Bamberg
Basketball-Eurocup

Ankara betraft Fehler der Brose Baskets gnadenlos

Ankara war eine Nummer zu groß für die Brose Baskets. Verbessert sich die Abwehrarbeit nicht grundlegend, dann ist auch im zweithöchsten europäischen Wettbewerb bald Endstation.
Foto: sportpress
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Anton Gavel brachte es auf den Punkt: "Es muss sich jetzt sofort etwas ändern, sonst sind wir schnell in vielen Wettbewerben draußen." Der Leitwolf der Brose Baskets betonte aber auch, dass trotz der 84:94-Heimpleite im Eurocup gegen eine blendend aufgelegte Mannschaft von Aykon TED Ankara noch alles drin ist im Eurocup für den deutschen Meister: "Wir haben das noch selbst in der Hand, aber in der Verteidigung muss sich was tun." Siege zu Hause gegen Dünkirchen (1 Sieg, 3 Niederlagen) und in Sassari (2:2) sind für die Brose Baskets (2:2) Pflicht, um den zweiten Platz hinter Ankara (3:1) in der Gruppe J zu halten.

"Wir schießen 52 Prozent aus dem Feld und 55 Prozent Dreier, haben 25 Assists - diese Spiele haben wir in der Vergangenheit immer gewonnen. Deshalb ist das sehr enttäuschend.
Wir haben unseren Erfolg in den letzten Jahren auf eine gute Defensiv-Basis gebaut", nannte Trainer Chris Fleming sein Erfolgsrezept, mit dem vier Meisterschaften in Folge eingefahren wurden.

Gegner heiß laufen lassen

Derzeit sind die Bamberger aber nicht in der Lage, einen Gegner, den man einmal hat heiß laufen lassen, zu stoppen. "Insgesamt kommst du auf vielleicht 18 Minuten, in denen wir gut gespielt haben, aber das ist zu wenig. Ein Basketball-Spiel dauert 40 Minuten", machte Elias Harris eine einfache Rechnung auf. Nach einem guten Start (8:0), als die Bamberger auf Grund einer engagierten Defensive zu leichten Punkten kamen, ließ der "Euroleague-Absteiger" in der Defensive die Zügel schleifen. Auf der anderen Seite nutzten die Türken ihre Freiräume. Kristaps Valters (26 Punkte/6 Dreier), Clay Tucker (22/4) und Vanja Plisnic (18/2) spielten sich in einen Rausch. Und wenn die Distanzschützen einmal nicht frei waren, schaffte es Ankara mit hervorragendem Passspiel die Bamberger Abwehr auszuhebeln und seinen 2,12-Meter-Riesen Vladimir Golubovic (17/8 Rebounds) in Korbnähe in Szene zu setzen.

Nach einem 36:49-Pausenrückstand zeigten die Brose Baskets, angeführt von Rakim Sanders und D'or Fischer, dass es auch anders geht und waren kurz vor dem Ende des dritten Viertels bis auf 62:63 dran. Die Partie wogte noch zwei, drei Minuten hin und her, bevor die Türken schnell wieder mit ihrer abgezockten Spielweise wegzogen.

"Leider haben wir es im vierten Viertel nicht geschafft, defensive Akzente zu setzen", war Fleming enttäuscht, denn sein Team fand in den letzten drei Spielen nur selten zu einer defensiven Konstanz. Die Bamberger sind in der Allstar-Pause eindeutig vom richtigen Weg abgekommen. Sie schafften es nicht, Ankara die Stärken, die die Mannschaft schon vor einer Woche beim 81:68-Heimsieg gegen die Brose Baskets gezeigt hatte, wegzunehmen.

"Wir wissen, dass Tucker, Plisnic und Valters alles schießen können, aber wir haben das nicht umgesetzt, was uns die Coaches gesagt haben. Alle, die auf dem Feld stehen, sind selber schuld. Ich gehe da natürlich voran, mehrere Dreier wurden auch gegen mich getroffen", übernahm Anton Gavel Verantwortung für die Niederlage.
"Immer wenn eine Mannschaft gegen dich 55 Prozent aus dem Feld schießt, wird es schwer zu gewinnen. Wir haben zwar offensiv ganz gut gespielt, doch in der Defensive sind wir gescheitert", konstatierte Bambergs Kapitän Casey Jacobsen, der zu seiner Treffsicherheit aus der Distanz (4 von 5 Dreiern) zurückgefunden hat.

In der Pokal-Quali gefordert

Im Eurocup haben die Brose Baskets jetzt zwei Wochen Pause. Die Bundesliga-Partie in Frankfurt wurde wegen des Davis Cups in der Fraport Arena verlegt. Vor der Pokal-Qualifikation nächsten Mittwoch (19 Uhr) in Oldenburg bleibt Coach Fleming somit eine Woche Zeit, seine Jungs in der Verteidigung nach vorn zu bringen. Mit einer Defensivleistung wie in den beiden Partien gegen Ankara wird es gegen Julius Jenkins und Co. aber schwer, die Qualifikation für das Top Four am 29./30. März in Ulm zu schaffen.