Bamberg
Basketball-Bundesliga

Brose Baskets nach der bitteren Niederlage in Ulm gefordert

Nur 40 Stunden nach der unglücklichen Euroleague-Niederlage in Mailand sind die Bamberger beim Bundesliga-Fünften in Ulm auf dem Prüfstand. Reichen die Kräfte nach der intensiven Partie in Italien?
Jamar Smith wird beim Wurf von Keith Langford attackiert. Foto: dpa
Jamar Smith wird beim Wurf von Keith Langford attackiert. Foto: dpa
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Den Bambergern war die Fassungslosigkeit auch beim Frühstück am Samstagmorgen noch ins Gesicht geschrieben: Bis 80 Sekunden vor Schluss sahen sie am Abend zuvor in Mailand bei einer Vier-Punkte-Führung wie der sichere Sieger aus - doch am Ende jubelten die Italiener und feierten mit dem hauchdünnen 74:73-Erfolg in einer hochklassigen und mit viel Intensität geführten Partie etwas glücklich den Einzug in die Top-16-Runde der Euroleague.

"Das Spiel hat seine Wahrheiten. Wir hatten komplett die Kontrolle über das Spiel. Dieses Mal war es ganz anders als bei den knappen Niederlagen in der Vergangenheit. Aber durch die zwei hirnrissigen Fouls zum Schluss haben wir die Kontrolle abgegeben. Das ist extrem schade, weil die Jungs ein sehr, sehr gutes Basketball-Spiel über längere Zeit geliefert haben. Natürlich tut das weh, auf diese Art und Weise zu verlieren", beschrieb Trainer Chris Fleming die Tatsachen und seinen Gemütszustand. Beim Stand von 73:69 spielten seine Jungs noch einen freien Dreier heraus, doch der Wurf von Jamar Smith, der zuvor blendend getroffen hatte, fand nicht sein Ziel - statt Vorentscheidung nahm das Schicksal seinen Lauf.

"Das ist natürlich enttäuscht. Wir haben genug dafür getan zu gewinnen, brachten aber den Vorsprung nicht über die Zeit. Mailand hat den Schlüssel zum Erfolg gefunden. Ich glaube, wir sind am defensiven Brett gescheitert. Mailand hat in der zweiten Halbzeit 16 Punkte nach Offensiv- Rebounds erzielt", fand Spielmacher John Goldsberry eine Erklärung für die bittere Niederlage. In der ersten Halbzeit waren es noch die Bamberger, die sich mit ihrer Reboundstärke gegen den überragenden Gani Lawal (17 Punkte/10 Rebounds/3 Blocks) zweite Wurfchancen gesichert hatten.

"Das war eine sehr gute Leistung, insgesamt ein sehr gutes Basketball-Spiel. Nachdem wir gut eine Minute vor dem Ende noch mit vier Punkten geführt hatten, ist die Niederlage natürlich bitter. Es war ein bisschen Pech dabei, aber so ist das. Jetzt müssen wir uns die Punkte am nächsten Donnerstag zurückholen", forderte Manager Wolfgang Heyder. Im Heimspiel gegen Zalgiris Kaunas müssen die Brose Baskets gewinnen, wenn der erneute Einzug in die Top-16-Runde gelingen soll. Gewinnt gleichzeitig Istanbul wider Erwarten gegen den noch ungeschlagenen Tabellenführer von Real Madrid, müssen die Brose Baskets die Partie gegen die Litauer sogar mit elf Punkten Differenz für sich entscheiden, um bei Punktgleichheit Kaunas noch über den direkten Vergleich von Platz 4 zu verdrängen.

Bevor der Euroleague-Showdown auf dem Programm steht, ist der deutsche Serienmeister am Sonntag (15 Uhr/Ausschnitte ab 18 Uhr in der ARD-Sportschau) in Ulm gefordert. "Die Ulmer sind offensiv ungemein gefährlich und sehr ausgeglichen besetzt", warnt Stefan Weißenböck vor dem Tabellenfünften. Bambergs Assistenztrainer ist aber auch richtig sauer über die Ansetzung der Partie 40 Stunden nach dem Auftritt in Mailand. "Die Liga muss ihre Aushängeschilder schützen. Die Athleten stehen im Vordergrund. Wir kommen auf dem Zahnfleisch daher und werden regelrecht zur Schlachtbank geführt", ist Weißenböck über die Vorverlegung des Spiels, das ursprünglich um 17 Uhr geplant war, außer sich. Die Bamberger Mannschaft fuhr gestern Nachmittag nach der Landung in München gleich mit dem Bus nach Ulm weiter, absolvierte am Abend eine kurze Trainingseinheit und wird am Sonntag trotz der Strapazen versuchen, die Siegesserie in der Bundesliga weiter auszubauen.