Bamberg
Basketball

Deutsche Basketballauswahl auf gutem Weg

Die deutsche Mannschaft tankt mit dem Sieg über Schweden in Bamberg Selbstvertrauen für die EM, wo die Zwischenrunde das Ziel ist.
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Die Erleichterung war Bundestrainer Frank Menz und seinen Jungs am Freitagabend in der Bamberger Frankenhölle, in der 5000 Fans für ordentliche Stimmung sorgten, deutlich anzumerken: Nach zuvor sieben Niederlagen in acht Testspielen für die Europameisterschaft (4. bis 22. September) gegen allerdings hochkarätige Kontrahenten verabschiedete sich die deutsche Basketball-Nationalmannschaft mit einem 78:66-Sieg über Schweden Richtung Slowenien.

Zirbes und Pleiß dominieren Brett

"Wir wollten unbedingt gut spielen und gewinnen. Es ist größtenteils ganz gut gelaufen. Das war auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung", resümierte Bambergs Center Maik Zirbes, der sich über diesmal fast 18 Minuten Spielzeit freute und sich für das Vertrauen des Bundestrainers mit 13 Punkten (bei nur einem Fehlwurf) und fünf Rebounds bedankte.
"In vielen Vorbereitungsspielen hatten wir zu wenig Struktur in unserem Spiel und haben zu viele einfache Körbe zugelassen.

Das war diesmal aber besser als sonst. Wir haben schnell nach vorne gespielt und teilweise schnell abgeschlossen, aber auch Geduld bewiesen", analysierte der 2,07-Meter-Mann, der zusammen mit seinem Vorgänger auf der Center-Position in Bamberg, Tibor Pleiß (12 Punkte/9 Rebounds) am Brett kräftig aufräumte. Insgesamt sicherte sich das DBB-Team 40 Abpraller gegen Schweden und belohnte sich so für die engagierte Abwehrarbeit, mit der man den Skandinaviern kaum einmal einen freien Wurf gestattete.

"Wir haben fast zwei Monate jeden Tag im Training Vollgas gegeben. Unser Ziel ist es, uns in jedem Spiel eine Siegchance zu erarbeiten, das Maximale rauszuholen. Wir müssen gucken, was geht und was nicht. Der positive Trend stimmt uns auf jeden Fall zuversichtlich. Es war sehr wichtig, dass wir diesen letzten Test positiv gestaltet haben", freute sich Heiko Schaf-fartzik, der künftig für die Münchner Bayern auf Korbjagd gehen wird. Mit 17 Punkten (4 Dreier, kein Fehlwurf), sechs Rebounds und fünf Assists war der Kapitän der überragende Mann im deutschen Team und munterte seine größtenteils unerfahrenen Mitspieler immer wieder auf.

"Heiko hat heute eine ganz wichtige Rolle gespielt. Aber auch Robin Benzing und Per Günther, die lange nicht voll trainieren konnten, haben sich gut präsentiert", zollte der Bundestrainer seinem Spielmacher großes Lob und betonte: "Das war ein wichtiger Sieg zum Abschluss eines schweren Testspielprogramms. Wir wissen, was wir leisten können, auch wenn wir viele Spiele nicht gewonnen haben. Es ist wichtig, dass wir mit Selbstvertrauen und Leidenschaft auftreten. Ich freue mich, wie sich die Mannschaft in diesem letzten Test präsentiert hat", resümierte Menz. Zusammen mit NBA-Star Dirk Nowitzki, der die Partie in einer der Logen der Stechert-Arena verfolgt hatte, ließ die Mannschaft bei einem gemeinsamen Abendessen die Vorbereitung ausklingen.

Tadda hat sich etabliert

Weder Schaffartzik noch Menz wollten sich auf eine konkrete Zielvorgabe für die am Mittwoch mit der Partie gegen den Mitfavoriten Frankreich beginnende Europameisterschaft festlegen. Bambergs "Kettenhund" Karsten Tadda hingegen stellte unmissverständlich fest: "Wir wollen in die Zwischenrunde." Der dafür nötige dritte Platz in der Gruppenphase scheint angesichts der weiteren Gegner aus Belgien, der Ukraine, Großbritannien und Israel machbar.

Einen Dreier, fünf Rebounds und drei Assists steuerte der 24-jährige Bamberger neben seiner gewohnt aggressiven Verteidigung zum Erfolg bei. "Das war schon ein Schritt nach vorn. Schweden hat zwar ohne seinen Topspieler Jerebko gespielt. Wir haben aber ansatzweise gezeigt, was wir zu leisten in der Lage sind, wenn wir den Ball gut laufen lassen. Wenn wir schnell nach vorne spielen, können wir leichte Punkte erzielen", sieht Tadda die Taktik des Bundestrainers vor der Abreise am Montag gut umgesetzt.