Nürnberg

Der Club will die Bayern ärgern

Zum 185. Mal stehen sich am Samstag der 1. FC Nürnberg und der FC Bayern München gegenüber. Wie fast immer im fränkisch-bayerischen Derby ist der Rekordmeister klarer Favorit.
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Am 31. März dieses Jahres standen sich der 1. FC Nürnberg und der FC Bayern München zum bislang letzten Mal gegenüber. Das 184. Derby entschieden die Bayern im Nürnberger Stadion durch ein Tor von Arjen Robben mit 1:0 für sich.  Foto: sportpress
Am 31. März dieses Jahres standen sich der 1. FC Nürnberg und der FC Bayern München zum bislang letzten Mal gegenüber. Das 184. Derby entschieden die Bayern im Nürnberger Stadion durch ein Tor von Arjen Robben mit 1:0 für sich. Foto: sportpress
Gegen das Flaggschiff des deutschen Fußballs ist der Kapitän wieder an Bord. Raphael Schäfer macht kein Hehl daraus, dass er sich mächtig freut auf sein Comeback nach dreiwöchiger Verletzungspause. "Für mich ist das schon ein besonderes Spiel. Sich mit dem absoluten Top-Team der Liga messen zu dürfen, ist eine wunderschöne Sache", sagt der Torhüter des 1. FC Nürnberg vor dem 185. Derby heute Nachmittag (15.30 Uhr) gegen Rekordmeister FC Bayern München.
Wie (fast) immer, wenn sich die Traditionsklubs aus dem Freistaat gegenüber stehen, sind die Rollen im Vorfeld klar verteilt. Die Elf von Trainer Jupp Heynckes reist mit der Referenz von fünf Siegen und 15:0 Toren aus den bisherigen fünf Bundesliga-Auswärtsspielen dieser Saison an, während der Club erst vor zwei Wochen beim 1:0-Arbeitssieg gegen den VfL Wolfsburg sein erstes Erfolgserlebnis vor eigenem Publikum feiern konnte. Der FCB ist wieder mal souveräner Tabellenführer, dem 1. FCN droht bei einer Niederlage erstmals in dieser Spielzeit das Abrutschen auf einen Abstiegsplatz. Und das eine Woche vor dem Franken-Derby in Fürth!
"Wichtig ist, dass wir dort nicht am 34. Spieltag stehen", will sich Schäfer auf derartige temporäre Marginalien gar nicht erst einlassen, ohne freilich einen Coup gegen die Bayern auszuschließen. "Wir wollen die Bayern ärgern. Dazu müssen wir aber schon einen Sahnetag erwischen und hoffen, dass sie uns ein wenig auf die leichte Schulter nehmen werden", betont der zuletzt wegen Achillessehnenbeschwerden pausierende 33-Jährige.

Hecking kämpferisch

Kämpferischer gibt sich Dieter Hecking. "Man hat immer eine Chance. Jeder sagt schon im Vorfeld, die Punkte liegen eh schon in München. Das kann ich nicht leiden", meint der Club-Trainer. " Ich habe den Mut zu sagen: Wir bieten den Bayern die Stirn. Die Münchner dürfen nicht das Gefühl haben, dass sie die Punkte hier so im Vorbeigehen mitnehmen können", appelliert er an die rustikalen Tugenden seiner Elf.
Die Rochade zwischen Raphael Schäfer und seinem jungen Stellvertreter Patrick Rakovsky (19) wird nicht die einzige Änderung im Club-Team bleiben. Für den nach der fünften Gelben Karte gesperrten Mittelfeldspieler Hanno Balitsch rückt voraussichtlich der Ex-Bayer Markus Feulner ins Team. Außerdem kehrt mit hoher Wahrscheinlichkeit Routinier Javier Pinola auf seine angestammte Position als linker Außenverteidiger zurück.
Der Rekordmeister muss heute auf Arjen Robben verzichten. Nach seiner mehrwöchigen Pause wegen muskulärer Probleme vor Monatsfrist zwingt den Niederländer vom FC Bayern nun ein leichter Muskelfaserriss erneut zum Zuschauen. Der hollänische Nationalspieler hatte sich die Blessur beim torlosen Remis gegen die deutsche Auswahl zugezogen, wie Bayern-Trainer Jupp Heynckes am Freitag verkündete.

Ribéry angeschlagen

Neben Robben sind auch die angeschlagenen Franck Ribéry (Prellung) und Luiz Gustavo (Muskelbeschwerden) fraglich. Dafür kann Heynckes wieder mit den genesenen Nationalspielern Mario Gomez und Holger Badstuber planen, die nach ihren Verletzungen vor dem Sprung zurück in den 18er-Kader stehen.
Fast schon etwas Langeweile macht sich angesichts des einsamen Erfolgszugs der Bayern im Meisterschaftskampf breit, doch einlullen lassen wollen sich die Bayern-Bosse diesmal auf gar keinen Fall. "Wir haben jetzt wichtige Wochen vor uns, die in Nürnberg beginnen. Es gilt mit hoher Konzentration und großem Willen die Spiele anzugehen", mahnte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. Kurz und knapp: "Einfach weitermachen - und es ein Stück besser machen als in der vergangenen Saison."
Wie wichtig Heynckes und seine Profis die Aufgabe beim fränkischen Nachbarn nehmen, zeigte sich schon bei der Jahreshauptversammlung am Donnerstagabend. Als Vertreter der Mannschaft ließ sich allein Vize-Kapitän Bastian Schweinsteiger auf der Veranstaltung blicken. Nach nur 80 Minuten verordnete Präsident Uli Hoeneß, der mit überwältigender Mehrheit in seinem Amt bestätigt wurde, seinem Nationalspieler Feierabend.

Voraussichtliche Aufstellungen

1. FC Nürnberg: Schäfer - Chandler, Nilsson, Klose, Pinola - Feulner, Simons - Kiyotake, Gebhart, Esswein - Pekhart
FC Bayern München: Neuer - Lahm, Dante, Badstuber, Alaba - Timoschtschuk, Schweinsteiger - Müller, Kroos, Ribéry - Mandzukic

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