Bamberg
Basketball

Eine Niederlage, die schmerzt

Die 23-Punkte-Hypothek aus der schwachen ersten Halbzeit können die Brose Baskets im Pokalschlager gegen Bayern München nicht mehr wettmachen. Am Sonntag folgt das nächste Schlagerspiel gegen Oldenburg.
Eine beispielhafte Szene aus der ersten Halbzeit: Die Bayern gingen einfach mit mehr Intensität zu Werke: Hier wird Maik Zirbes (mit Ball) von den Münchnern Demond Greene, Steffen Hamann und Jared Homan (v. l.) attackiert. Foto: sportpress
Eine beispielhafte Szene aus der ersten Halbzeit: Die Bayern gingen einfach mit mehr Intensität zu Werke: Hier wird Maik Zirbes (mit Ball) von den Münchnern Demond Greene, Steffen Hamann und Jared Homan (v. l.) attackiert. Foto: sportpress
Zehn Minuten nach der Schlusssirene lagen die enttäuschten Bamberger Spieler bei ihren Dehnübungen auf dem Parkett und mussten die Schmährufe der Bayern-Fans über sich ergehen lassen. "Und ihr wollt deutscher Meister sein", sangen die Anhänger der Münchner. Der große Rivale hatte dem dreimaligen Double-Gewinner eine schmerzhafte 69:77-Niederlage beigebracht und sich mit diesem Triumph in der Höhle des Löwen die Chance gesichert, am 23./24. März in Berlin die Bamberger als Pokalsieger abzulösen.
"Diese Niederlage schmerzt mehr als jede andere, die ich in meinen Jahren hier in Bamberg hinnehmen musste. Wir dürfen einfach keiner Mannschaft hier vor unseren Fans eine 20-Punkte-Führung in der ersten Halbzeit erlauben", wirkte Kapitän Casey Jacobsen, der mit 20 Punkten und seinen drei Dreiern im Schlussviertel nach einer desaströsen ersten Halbzeit noch einmal Hoffnung aufkeimen ließ, frustriert.
"Wir wussten, dass sie sehr physisch spielen, in den Passwegen stehen und darauf aus sind, durch Ballgewinne Schnellangriffe zu starten. Darauf waren wir vorbereitet, aber es entstand der Eindruck, dass uns das überrascht hätte. Deshalb sind wir so enttäuscht", blickte Jacobsen auf die ersten 20 Minuten, in denen sie von den Bayern regelrecht auseinander genommen wurden, zurück.
"Wir hatten zu viele Ballverluste und ließen hinten zu viele einfache Punkte zu. Anstatt dass wir die erste Halbzeit mit zehn, zwölf Punkten verlieren, verlieren wir sie mit 23", schilderte Anton Gavel (15 Punkte), der sich in seinen über 31 Minuten Spielzeit verbissen gegen das Ausscheiden wehrte, das Debakel vor der Pause.
Nach dem Seitenwechsel kämpften sich die Bamberger dann zwar zurück und hätten den Spieß fast noch umgedreht. Weitere Ballverluste (insgesamt 18) und die Tatsache, dass sich die Münchner selbst nach vergebenen Freiwürfen den Rebound sichern konnten, stoppten aber die Aufholjagd.

Fan attackiert Schiedsrichter und entschuldigt sich sofort

Sauer auf die Schiedsrichter waren die Bamberger Fans, nachdem ein Korb von Jay Massey wegen eines angeblichen Offensiv-Fouls annulliert wurde. Die Brose Baskets wären eineinhalb Minuten vor dem Ende bis auf zwei Punkte dran gewesen. Als die Unparteiischen nach der Partie die Halle verließen, flog eine Klatschpappe und traf einen der Schiedsrichter im Nacken. Der Fan entschuldigte sich aber sofort für sein Fehlverhalten beim Referee und will auch die Geldstrafe, die die Attacke wohl nach sich ziehen wird, übernehmen.
"Wir haben viele Fehler gemacht und auch die Freiwürfe nicht getroffen. Das hat uns dann auch den Rhythmus gekostet. Am Ende braucht man sich dann nicht wundern", stellte Manager Wolfgang Heyder fest.
Der Ex-Bamberger Demond Greene, der kurz vor der Pause mit seinen beiden Dreiern die Brose Baskets ein weiteres Mal geschockt hatte, freute sich. "Dieser Einzug ins Top Four ist gut für unser Selbstvertrauen. Wir haben am Anfang den Bambergern den Schneid abgekauft, waren viel aggressiver", betonte der Routinier.
Anton Gavel glaubt nicht, dass diese Pleite Auswirkungen auf den weiteren Saisonverlauf hat. "Wir sind aus einem Wettbewerb ausgeschieden, mehr nicht. Wir sind nach Niederlagen immer gut zurückgekommen", stellte Gavel fest.

Wiedersehen mit Julius Jenkins

Eine gute Chance, die Dominanz in der Bundesliga zu unterstreichen, besitzen die Brose Baskets gleich am Sonntag (17 Uhr) im Schlagerspiel gegen den Verfolger aus Oldenburg. Die EWE Baskets mussten am Mittwoch bei der knappen 77:78-Niederlage in Quakenbrück ebenfalls ihre Hoffnungen vom Einzug in die Pokal-Endrunde begraben. Mit dem 82:67-Erfolg am letzten Wochenende gegen Alba Berlin unterstrichen der derzeit herausragende Ricky Paulding und seine Mitstreiter, zu denen auch der Ex-Bamberger Julius Jenkins zählt, dass sie in dieser Saison zu den Titelanwärtern zählen.

Basketball im Überblick

Brose Baskets Bamberg - EWE Baskets Oldenburg
(Sonntag, 17 Uhr, Stechert-Arena, Livestream auf brosebaskets.tv)
Bamberg Ford, Gavel, Gipson, Goldsberry, Jacobsen, Nachbar, Massey, Neumann, Schmidt, Tadda, Zirbes
Oldenburg Bahiense de Mello, Burrell, Chubb, Freese, Jenkins, Joyce, Kramer, Paulding, Smeulders, Smit, Wysocki

Ferner spielen Würzburg - Quakenbrück, Bayreuth - Frankfurt, Braunschweig - Trier, Tübingen - Hagen, Bonn - Ulm (ab 20.05 Uhr live bei Sport1), Gießen - Ludwigsburg (alle Samstag);
München - Berlin (ab 13.15 Uhr live bei Kabel1), Weißenfels - Bremerhaven (beide Sonntag)