Bamberg
Fußball-Regionalliga Bayern

Eintracht Bamberg zwingt FC Bayern in die Knie

Der FC Eintracht Bamberg bringt im Spitzenspiel der Regionalliga mit einem 2:1 dem Tabellenführer aus München die erste Niederlage bei.
Riesenjubel nach dem schnellen 1:0 - es feiern (v. l.) Daniel Schäffler, Torschütze Nicolas Görtler, Marcus Fischer, Aleksander Hurec und Johannes Bechmann.  Foto: sportpress
Riesenjubel nach dem schnellen 1:0 - es feiern (v. l.) Daniel Schäffler, Torschütze Nicolas Görtler, Marcus Fischer, Aleksander Hurec und Johannes Bechmann. Foto: sportpress
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"Irgendwann sind sie fällig", sagte FCE-Trainer Dieter Kurth im Vorfeld der Partie. Und schob nach: "Ein Traum wäre ein Sieg, das wäre eine Sensation. Ein Unentschieden wäre eine Überraschung. Und eine Niederlage das, was alle erwarten." Am Ende wurde der Traum Wirklichkeit im Bamberger Fuchs-Park-Stadion vor einer beeindruckenden Kulisse.

Die Bamberger starteten furios: Lukas Görtler bediente Nicolas Görtler, dessen Schuss aus halbrechter Position schlug bereits in der 3. Minute neben dem Pfosten zur Führung ein. Kurz darauf ging ein Freistoß von Markus Fischer zwar weit über das Tor von Lukas Raeder, doch machten die Violetten in der Anfangsphase das wahr, was Trainer Dieter Kurth von ihnen gefordert hatte: Seine Mannschaft störte und attackierte früh. Die Bayern übernahmen zwar nach und nach das Kommando, doch sprangen Gelegenheiten aus dem Spiel nicht heraus.
Die zahlreichen Anhänger des Tabellenführers skandierten: "Auf geht's Bayern, kämpfen und siegen", doch einen wirklichen Kampf boten diese nicht.

Den Hausherren gelang es, sich ab und an bis zum Strafraum durch zu kombinieren, aber auch sie kamen zu keinem gefährlichen Abschluss. Zum ungünstigsten Zeitpunkt fiel dann doch der Ausgleich. Kurz vor dem Pausenpfiff hielt Tobias Schweinsteiger in eine Hereingabe von Mitchell Weiser seinen Fuß und erzielte so das 1:1.
Nach der Pause bot sich den 3650 Zuschauern ein ähnliches Bild wie in den ersten 45 Minuten. Allerdings erweckten die Bayern nun den Anschein, mehr Druck auf das Bamberger Tor ausüben zu wollen. Die Kurth-Elf spielte ihre wenigen Kontermöglichkeiten nicht konsequent zu Ende.

Torhüter hätte Rot sehen müssen

Anders in der 59. Minute: Christoph Kaiser schickte Nicolas Görtler auf die Reise, der umkurvte Raeder und wurde vom Torwart von den Beinen geholt. Schiedsrichter Johannes Hartmeier entschied auf Strafstoß, die Rote Karte gegen den Schlussmann ließ er aber stecken. Daniel Schäffler trat an und verwandelte zum 2:1.

Die Bayern reagierten nun entsprechend und drängten nach dem neuerlichen Rückstand auf den Ausgleich. Für die Domstädter war es bis zum Ende ein Spiel auf des Messers Schneide, ehe der Sieg in trockenen Tüchern war. Reihenweise vergaben die Gäste, bei denen vor allem der eingewechselte Julian Green für mächtig Wirbel sorgte, Großchancen. Die Bamberger Abwehr hatte bis zum Ende alle Hände voll zu tun, zumal Christoph Kaiser in der 87. Min. mit Gelb-Rot des Feldes verwiesen worden war und Referee Hartmeier vier Minuten nachspielen ließ. In jener Nachspielzeit hatten die Bayern durch Green und Schweinsteiger noch einmal zwei große Gelegenheiten, den Ausgleich zu besorgen, doch am Ende stand für das Team von Coach Eric ten Hag die erste Niederlage der laufenden Spielzeit zu Buche.

Der nahm diese relativ gelassen und erkannte die Leistung der Bamberger an: "In der ersten Halbzeit haben wir ein sehr schwaches Spiel gemacht. Man hat gesehen, Bamberg hat einen Plan. Sie haben mutig und aggressiv nach vorne gespielt und gepresst. Normalerweise bekommen wir das in den Griff. In der zweiten Hälfte haben wir das Spiel kontrolliert, aber durch Fehler das Tor kassiert. Dass bei den fünf, sechs Chancen für uns der Ausgleich nicht noch gefallen ist, ist ein kleines Wunder."

Kurth: Der Sieg war ein Traum

Sein Gegenüber Dieter Kurth zeigte sich mehr als zufrieden: "Normalerweise gibt es hier zur Sandkerwa Ergebnisse, die nicht zum Feiern sind. Wir haben ein schnelles Tor gemacht, das gut für das Selbstvertrauen war. Die Mannschaft hat gemerkt, unser Plan funktioniert. Wir wussten, dass wir den Gegner attackieren und beschäftigen müssen. Auch nach dem Ausgleich haben wir in der Pause gesagt, wir spielen so weiter, so lange uns unsere Füße tragen", zollte Kurth der Laufbereitschaft seiner Mannschaft Respekt. "Die Burschen haben 100 Prozent gebracht, einige haben sich am Ende gewundert, dass sie überhaupt noch stehen können. Der Sieg war ein Traum."

FC Eintracht Bamberg: Aller - Kishimoto, Kühnlein, Bechmann (54. Kettler), Altwasser, L. Görtler, Kaiser, Fischer (63. Hillemeier), Schäffler, Hurec (80. Beetz), N. Görtler /

FC Bayern München II: Raeder - Schmitz, Schwarz, Buck, Chessa (75. Sallahi), Strieder, Rankovic, Weihrauch (62. Fischer), Schöpf, Weiser (62. Green), Schweinsteiger /

SR: Hartmeier (Dettelbach) / Zuschauer: 3650 / Tore: 1:0 N. Görtler (3.), 1:1 Schweinsteiger (45.), 2:1 Schäffler (59., Foulelfmeter) / Gelbe Karten: Bechmann, Fischer, Kaiser, Kühnlein / Weihrauch / Gelb-Rote Karte: Kaiser / -