Fürth
Fußball-Bundesliga

Fürther gehen als Tabellenletzter in die Winterpause

Auch im Kellerduell gegen den FC Augsburg schafft die SpVgg Greuther Fürth nicht den ersten Heimsieg. Das 1:1 hilft keinem der beiden abstiegsbedrohten Teams.
Lasse Sobiech (vorne) köpft zum 1:1 ein und rettet den Fürthern damit einen Punkt. Foto: Daniel Karmann/dpa
Lasse Sobiech (vorne) köpft zum 1:1 ein und rettet den Fürthern damit einen Punkt. Foto: Daniel Karmann/dpa
Nach dem Schlusspfiff war es ganz still im Ronhof-Stadion. Während die Spieler der SpVgg Greuther Fürth und des FC Augsburg ausgelaugt und mit hängenden Köpfen auf dem Platz standen, wussten die Fans beider Mannschaften nicht, ob sie pfeifen oder aufmunternden Beifall spenden sollten. Wenig später brachte Augsburgs Manager Jürgen Rollmann in den Katakomben unter der Haupttribüne die Stimmung auf den Punkt, als er sagte: "Man wird erst in einigen Monaten wissen, was dieser Punkt wert war."

Das 1:1 (0:0) im Abstiegs-"Endspiel" machte aber eines deutlich. Sollten sich beide Mannschaften auch nach der Winterpause in einer ähnlichen Verfassung präsentieren wie am Samstag, stehen die beiden Direktabsteiger aus der Fußball-Bundesliga frühzeitig fest.
Die Fürther enttäuschten insbesondere in der ersten Halbzeit auf der ganzen Linie, so dass es selbst dem sonst so redegewandten Vereinspräsidenten Helmut Hack auf seinem Tribünenplatz in der Pause die Sprache verschlug. Beim nun seit 15 Spielen sieglosen Aufsteiger, der mit nur neun Punkten und schon zehn Zählern Rückstand auf einen Nichtabstiegsplatz in die Winterpause geht, machten nach der Partie Durchhalteparolen die Runde. "Wir brauchen eine großartige Rückrunde, und die werden wir in Angriff nehmen", sagte Trainer Mike Büskens. "Wenn wir jetzt aufgeben, können wir gleich zuhause bleiben", meinte Mittelfeldspieler Stephan Fürstner, und Kapitän Mergim Mavraj, der in der 76. Minute mit Gelb-Rot vorzeitig vom Feld musste, versprach: "Wir werden in der Rückrunde mit voller Kraft angreifen."

Torflaute beendet

Ob das reicht, darf angesichts der mageren Ausbeute in der ersten Saisonhälfte bezweifelt werden. Immerhin beendete Lasse Sobiech mit dem 1:1-Ausgleichstreffer (69.) nach 513 Minuten ohne eigenen Treffer die vier Spiele andauernde Torflaute des Aufsteigers. Doch bei Sascha Mölders frühem Führungstreffer (10.) stellte sich die Fürther Abwehr zum wiederholten Mal in dieser Saison naiv an: Nach einem Freistoß kam der 1,87 Meter große Mittelstürmer aus fünf Metern unbedrängt zum Kopfball. "Auf eine Standardsituation kannst du dich vorbereiten. Wir hatten eine klare Zuordnung. So etwas darf nicht passieren", kritisierte Büskens, wollte aber nicht preisgeben, wer auf Mölders hätte achtgeben müssen. Bereits zum siebten Mal kassierte das "Kleeblatt" ein Gegentor in der Anfangsviertelstunde - das ist Ligahöchstwert!

Doch nicht nur in der Abwehr lassen die Franken Erstliga-Tauglichkeit vermissen. Von den elf erzielten Toren (auch hier ist die SpVgg Liga-Schlusslicht) haben die Fürther Angreifer bisher erst eines beigesteuert - durch den ausgeliehenen Brasilianer Edu, der in der Winterpause zu Schalke 04 zurückkehrt.

Neuer Stürmer kommt

Einen Nachfolger haben die Fürther bereits an der Angel. Der serbische Stürmer Nikola Djurdjic soll im neuen Jahr den Angriff beleben. Der 26-Jährige von FK Haugesund (Norwegen) war zuletzt an den schwedischen Europa-League-Teilnehmer Helsingsborgs IF ausgeliehen. "Wir versprechen uns von ihm mehr Qualität in der Offensive", sagte Büskens. 17 Partien, in denen es um 51 Punkte geht, bleiben seinem Team noch, dem direkten Wiederabstieg doch noch zu entgehen. Das sind auch 17 Chancen drinzubleiben", sagte Fürstner.

Die Fürther Fans dürften ihn beim Wort nehmen. Schließlich hatte ihnen der Verein nach dem Aufstieg "34 Feiertage" in der Bundesliga versprochen. Doch die Euphorie im Ronhof ist längst verflogen. Am Samstag waren in der Halbzeit erstmals in dieser Saison Pfiffe von den Rängen zu hören.

Die Statistik

SpVgg Greuther Fürth: Hesl - Nehrig, Sobiech, Mavraj, Schmidtgal - Fürstner - Klaus (71. Mikkelsen), Prib, Stieber - Asamoah (59. Azemi), Nöthe (78. Hefele) / FC Augsburg: Amsif - Vogt (46. Sankoh), Callsen-Bracker, Klavan, Ostrzolek - Baier - Musona (75. Petrzela), Koo, Werner (81. Sio) - Mölders, Oehrl / SR: Zwayer (Berlin) / Zuschauer: 16 340 / Tore: 0:1 Mölders (9.), 1:1 Sobiech (69.) / Gelbe Karten: - / Musona (2), Ostrzolek (2), Vogt (5), Werner (3) / Gelb-Rote Karte: Mavraj (76. - wiederholtes Foulspiel) / - / Rote Karte: - / Sio (85. - grobes Foulspiel) / Beste Spieler: Klaus - Werner