Würzburg
Basketball-Bundesliga

Bruder-Duell in Würzburg: medi Bayreuth gegen s.Oliver Baskets

Es ist nicht das erste Trainer-Duell zwischen Michael und Stefan Koch - doch mit Sicherheit das brisanteste. Schließlich kann Michael (medi Bayreuth) seinen Bruder Stefan (s.Oliver Baskets Würzburg) in die Zweitklassigkeit verabschieden. In Tübingen hoffen sie auf einen fairen Vergleich.
Die Basketballtrainer Michael Koch (links) und Stefan Koch. Michael (medi Bayreuth) kann am 1. Mai seinen Bruder Stefan (Baskets Würzburg) in die Zweitklassigkeit verabschieden. Fotos: Jaspersen/Strobel/dpa
Die Basketballtrainer Michael Koch (links) und Stefan Koch. Michael (medi Bayreuth) kann am 1. Mai seinen Bruder Stefan (Baskets Würzburg) in die Zweitklassigkeit verabschieden. Fotos: Jaspersen/Strobel/dpa
Ein Kochduell entscheidet womöglich darüber, wer aus der Basketball-Bundesliga neben Rasta Vechta den Gang in die Zweitklassigkeit antreten muss. Denn ausgerechnet Michael Koch kann mit seinem seit dem Wochenende geretteten Team von medi Bayreuth seinen Bruder Stefan und die s.Oliver Baskets Würzburg aus der Ersten Liga verabschieden. Das Aufeinandertreffen der beiden Brüder bildet am Donnerstag (15.00 Uhr) den brisanten Abschluss einer packenden Hauptrunden-Saison.

"Das ist ein Thema für die Medien, nicht für uns", wiegelte Stefan Koch vor der Partie jedoch ab. "Als wir das erste Mal als Trainer aufeinandergetroffen sind, war es für mich etwas Besonderes. Doch inzwischen ist es das nicht mehr", sagte der 50-Jährige.

Würzburg muss auf Hilfe von Phoenix Hagen hoffen

Der ältere der beiden Brüder will sich lieber auf die Leistung seines Teams konzentrieren, das den Klassenverbleib nach vier Niederlagen aus den vergangenen fünf Partien aber nicht mehr selbst in der Hand hat. Denn wenn am Tag der Arbeit die Walter Tigers Tübingen parallel gegen Phoenix Hagen gewinnen (15.00 Uhr/Sport1), wäre ein Würzburger Erfolg ohne Bedeutung, da der direkte Vergleich für Tübingen spricht.

Für die Baskets aus der Heimatstadt von Basketball-Superstar Dirk Nowitzki würde eine turbulente Saison damit katastrophal enden. In der Hinserie wurde der Club von finanziellen Turbulenzen erschüttert, die in einem Abzug von zwei Punkten mündeten. Zwei Zähler, die in der Endabrechnung fehlen könnten.

Als Stefan Koch den Posten des Cheftrainers in Würzburg Ende November 2013 übernahm, wusste er also, was auf ihn zukam. Ist die Aufgabe bei den Franken deshalb die bislang schwerste für den Ex-Coach der Artland Dragons? "Ach, das ist immer schwer zu sagen", meint Koch, "es ist die aktuelle Aufgabe, deshalb fühlt es sich derzeit vielleicht so an."

Seit Kleber-Verletzung geht es bergab

Zwischenzeitlich sah es so aus, als ob der in Fachkreisen für sein hohes Basketballwissen sehr geschätzte Koch die Probleme in Würzburg in den Griff bekommen würde. Doch seit der Verletzung von Jung-Star Maxi Kleber geht es mit den Baskets wieder bergab. "Dadurch fehlt uns einfach Größe unter den Körben, was unsere Nachteile im Rebound erklärt", sagte Koch. Gegen Bayreuth droht nun auch noch Center Jason Boone auszufallen, dem nach seiner Rangelei im Spiel bei ALBA Berlin am vergangenen Sonntag eine Sperre droht.

Michael Koch wird die Geschehnisse in Würzburg genau registrieren, mit Äußerungen zum brisanten Duell mit seinem Bruder hält er sich zurück. Der Europameister von 1993 ist erst einmal froh, dass es ihm gelungen ist, sein eigenes Bayreuther Team in der Liga zu halten. Dennoch setzen sie in Tübingen darauf, dass der langjährige Coach der Telekom Baskets Bonn seine Spieler noch einmal derart motivieren kann, dass sie in Würzburg 40 Minuten lang dagegenhalten. Nicht, dass nach dem Koch-Duell am Ende ein fader Beigeschmack bleibt.