten Werfer der Würzburger.

Bayreuth ohne Chance

Der BBC Bayreuth stand im Verfolgerduell in Oldenburg von Anfang an auf verlorenem Posten und kassierte eine 50:71-Packung. Nicht einmal ein Viertel der Bayreuther Würfe (12 von 49) fand ihr Ziel. Außerdem leistete sich der BBC 22 Ballverluste. Bryan Bailey und Stefan Schmidt waren mit jeweils neun Punkten noch die erfolgreichsten Schützen der Mannschaft von Trainer Marco van den Berg.
Wieder zurück in der Erfolgsspur sind der FC Bayern München, der kommenden Sonntag (13.15 Uhr/kabel1 live) in Bamberg zu Gast ist, und die Artland Dragons. Die Bayern behielten gegen TBB Trier mit 72:66 (34:29) die Oberhand, Artland gewann beim Schlusslicht Gießen 46ers knapp mit 86:82 (45:37). Alba Berlin gewann beim Mitteldeutschen BC klar mit 91:68.