Coburg
Handball

HSC-Spieler sind heiß auf den Start

Die Verantwortlichen, Trainer Jan Gorr und die Fans fiebern dem ersten Anwurf vom HSC 2000 Coburg am Samstag, 19.30 Uhr, gegen den TV Germania Großsachsen entgegen. Eine unumstößliche Stammsechs hat der Coach nicht ausgewählt. Jeder Spieler soll genügend Spielzeit bekommen.
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Das Aufgebot des HSC 2000 Coburg für die Saison 2013/14 in der 3. Handball-Bundesliga Süd.
Das Aufgebot des HSC 2000 Coburg für die Saison 2013/14 in der 3. Handball-Bundesliga Süd.
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Trainer Jan Gorr und auch die Mannschaft können es kaum noch erwarten: Sie soll endlich losgehen, die Punkterunde in der 3. Handball-Bundesliga Süd. Eine gewisse Vorfreude ist im Gespräch mit dem neuen Trainer der Coburger Mannschaft nicht zu überhören. Doch seine Antworten sind stets sachlich und fundiert und auf keinen Fall zu überschwänglich. Gorr weiß, dass noch viel Arbeit auf ihn, seine Mitstreiter und eben auf seine Spieler zukommt, um eine sehr gute Rolle in dieser 3. Liga Süd spielen zu können.

Deutlich wird, dass Gorr einen guten Spielerkader "besitzt", den er auch ausnutzen will und wird. Vergessen scheinen die Zeiten, in denen sechs, sieben Spieler das enge Korsett bildeten, das oft nur im Verletzungsfall "gesprengt" wurde. Der Trainer dazu: "In der heutigen Zeit kann kein Spieler, auch nicht in der 3. Liga, 60 Minuten durchspielen. Damit ist auch klar, dass meine Spieler genügend Einsatzzeit bekommen werden."

Gorr weist auch in diesem Zusammenhang darauf hin, dass er seine jeweilige Startformation auch ein wenig vom Gegner abhängig macht, will heißen, er reagiert auf Stärken oder Schwächen der Rivalen von Beginn an. Unabhängig davon liebt Gorr das schnelle Handballspiel, denn das, perfekt gespielt, bringt den Erfolg, den er natürlich genauso will, wie der gesamte Verein und die Fans sowieso.

Abzuwarten bleibt, wer am Samstag zuerst für den HSC 2000 Coburg auf dem Parkett stehen wird. Gut vorstellbar, dass es einen komplett neuen Rückraum zum Beginn geben wird. Das neue Trio mit Till Riehn, Jiri Vitek und Philipp Basties ist da sicher eine gute Wahl und vorstellbar. Doch Gorr hat auch gleich für jeden in diesem Trio eine Alternative. Klar scheinen auch die Außenpositionen mit Routinier Ronny Göhl, der auch wieder Kapitän ist, und Sebastian Kirchner besetzt zu sein. Da stehen aber auch der letzte Neuzugang, Steffen Coßbau, und Johan Andersson alternativ bereit, wenn sie denn fit sind. Am Kreis wird Dominic Kelm weiter eine Bank sein. Und im Tor geben und nehmen sich Havard Martinsen und Oliver Kreckel nicht viel, wenngleich sie Gorr als recht unterschiedliche Typen einschätzt. Martinsen hatte zuletzt etwas Probleme mit seinem Knie, die aber bis zum ersten Anwurf behoben sein sollten. Dies wird mit der Schulter bei Hajck Karapetjan vielleicht noch nicht klappen und sein Einsatz ist definitiv stark gefährdet.

Natürlich hat Gorr den ersten Gegner studiert und sein Wissen der Mannschaft weitergegeben. Geheimnisse dürfte es so keine mehr geben. Was am Samstag zählt ist dann allein das eigene Können. Natürlich soll gerade in der eigenen Halle, in der HUK-Coburg-Arena, mit Siegen der Grundstein für eine sehr gute Saison gelegt werden. Von Platz eins oder zwei, verbunden mit einem Aufstieg, wird eigentlich nicht gesprochen, zu ausgeglichen ist die Liga gerade in der Spitze.

Doch wie gesagt, die Vorfreude ist riesig. Das verdeutlicht auch Kapitän Ronny Göhl: "Wir haben uns unter profihaften Bedingungen lange, intensiv und sehr gut vorbereitet. Wir sind fit und wollen, dass die Punkterunde jetzt startet; wir freuen uns darauf." Ronny Göhl verrät zudem, dass der Trainer schon zwei, drei Takte zum ersten Gegner gesagt hat, aber die Feinabstimmung zwei Tage vor dem Anwurf erfolgt noch.


Samstag, 19.30 Uhr
HSC 2000 Coburg gegen
TVG Großsachsen

HSC 2000 Coburg: Oliver Krechel, Havard Martinsen - Jiri Vitek, Johan Andersson, Nikola Franke, Philipp Barsties, Tomas Riha, Max Drude, Sebastian Roth, Hajck Karapetjan (?), Sebastian Kirchner, Till Riehn, Dominic Kelm, Ronny Göhl, Steffen Coßbau. - Es fehlt: Lukas Lutz (2. Mannschaft). - Trainer: Jan Gorr.

