Bamberg
Basketball-play-offs

Jetzt ist guter Rat für die Brose Baskets teuer

Schaffen es die Brose Baskets ein zweites Mal, bei den Artland Dragons die Oberhand zu behalten? Wenn nicht, geht die Saison so früh wie seit langem nicht zu Ende.
Enttäuschung nach der neuerlichen Heimniederlage bei (v. l.) Anton Gavel, Sharrod Ford, Casey Jacobsen, Rakim Sanders und Jared Jordan. Foto: sportpress
Enttäuschung nach der neuerlichen Heimniederlage bei (v. l.) Anton Gavel, Sharrod Ford, Casey Jacobsen, Rakim Sanders und Jared Jordan. Foto: sportpress
Siegen oder (mit einer riesigen Enttäuschung im Gepäck in den Urlaub) fliegen - der deutsche Meister aus Bamberg steht mit dem Rücken zur Wand und muss am Sonntag (20 Uhr/die Partie ist nur im Stream auf brosebaskets.tv live zu sehen) im Artland gewinnen, sonst ist die Saison schlagartig beendet. "Sehen wir uns am Dienstag wieder? Ich glaube eigentlich nicht so recht daran", zweifelten etliche Fans am Donnerstagabend nach der 75:77-Heimniederlage der Brose Baskets gegen die Dragons daran, dass es am Dienstag (19.30 Uhr) ein Wiedersehen zu Spiel 5 in der Frankenhölle gibt.

Wie schon nach der Auftaktpleite befand sich Freak City auch am Donnerstag kurz vor 22 Uhr in einer Schockstarre. Nach einer starken Leistung der Gastgeber, die nach 33 Minuten (69:59) bereits wie der Sieger aussahen, kam der große Auftritt von "Zauberzwerg" David Holston: Mit 13 Punkten, darunter drei Dreier, wendete der wieselflinke 1,68-Meter-Mann das Blatt im Alleingang. Die Bamberger fanden einerseits kein Mittel, ihn zu stoppen, und verloren auf der anderen Seite im Angriff komplett ihren Rhythmus. "Ich bin so stolz, dass wir hier ein zweites Mal gewonnen haben. Ich habe im letzten Viertel mit viel Selbstvertrauen gespielt. Ich war gesegnet, ich danke Gott. Der Sieg war sehr wichtig für uns. Jetzt wollen wir am Sonntag zu Hause alles klar machen.Wir wollen kein fünftes Spiel, nicht noch einmal hierher kommen", gab der Matchwinner strahlend zu Protokoll.
Gleich nach dem Spiel bat Bambergs Trainer Chris Fleming zur Video-Analyse und tobte: "Wir sprechen immer wieder darüber, dass Holston ein überragender Werfer ist. Wir predigen von morgens bis abends, Arm hoch bei Holston. Und als es drauf ankam, hatten wir die Hände in den Taschen."

"Wir haben so viele Fehler gemacht, dass wir das Spiel selbst verloren haben. Wir hatten Ballverluste, nahmen schlechte Würfe - das war's. Wir müssen ein zweites Spiel in Quakenbrück gewinnen, dann haben wir die Chance, hier die Serie für uns zu entscheiden", konstatierte Anton Gavel, der am Dienstag beim 80:72-Erfolg im Artland noch aus einer bis zur letzten Sekunde kämpfenden Bamberger Mannschaft herausragte.

Es geht auch anders

Brose-Kapitän Casey Jacobsen hat das Gefühl, dass ein zweiter Sieg im Artland möglich ist: "Wir waren nicht in der Lage, den Sack zuzumachen. Aber ich glaube nicht, dass unsere Saison zu Ende geht. Wir haben vor zwei Tagen in Quakenbrück gewonnen, und wir können das nochmal schaffen. Diese Mannschaft verfügt über eine Menge Charakter und Kampfgeist."

Manager Wolfgang Heyder hat aber nicht zum ersten Mal ein gravierendes Manko dieser Truppe ausgemacht: "Es hat sich erneut gezeigt, dass ein Großteil der Mannschaft nicht athletisch genug ist. Im letzten Viertel hat die bessere Athletik der Artland Dragons das Spiel entschieden. Wir haben viele leichte Rebounds hergegeben."
Letzten Dienstag hat der Meister bewiesen, dass es auch anders geht: Mit unglaublichem Einsatz im Schlussviertel (19:5) wendeten Gavel, Harris und Co. das Blatt in einer schon verloren geglaubten Partie - und das muss ein zweites Mal gelingen.