Bamberg
Basketball-Euroleague

Bamberg wehrt sich lange tapfer

Gegen die Stars des FC Barcelona kassieren die Brose Baskets am Ende dennoch eine klare 66:86-Heimniederlage.
Der Bamberger Latavious Williams (M.) setzt sich gegen Marko Todovoric (l.) und Erazem Lorbeck durch und sichert sich den Rebound.Foto: sportpress
Der Bamberger Latavious Williams (M.) setzt sich gegen Marko Todovoric (l.) und Erazem Lorbeck durch und sichert sich den Rebound.Foto: sportpress
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Der FC Barcelona wurde seiner Favoritenrolle gerecht und feierte am Donnerstagabend im sechsten Euroleague-Spiel den sechsten Sieg. Die Katalanen bezwangen in der ausverkauften Bamberger Stechert-Arena, in der vor allem in der ersten Halbzeit eine tolle Stimmung herrschte, die Brose Baskets mit 86:66 (47:42) und haben sich als erste Mannschaft den Einzug in die Zwischenrunde gesichert. Für die Bamberger ist diese Niederlage aber kein Beinbruch, da gleichzeitig der schärfste Konkurrent Lietuvos Rytas Vilnius eine 62:71-Heimniederlage gegen ZSKA Moskau kassierte. Zwei weitere Siege - vielleicht gelingt einer schon nächste Woche in Istanbul - reichen den Bambergern damit wohl zum Erreichen der Top-16-Runde im neuen Jahr.

"Ich glaube, dass das sehenswerte Spiel in der ersten Halbzeit für uns einen Tick zu schnell war. Nach der Pause ist uns dann gegen die auf allen Positionen hervorragend und doppelt besetzte Mannschaft die Luft ausgegangen", schätzte Bambergs Manager Wolfgang Heyder die Partie realistisch ein, zumal bei den Katalanen von der Bank deutlich mehr Impulse kamen.

Mit Obamas Motto
"Yes we can" war getreu dem Motto des US-Präsidenten Barack Obama auf einem Bamberger Fanplakat zu lesen. Und die Bamberger konnten wirklich: Sie lieferten dem hohen Favoriten in der ersten Halbzeit einen offenen Schlagabtausch. In der Anfangsphase sorgte Teddy Gipson mit zwei Dreiern dafür, dass die Brose Baskets dem hohen Favoriten absolut auf Augenhöhe begegneten. Boki Nachbar in der ersten Halbzeit mit 17 Punkten überragend, ließ die Emotionen raus, als er kurz vor dem Viertelende die Führung trotz Foul zurückholte (22:21).



Die Fans waren sauer, weil die Unparteiischen bei ihren Foul entscheidungen den Favoritenbonus allzu sehr ausreizten. So riss bei den Hausherren kurzzeitig der Faden, Barça zog bis auf 34:26 davon. Doch die Hausherren kämpften sich wieder heran. Unter stehenden Ovationen glichen die Bamberger zum 38:38 aus, obwohl Navarro, Mickeal, Lorbek & Co. traumwandlerisch sicher trafen (67 Prozent aus dem Feld/Bamberg 50). Allein der Dreier von Juan Carlos Navarro zum 42:47-Pausenstand war das Eintrittsgeld wert.

Die Halle tobt
Nach dem Seitenwechsel machten vor allem Anton Gavel, Gipson und Maik Zirbes, der sich einige Offensiv-Rebounds angelte, deutlich, dass sie diese Partie keinesfalls verlieren wollten. Beim 49:49 tobte die Halle. Jetzt packten die Katalanen aber ihre ganze Erfahrung aus, fanden immer den freien Mann und zogen bis auf 64:51 davon. Bei den Bambergern ging die Trefferquote in den Keller.
Das Schlussviertel begann zwar mit einem Ford-Dreier, doch jetzt zeigten die Barcelona-Stars, warum sie die beste Defensiv-Mannschaft der Euroleague sind. Bei den Hausherren schwanden die Kräfte. Latavious Williams, der sein bisher bestes Spiel im Bamberger Trikot ablieferte, zeigte jetzt warum der "Hubschrauber" genannt wird. Trotz aller Bemühungen gelang es den Hausherren aber nicht mehr, dem abgezockten Star-Ensemble gefährlich zu werden.


Die Statistik

Brose Baskets Bamberg —FC Barcelona 66:86 (22:23 20:24, 11:17, 13:22)

Bamberg Nachbar (18 Punkte/1 Dreier),Gipson (12/3), Gavel (11/1), Williams (9), Zirbes (6), Neumann (4), Ford (3/1), Jacobsen (3/1), Goldsberry, Tadda
Barcelona Mickeal (17), Lorbek (14), Navarro (13/3), Wallace (7/1), Huertas (7/1), Ingles (6/2), Tomic (6), Todorovic (5), Rabaseda (4), Jawai (4), Sada (3), Jasicevicius
SR Ryzhyk (Ukraine), Mantyla (Finnland), Silva (Portugal)
Zuschauer 6800 ausverkauft
Gesamtwurfquote Bamberg 40 Prozent ( 25 Treffer/62 Versuche), Barcelona 61 (34/56)
Dreierquote Bamberg 37 Prozent (7/19), Barcelona 44 (7/16)
Freiwurfquote Bamberg 60 Prozent (9/15), Barcelona 61 (11/18)
Rebounds Bamberg 32 (18 defensiv/14 offensiv), Barcelona 32 (24/8)
Ballgewinne/-verluste Bamberg 7/14, Barcelona 7/13
Assists Bbg. 12 / Barcelona 19
Fouls Bbg. 23 / Barcelona 18