Bamberg
Basketball-Bundesliga

Ein dickes Ausrufezeichen der Brose Baskets

Die Brose Baskets feiern den ersten Sieg der Saison über Alba Berlin und starten als Erster in die Play-offs. Neumann und Gavel liefern überragende Vorstellungen ab.
Philipp Neumann stopft den Ball in den Korb. Der 21-Jährige entzauberte Albas Riesen und war nach der Pause der beste Akteur auf dem Feld, nachdem in der ersten Halbzeit Anton Gavel geglänzt hatte. Foto: sportpress
Philipp Neumann stopft den Ball in den Korb. Der 21-Jährige entzauberte Albas Riesen und war nach der Pause der beste Akteur auf dem Feld, nachdem in der ersten Halbzeit Anton Gavel geglänzt hatte. Foto: sportpress
"Albakiller, Albakiller", tönten die Brose-Fans bereits 61 Sekunden vor dem Ende, die Bamberger Anhänger freuten sich nach zuvor drei Niederlagen in dieser Saison gegen den Erzrivalen aus Berlin über den ersten Sieg. Neben dem psychologischen Effekt, zwei Wochen vor dem Start in die Play-offs den zweiten Euroleague-Teilnehmer in die Schranken gewiesen zu haben, sicherte sich der dreimalige Double-Gewinner mit dem 89:80 (52:36)-Erfolg zudem vorzeitig den ersten Platz nach der Hauptrunde und damit den Vorteil, in allen Play-off-Duellen den wichtigen Heimvorteil zu genießen.
"Es war vor allem wichtig, dass wir mit einem guten Gefühl in die Play-offs gehen. Jetzt wissen wir, dass wir solche Mannschaften schlagen können", freute sich Manager Wolfgang Heyder. Und das Team von Trainer Chris Fleming hat mit diesem Sieg bewiesen, dass es sich trotz des Verletzungspechs - A.J.
Ogilvy (Zehenverletzung) und Matt Walsh (Meniskuseinriss) fehlten - auf dem richtigen Weg befindet und die 73:74-Niederlage am Mittwoch gegen die Artland Dragons nur ein Ausrutscher war.
Der Tabellenführer hatte seine Lehren aus den drei Niederlagen gegen Berlin gezogen - diesmal waren es die Brose Baskets, die mit einer aggressiven Verteidigung der Partie von der ersten Sekunde an ihren Stempel aufdrückten. "Unsere Führungsspieler haben uns gut ins Spiel gebracht und verdienen heute ein großes Lob", bedankte sich Fleming vor allem bei Anton Gavel und Casey Jacobsen, die mit ihrer Energie und Erfahrung zusammen mit Alex Renfroe, Sharrod Ford und Maik Zirbes den Albatrossen schnell die Flügel stutzten und schon nach drei Minuten eine zweistellige Führung (12:2) herausgeschossen hatten. "Wir sind wie die Chorknaben ins Spiel gegangen", kritisierte Alba-Boss Marco Baldi den Auftritt seiner Jungs in diesem ersten Viertel (26:12).

Gavel mit fünf Dreiern vor Pause

Der überragende Gavel, der 19 seiner 21 Punkte (5 Dreier) in der ersten Halbzeit erzielte, und ein bärenstarker Philipp Neumann unter dem Korb (19 Punkte/5 Rebounds), waren nur mit Fouls zu stoppen (Neumann sieben-, Gavel sechsmal) und bauten den Vorsprung bis zur Pause auf 52:36 aus. "Ich bin stolz, welche Reaktion die Mannschaft nach der Niederlage gegen Artland gezeigt hat. Das war eine tolle Teamleistung und eine herausragende Performance von Philipp. Wenn wir mal keine Lösung gefunden haben, hat er etwas aus dem Hut gezaubert. Der Junge verdient großes Lob", freute sich der Trainer mit dem Center-Talent, der schon häufig in dieser Saison in die Bresche gesprungen war, wenn ihn die Mannschaft auf Grund von Verletzungen der langen Leute brauchte.
"Das war einfach ein geiles Basketball-Spiel. Jeder der heute in der Halle und nicht gerade Berlin-Fan war, hatte viel Spaß. Wir haben nichts verlernt, sind immer noch Erster in der Tabelle und haben niemanden zu fürchten - mit diesem Gefühl gehen wir in die Play-offs", tönte der 21-Jährige.
Nach der Pause zeigten die "Chorknaben" zwar ihr anderes Gesicht, gingen mit viel Energie und Härte zur Sache, doch die Hausherren hatten im Gegensatz zum Mittwoch immer die passende Antwort parat. "Es war auch mal Zeit. Wenn wir gegen Artland gute Plays hatten, haben wir in der Defensive immer wieder sofort die Antworten bekommen. Heute war das anders, uns sind die wichtigen Stopps gelungen", freute sich Gavel, der wieder einmal an beiden Enden des Feldes Herausragendes leistete.
Kapitän Jacobsen, der schon vor der Partie von den Fans als "Basketball-Gott" gefeiert worden war, warnte aber davor, diesen Sieg überzubewerten: "Alba hat uns dreimal geschlagen, jetzt steht es lediglich 1:3, das ist nicht so gut. Wenn es in einer Serie 1:3 steht, sind wir raus." Der 32-Jährige blickt aber zuversichtlich in die Zukunft: "Wir waren auf dem Weg, das Momentum und Selbstvertrauen zu bekommen. Die Niederlage gegen Artland hat uns dahingehend ein wenig gestoppt. Deshalb war es gut, dass wir uns als Team zurückgemeldet haben."
Jetzt können sich die Bamberger in den verbleibenden beiden Partien der Hauptrunde weiter für die Play-offs einspielen. Nach dem Auftritt am Dienstag in Bremerhaven birgt das Frankenderby am nächsten Samstag in Würzburg viel Brisanz. Im Falle eines Sieges der Unterfranken wären sie wohl im Viertelfinale Gegner der Brose Baskets.