Bamberg
Basketball-Euroleague

Die einmalige Chance nutzen

Die Brose Baskets können sich heute mit einem Heimsieg gegen Partizan Belgrad für die Top 16 qualifizieren.
Boki Nachbar (r.) zeigt hier gegen Vladimir Dasic von Besiktas Istanbul seine ganze Entschlossenheit. Foto: sportpress
Boki Nachbar (r.) zeigt hier gegen Vladimir Dasic von Besiktas Istanbul seine ganze Entschlossenheit. Foto: sportpress
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Es gibt gute und schlechte Erinnerungen an den letzten Auftritt von Partizan Belgrad in der Stechert-Arena: Am 28. November 2007 feierten die Brose Baskets mit dem 78:62 den damals ersten Sieg in der Euroleague-Saison - die Partie wurde aber auch von Zuschauer-Ausschreitungen der serbischen Hooligans, die aus der Schweiz und Luxemburg angereist waren, überschattet. Auch wenn sich für heute (20.45 Uhr/TVO live) wieder gewaltbereite Partizan-"Fans" angekündigt haben, steht hoffentlich die sportliche Brisanz der Partie im Vordergrund.

"Aus Position Kapital schlagen"

"Das ist vielleicht das größte Euroleague-Spiel meiner Bamberger Karriere, aber auch der Karriere von John Goldsberry, Anton Gavel und Karsten Tadda. Wir hatten noch nie so eine Gelegenheit wie diese.
Im wirklich letzten Spiel der normalen Runde können wir den Top-16-Einzug perfekt machen", freut sich Bambergs Kapitän Casey Jacobsen auf die einmalige Chance, vor heimischem Publikum den Traum vom zweiten Zwischenrunden-Einzug nach 2006 zu verwirklichen.
"Wenn jemand vor der Saison gesagt hätte, ihr habt es im letzten Spiel vor eueren fantastischen Fans in der eigenen Hand, das Weiterkommen zu sichern, dann hätte das jeder sofort unterschrieben. Das ist die Position, für die wir die ganze Saison gekämpft haben. Daraus gilt es jetzt Kapital zu schlagen", fiebert auch Bostjan "Boki" Nachbar dem "Endspiel" entgegen.
Auch Philipp Neumann, der 20-jährige Nachwuchs-Center, der es auch am Montag beim 107:80-Sieg in der Bundesliga gegen Phoenix Hagen einige Male so richtig krachen ließ, ist hoffnungsfroh: "Wir wollten auf jedem Fall mit einem guten Gefühl in die Partie gegen Partizan gehen, das war uns wichtig. Aber vor allem in der Defensive müssen wir noch ein bisschen enger zusammenrücken und stabiler werden."
Trainer Chris Fleming euphorisierte am Montag gleich nach der Schlusssirene die Bamberger Fans: "Wir müssen Partizan zeigen, was Freak City bedeutet." Nachdem die Spieler und Trainer in der Pionir-Arena mit Münzen beworfen und bespuckt worden seien, gelte es heute mit friedlichen Mitteln für eine Höllenstimmung zu sorgen, damit die Brose Baskets auf der Erfolgswelle schwimmen.
Aber auch Belgrad hat die Chance, noch das Top 16 zu erreichen. Sollte Partizan in Bamberg gewinnen, muss aber gleichzeitig Vilnius in Istanbul verlieren, da der direkte Vergleich für Lietuvos Rytas spricht.

Partizan verpasst die Sensation

Partizan musste am Sonntag hart kämpfen, um sich in der Adria-Liga mit 68:58 gegen Skopje durchzusetzen und den zweiten Tabellenplatz (9:3-Siege) hinter Igokea Aleksandrovac (Bosnien/10:2) zu behaupten. In der Euroleague schrammten Vladimir Lucic, der in der Königsklasse mit 13,6 Zähler im Schnitt als Einziger zweistellig punktet, in der letzten Woche nur haarscharf an einer Sensation vorbei: Gegen das Star-Ensemble des FC Barcelona gaben sich die Serben erst nach Verlängerung hauchdünn mit 67:68 geschlagen.
Die Brose Baskets müssen sich also heute auf den Punkt topfit präsentieren, um wie 2007 einen Basketball-Feiertag gegen Partizan zu realisieren.

Überblick

Brose Baskets Bamberg - Partizan Belgrad
(Donnerstag, 20.45 Uhr, Stechert-Arena, TVO live)

Bamberg Ford, Gavel, Gipson, Goldsberry, Jacobsen, Nachbar, Neumann, Ogilvy, Richter, Schmidt, Tadda, Zirbes

Belgrad Andusic, Bertans, Cakarevic, Djekic, Gagic, Gordon, Lucic, Milosavljevic, Milutinov, Musli, Thomas, Westermann

Ferner spielen Barcelona - Moskau, Istanbul - Vilnius