Oldenburg in Oldenburg
Basketball-Finale

Bamberg gewinnt ein irres Spiel in Oldenburg

Die Brose Baskets feiern trotz einer katastrophalen ersten Halbzeit mit 63:61 den zweiten Sieg in der Finalserie in Oldenburg.
Sharrod Ford (mit Ball), der hier von Chris Kramer attackiert wird, war der einzige Bamberger in der ersten Hälfte, der eine gute Leistung ablieferte. Und am Ende sicherte er mit einem Block den Sieg. Foto: Daniel Löb
Sharrod Ford (mit Ball), der hier von Chris Kramer attackiert wird, war der einzige Bamberger in der ersten Hälfte, der eine gute Leistung ablieferte. Und am Ende sicherte er mit einem Block den Sieg. Foto: Daniel Löb
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Wird am Sonntagabend in Freak City die vierte Meisterschaft in Folge gefeiert? Nach dem 63:61 (26:40)-Sieg der Brose Baskets gestern Abend in Oldenburg ist jedenfalls Träumen erlaubt. Die Bamberger erarbeiten sich nach einer katastrophalen ersten Halbzeit mit viel Kampfgeist nach der Pause den zweiten Erfolg in der Finalserie nach dem Modus best-of-five und den ersten Matchball, den es am Sonntag (16.05 Uhr/Sport1) in der Frankenhölle zu verwandeln gilt.

Nach einem guten Start (7:2) verloren die Bamberger in der Offensive völlig den Faden, leisteten sich etliche Ballverluste und ermöglichten in der Defensive durch schlechtes Reboundverhalten den Oldenburgern immer wieder zweite Wurfchancen. Chris Kramer brachte die Hausherren nach fünf Minuten erstmals in Front. Bis zum Viertelende zogen die EWE Baskets vor allem durch Ronny Burrell bis auf 24:16 davon. Zu Beginn der zweiten zehn Minuten offenbarte der zuletzt überzeugende Alex Renfroe große Probleme im Spielaufbau. Ein einziger Assist von Daniel Schmidt belegt, dass die Bamberger den Ball viel zu langsam bewegten. "Das war vielleicht die schlechteste Halbzeit in der ganzen Saison", kommentierte Manager Wolfgang Heyder die Vorstellung seiner Brose Baskets vor der Pause. Die Gastgeber nutzten die Bamberger Fehler eiskalt aus.

Julius Jenkins traf zwei Dreier trotz guter Bamberger Verteidigung und war maßgeblich daran beteiligt, dass die Donnervögel nach gut 14 Minuten deutlich mit 38:19 in Front lagen. Jetzt besannen sich die Bamberger zwar auf ihre Fähigkeiten, ließen bis zur Pause nur zwei Freiwurfpunkte der Oldenburger zu, doch die Offensivleistung war einfach zu schwach, um den Rückstand entscheidend zu verkürzen - auch weil die Mannschaft von Chris Fleming an der Freiwurflinie acht Punkte liegen ließ. Eine Trefferquote von 43 Prozent bei Oldenburg und nur 28 bei Bamberg macht die Überlegenheit der Hausherren deutlich - zumal sie auch den Rebound (26 zu 17) deutlich beherrschten.


Bamberger ließen nicht locker

Maik Zirbes und Sharrod Ford, der an den Brettern einen guten Job machte, brachte die Gäste dann auf 33:40 heran, weil es 4:12 Minuten dauerte, ehe die Hausherren punkten konnten. Die Bamberger Verteidigung stand jetzt, und obwohl es in der Offensive keineswegs flüssig lief, kamen die Gäste, die das dritte Viertel mit 16:4 für sich entschieden, auf 42:44 heran.

Auch im letzten Viertel ließen die Bamberger nicht locker, warfen sich nach jedem Ball und gingen nach einem Gavel-Dreier und zwei Punkten von Boki Nachbar nach 32 Minuten erstmals seit dem ersten Viertel wieder mit 47:46 in Front. Das Spiel wogte hin und her. Casey Jacobsen versenkte seinen dritten Dreier und erhöhte per Drei-Punkte-Spiel auf 62:57. Auch Anton Gavel setzte Akzente. Trotzdem war Oldenburg 34 Sekunden vor dem Ende wieder bis auf 61:63 dran. Doch Rod Ford sorgte 1,6 Sekunden vor dem Ende mit einem spektakulären Block für die Entscheidung. "Wir haben nur vier Punkte im dritten Viertel zugelassen und immer an uns geglaubt", freute sich der Bamberger Karsten Tadda über den Erfolg, der zur Pause in weiter Ferne war.