Quakenbrück
Basketball-Bundesliga

Brose Baskets verlieren zweimal in 48 Stunden

Die Brose Baskets Bamberg verlieren 48 Stunden nach der Niederlage in Barcelona auch bei den Artland Dragons. Der Meister zieht mit 72:78 den Kürzeren.
Quakenbrücks Neuzugang Bryce Taylor (r.)  zieht an Bostjan Nachbar vorbei. Foto: Rolf Kamper
Quakenbrücks Neuzugang Bryce Taylor (r.) zieht an Bostjan Nachbar vorbei. Foto: Rolf Kamper
Zwei Tage nach dem 60:72 beim FC Barcelona zum Euroleague-Auftakt haben die Brose Baskets auch in der Basketball-Bundesliga ihre erste Niederlage hinnehmen müssen. Die Bamberger verloren am Sonntag bei den Artland Dragons Quakenbrück mit 72:78 (35:44). Damit gelang den Niedersachsen die Revanche für das klare Halbfinal-Aus in der letztjährigen Play-off-Serie. Zudem feierten sie nach sieben Niederlagen in Folge den ersten Sieg über den deutschen Meister und Pokalsieger seit eineinhalb Jahren.

Fleming: nicht clever genug


"Die Dragons haben das Spiel durch ihre gute Reboundarbeit und Defense gewonnen, wir haben nicht so clever gespielt. Das ist ein Prozess für uns. Wir verlassen uns offensiv momentan zu sehr auf Bostjan Nachbar", meinte der Bamberger Trainer Chris Fleming. Sein Quakenbrücker Kollege Stefan Koch wollte den Sieg über das dominierende deutsche Team der letzten drei Jahre nicht überbewerten: "Bamberg hat vor nicht einmal 48 Stunden ein schweres Europapokal-Auswärtsspiel absolviert, was eine enorme Belastung war."

Anders als in den ersten beiden Bundesliga-Spielen dieser Saison konnte das neuformierte Bamberger Team als Mannschaft am Sonntag nicht überzeugen. Lediglich der wieder einmal bärenstarke Nachbar (27 Punkte/9 Rebounds), Sharrod Ford (14/7) und Anton Gavel (17/4 Assists) setzten im Angriff Akzente. Insbesondere Casey Jacobsen, der ohne Punkt blieb, hatte einen rabenschwarzen Tag erwischt. Der Teamkapitän war mit seinen acht Fehlwürfen aus der Distanz maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Dreierquote der Gäste nur 23 Prozent betrug.

Unter den Körben erhielten Nachbar und Ford von Maik Zirbes und Philipp Neumann zu wenig Unterstützung, so dass sich die Quakenbrücker insgesamt 17 Offensivrebounds angeln konnten. Und auch die hohe Zahl an Ballverlusten (18), die "wir auf eine hirnrissige Art und Weise produziert haben" (Fleming), trug schließlich dazu bei, dass der dreifache Doublegewinner die Heimfahrt als Verlierer antrat.

Williams musste aussetzen


Die Bamberger mussten wegen der neuen Ausländerregelung auf einen ihrer sieben Akteure ohne deutschen Pass verzichten. Sie entschieden sich dafür, Neuzugang Latavious Williams nicht einzusetzen, da der US-Amerikaner erst wenige Male mittrainiert hat.

Nach gutem Start gerieten die Gäste bereits im ersten Viertel in Rückstand. Nach 28 Minuten schienen die Quakenbrücker bei ihrem 14-Punkte-Vorsprung (57:43) endgültig auf die Siegerstraße einzubiegen. Doch urplötzlich befreiten sich die Bamberger aus ihrem Loch, das sie sich bis dahin selbst gegraben hatten. Nach 34 Minuten lagen die Brose Baskets mit 62:61 vorne, doch Quakenbrück um den überragenden Bryce Taylor konterte mit einem 9:0-Lauf (36.).

Eine Minute vor Spielende war der Meister zwar noch einmal in Reichweite (71:67), doch Gavels zweiter Fehlwurf von der Dreierlinie sowie ein Offensivfoul von Ford machten die letzten Hoffnungen auf einen Sieg an Flemings ehemaliger Wirkungsstätte zunichte.

Basketball-Statistik


Artland Dragons Quakenbrück - Brose Baskets Bamberg 78:72
(28:24, 16:11, 13:16, 21:21)

Quakenbrück Taylor (21 Punkte /1 Dreier), King (14), Drevo (12/2), Haynes (10/2), Popovic (8), Valters (8), Kerusch (5/1), Strasser, Grünheid
Bamberg Nachbar (27/4), Gavel (17), Ford (14/1), Tadda (5), Gipson (4), Goldsberry (3/1), Zirbes (2), Jacobsen, Neumann
SR Lottermoser, Matip, Groll
Zuschauer 3000 (ausverkauft)
Gesamtwurfquote Quakenbrück 36 Prozent (25 Treffer/70 Versuche) / Bamberg 44 (24/54)
Dreierquote Quakenbrück 23 Prozent (6 Treffer/26 Versuche) / Bamberg 23 (6/26)
Freiwurfquote Quakenbrück 79 Prozent (22/28) / Bamberg 78 (18/23)
Rebounds Quakenbrück 43 (26 defensiv/17 offensiv) / Bamberg 37 (31/6)
Ballgewinne/-verluste Quakenbrück 9/12 / Bamberg 3/18
Assists Quakenbrück 12 / Bamberg 11
Fouls Quakenbrück 22 / Bamberg 26