TV Germania Großsachsen: Marius Fraefel, Andreas Fischer, Roko Peribonio - Jonas Gunst, Patrick Zweigner, Peter Masica, Marius Jörres, Sebastian Knierim, Tobias Kohl, Thomas Zahn, Alexej Rybakow, Dominic Sauer, Marcel Ackermann, Simon Gans, Florian Sauer, Tobias Wallenwein, Simon Reisig, Lukas Waldmann. - Trainer: Andrej Siniak.

Andrej Siniak neuer TVG-Trainer

Der ehemalige weißrussische National- und langjährige Bundesligaspieler Andrej Siniak hat im Sommer die Trainerposition beim TVG Großsachsen übernommen. Siniak ist der Nachfolger von Uwe Rahn, der sich nach der "Operation Klassenerhalt" wieder ins zweite Glied zurückzog und seine erfolgreiche Arbeit als sportlicher Leiter fortsetzt.

Rahn wieder sportlicher Leiter

Uwe Rahn war es auch, der sich um seine Nachfolge gekümmert hatte und die Verpflichtung von Andrej Siniak initiierte. "Wir haben einen Trainer gesucht der sehr ehrgeizig ist und über einen großen Erfahrungswert verfügt. Mit Andrej haben wir da eine perfekte Lösung gefunden. Mit seinen Erfolgen und seinem Erfahrungsschatz als Mittelmann verschiedener Bundesligavereine bringt er sicherlich frischen Wind und neue Ideen ins Team. Er wird einen guten Mittelweg zwischen der Ernsthaftigkeit, die man in der 3. Liga zweifelsohne braucht, und dem Spaß finden, der das Team stark macht. Ich kann den Jungs aber gleich mal zurufen, dass da ordentlich Zug hinter steckt".

Andrej Siniak kommt vom Rheinland-Pfalz/Saar Ligisten TSG Haßloch an die Bergstraße, die er die letzten 2,5 Jahre trainiert hat. Als Spieler stehen Vereine wie SKA Minsk, TBV Lemgo, HSV Hamburg und die Rhein-Neckar-Löwen in seiner Vita. Seine größten Erfolge feierte der 41-jährige beim TBV Lemgo. Mit den Lipperländern holte er 1997 die deutsche Meisterschaft und den DHB-Pokal. "Ich freue mich auf den TVG Großsachsen. Der Verein hat in den letzten Jahren eine positive und stetige Entwicklung genommen. Die will ich fortführen. Bei mir wird jeder Spieler seine faire Chance erhalten. Wer sie wie wann nutzt wird sich zeigen. Ich setze auch auf die Eigenverantwortung der Spieler. Wir sind keine Profis, aber aufgrund der begrenzten Trainingsmöglichkeiten muss jeder Spieler für sich selbst etwas tun. Ich setzte auf Ehrlichkeit und Offenheit und erwarte das auch von meinen Spielern", kündigte Andrej Siniak bei seiner Vorstellung der Mannschaft an.

Vier Neuzugänge

Als Neuzugänge konnte er in seinem Kader begrüßen: Jonas Gunst, Roko Peribonio, Marius Fraefel (alle SG Leutershausen), Alexej Rybakow (TSG Groß-Bieberau). Zudem kann er auf erfahrene Spieler, die auch schon in der 2. Liga gespielt haben zurückgreifen. Einer davon ist auf der linken Außenposition Thomas Zahn.

Zudem konnten weitere Leistungsträger gehalten werden. Der torgefährlichen Rückraumspielern Peter Masica muss allerdings verletzungsbedingt noch pausieren. Tobias Kohl und Marius Jörres und Sebastian Knierim oder die Zwillingsbrüder Dominik und Florian Sauer, die ebenfalls schon in der 2. Bundesliga aktiv waren, sind gestandene Handballer.

Klein, aber fein

Die nordbadische Gemeinde Hirschberg an der Bergstraße hat zwar nur rund 9100 Einwohner, dafür aber in jedem der beiden Ortsteile eine überregional agierende Handball-Mannschaft.

Unumstrittene Nummer 1 ist dabei die SG Leutershausen, die nach über fünf Jahrzehnten mit zahlreichen Erfolgen, der Insolvenz 2006 und dem damit verbundenen Neuanfang in der 4. Liga inzwischen wieder in die (eingleisige) 2. Bundesliga zurückgekehrt ist.

Angesichts dieser starken lokalen Konkurrenz (auch die Heimspielstätte der Rhein-Neckar Löwen ist gerade einmal 20 Kilometer entfernt!) ist es überaus bemerkenswert, dass inzwischen auch der TV Germania Großsachsen zu den Top 100 im deutschen Männer-Handball gehört.

2010 schafften die Nordbadener erstmals den Sprung in die 3. Liga, konnten nach großen Verletzungsproblemen die Klasse jedoch nicht halten. Doch schon 2012 meldete sich der TVG zurück und sorgte als Aufsteiger gleich mächtig für Furore, als man sich nach neun Spieltagen auf dem 2. Tabellenplatz wiederfand.
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