Fürth
Fußball

Fürther Abstieg ist trotz starker Leistung besiegelt

Den Franken droht nach dem 2:3 gegen Hannover ein historisches Fiasko. Bislang hat noch kein Bundesliga-Team die Saison ohne mindestens einen Heimsieg beendet.
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Am Zaun vor der Nordtribüne in der Fürther Trolli-Arena hingen am 9. März beim Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim zwei Transparente direkt nebeneinander. Auf dem linken war zu lesen "Der Abstieg ist kein Problem...", und auf dem rechten: "...doch wir wollen euch kämpfen sehen". Am Freitag, zum Heimspiel gegen Hannover, war das rechte Transparent ausgetauscht worden. Jetzt stand dort: "... doch wir werden als Derbysieger gehen!"

Die Lust am eigenen Untergang trieben die Fürther Fans nach der bitteren, weil so unverdienten 2:3-Niederlage, noch auf die Spitze. Während die Spieler frustriert auf dem Rasen standen, feierte der Kleeblatt-Anhang das Team mit tosendem Applaus und Sprechchören ("Derbysieger, Derbysieger, hey, hey, hey").
Vereinspräsident Helmut Hack hatte die Gesänge der Fans am Tag danach, als der Fürther Abstieg durch das 3:0 des FC Augsburg gegen den VfB Stuttgart besiegelt war, wohl noch in den Ohren, denn er sagte: "Unsere Fans waren in dieser Saison bundesliga-reif, wir waren es nicht."

Katastrophale Chancenverwertung

Dabei zeigte die SpVgg gegen den Europa-League-Teilnehmer eine couragierte Leistung, die durchaus Erstliga-Ansprüchen genügte. Doch wie so oft in dieser Saison brachten sich die Franken durch eine katastrophale Chancenverwertung sowie einige wenige Schnitzer in der Abwehr um die Früchte ihrer Arbeit. "Dieses Spiel war repräsentativ für die gesamte Saison", urteilte Kapitän Mergim Mavraj. 20 Torschüsse verzeichnete die Statistik für die Platzherren, nur acht für die Niedersachsen. "Hannover war gnadenlos effektiv", meinte der Fürther Trainer Franke Kramer, der seiner Mannschaft ein "leidenschaftliches Spiel" attestierte und ihr "nur sehr wenig" vorzuwerfen hatte.

Dennoch stand für die Fürther die vierte Heimniederlage in Folge zu Buche. Jetzt haben sie nur noch eine Chance, ein historisches Fiasko zu verhindern. In der 50-jährigen Bundesliga-Geschichte hat noch keine Mannschaft eine Saison ohne Heimsieg beendet. Den Franken droht dieses Alleinstellungsmerkmal, sollten sie am 11. Mai gegen den SC Freiburg nicht gewinnen. "Kein Spieler will mit so einer Schlagzeile dastehen", sagte Bernd Nehrig. Der Rechtsverteidiger meinte aber auch: "Ob wir am Ende mit oder ohne Heimsieg absteigen werden, ist irrelevant."

Ein letztes großes Ziel

Kapitän Mavraj hat den ersten Sieg vor eigenem Publikum zum letzten "großen Ziel" ausgerufen und ist angesichts der kämpferisch starken Leistungen in den Spielen gegen den 1. FCN und Hannover sicher, es auch zu erreichen. Auch Trainer Kramer hat die Flinte noch nicht ins Korn geworfen: "Wir haben nur noch dies eine Chance, von daher wird der Druck noch einmal größer. Aber die Mannschaft hat schon so viele Nackenschläge wegstecken müssen, damit werden wir auch noch fertig.
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