Bamberg
Basketball-Bundesliga

Brose Baskets: erst zäh, dann flüssig

Die Bamberger besiegen die Frankfurt Skyliners klar mit 73:43. Nach der Pause dreht der Meister gegen allerdings stark ersatzgeschwächte Gäste auf.
Der Bamberger Aufbauspieler Zack Wright (l.) setzt sich unter dem Korb gegen den Frankfurter Center Johannes Voigtmann durch. Fotos: sportpress
Der Bamberger Aufbauspieler Zack Wright (l.) setzt sich unter dem Korb gegen den Frankfurter Center Johannes Voigtmann durch. Fotos: sportpress
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Die Zuschauer auf der Haupttribüne der Brose Arena saßen bereits auf den ersten, frisch montierten grauen oder roten Kunststoffstühlen, aber sie sahen wie die anderen Besucher auch eine Partie, die sie nicht von den Sitzen riss. Denn das erste Basketball-Bundesligaspiel des Jahres in Bamberg war eine einseitige Angelegenheit. Gegen eine stark ersatzgeschwächte und daher völlig überforderte Mannschaft der Frankfurt Skyliners gewannen die Brose Baskets deutlich mit 73:43 (33:25) und festigten damit ihren zweiten Tabellenplatz.

"Wir haben gut gespielt, besonders in der zweiten Halbzeit. Das war wichtig fürs Selbstvertrauen", meinte der Bamberger Aufbauspieler Zack Wright, der nach einigen schwächeren Spielen in den letzten Wochen am Sonntagnachmittag sehr solide agierte und sein Team diesmal gut führte.
Ansonsten können die Bamberger aus diesem Spiel kaum Rückschlüsse auf den aktuellen Leistungsstand ihres Teams leiten, denn der Gegner war an diesem Tag kein Gradmesser.

Velickovic wurde geschont

Mit einer möglichen ersten Fünf auf der Verletztenliste (Marius Nolte, Quantez Robertson, Topscorer Andrew Rautins, Jacob Burtschi und Stefan Ilzhöfer), keinem Spieler über 25 Jahren und acht jungen deutschen Akteuren auf dem Spielberichtsbogen waren die Hessen gegen den Meister, der auf den gesundheitlich angeschlagenen Novica Velickovic verzichtete, chancenlos.

26 Frankfurter Ballverluste

Nur 18 Punkte, davon lediglich vier im letzten Viertel, gestatteten die Hausherren ihren Gästen nach der Pause. Zusätzlich machten sich die Skyliners mit 26, teilweise haarsträubenden Ballverlusten, selbst das Leben schwer. Andererseits muss man aber auch konstatieren, dass die Verteidigung der Brose Baskets wie schon zuletzt in Würzburg an Aggressivität zugenommen hat. "Die Intensität der Bamberger Abwehr war herausragend und die beste, die wir in dieser Saison bislang gesehen haben. Sie haben uns alles weggenommen, was wir uns vorgenommen hatten", zollte der Frankfurter Trainer Gordon Herbert dem Gegner Lob.

Noch Luft nach oben

Im Angriffsspiel der Brose Baskets ist dagegen noch Luft nach oben. Erst in der zweiten Halbzeit lief der Ball flüssiger durch die Reihen, wurde der freie Mann durch konsequentes Passspiel öfters gefunden. "Es sieht zwar nicht immer schön aus, was wir tun, aber der Wille ist vorhanden", meinte Brose-Coach Chris Fleming. Das traf vor allem auf Rakim Sanders zu. Der laut Fleming beste Spieler während des Trainings unter der Woche wollte einige Male mit dem Kopf durch die Wand. Da aber seine Teamkollegen, allen voran Anton Gavel, Elias Harris und Casey Jaccobsen, der bei seinen Distanzwürfen wieder treffsicherer zu werden scheint, grundsolide spielten, blieb die Partie eine einseitige Angelegenheit.
Vor dem Auftakt in die Zwischenrunde des Eurocups am Mittwoch mit dem Gastspiel bei BCM Gravelines Dünkirchen in Frankreich sehen sich die Brose Baskets auf einem guten Weg. "Ich bin fest davon überzeugt, dass nach vielen kleinen Schritten nach vorne auch einmal ein großer kommt", meinte Fleming.

Die Statistik

Brose Baskets - Frankfurt Skyliners 73:43
(21:11, 12:14, 24:14, 16:4)
Bamberg Harris (13 Punkte/1 Dreier), Jacobsen (12/4), Gavel (12/4), Wright (8), Fischer (8), Zirbes (8), Sanders (8/1), Tadda (2), Smith (2), Goldsberry, Thiemann, Schmidt
Frankfurt Klein (14/4), Voigtmann (9), Galloway (7), N'Daye (7), Barthel (6), DuBois, Bright, Merz, Richter, Oldenburg, Novak
SR Reiter, Simonov, Groll
Zuschauer 6800 ausverkauft
Gesamtwurfquote Bamberg 49 Prozent (28 Treffer/57 Versuche), Frankfurt 31 (15/48)
Dreierquote Bamberg 36 Prozent (10/28), Frankfurt 33 (4/12)
Freiwurfquote Bamberg 58 Prozent (7/12), Frankfurt 75 (9/12)
Rebounds Bamberg 31 (24 defensiv/7 offensiv), Frankfurt 31 (22/9)
Ballgewinne/-verluste Bamberg 6/15 , Frankfurt 3/26
Assists Bamberg 20 / Frankfurt 8
Fouls Bamberg 18 / Frankfurt 17