Schimborn
Ringen

ACL gut im Geschäft

Die Lichtenfelser Bundesliga-Ringer haben sich beim Titelfavoriten Mömbris-Königshofen trotz der 12:20-Niederlage gut verkauft. Der Ausfall des verletzten Michael Tracz schmerzt die ACler.
Laimutis Adomaitis (rechts) sorgte für einen von drei Siegen der Lichtenfelser bei der RWG Mömbris-Königshofen. Foto: Christian Voll
Laimutis Adomaitis (rechts) sorgte für einen von drei Siegen der Lichtenfelser bei der RWG Mömbris-Königshofen. Foto: Christian Voll
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"Es hätte knapper ausgehen können, aber vom Gewinnen haben wir schon im Vorfeld nicht geredet", zog ACL-Mannschaftsführer Jürgen Lieb zog eine treffende Bilanz nach dem Kampf der Lichtenfelser Bundesliga-Ringer bei der RWG Mömbris-Königshofen, den der Meisterschafts-Mitfavorit verdient mit 20:12 gewann.

Handbruch von Tracz
Die Ambitionen auf einen Gesamterfolg erhielten schon vor der Anreise der Korbstädter einen kapitalen Dämpfer. Denn Youngster Michael Tracz verletzte sich am Dienstag beim Training in seinem Heimatland Polen. So blieb die Klasse bis 60 kg griechisch beim ACL unbesetzt. "Wenn man mal die vier kampflosen Punkte bei der RWG abzieht und etwa drei bei uns hinzuzählt - denn gegen Fabian Schmitt hätte Michael durchaus gewinnen können - dann sieht man, dass wir schon im Geschäft hätten sein können", analysierte Jürgen Lieb, der aber
Sportsmann genug ist, um im gleichen Atemzug zu relativieren: "Andererseits muss man schon auch sehen, dass der Ungar Martin Szabo nicht jeden Tag gegen unseren Andi Eichheimer auf die Schultern geht."

Mömbris stellt respektvoll auf
Erneut zeigte sich aber schon an der Aufstellung des Gegners, welchen Respekt auch die "Großen" der Bundesliga der ACL-Staffel 2013 entgegenbringen. "Wir haben dieses Wochenende gegen Lichtenfels und Köllerbach die stärkste Mannschaft aller Zeiten auf die Matte gebracht", gestanden die Mömbriser Offiziellen. Eigene bzw. deutsche Spitzenringer wie Olympiateilnehmer Schleicher bzw. Rung oder Stange wurden daher für ausländische Top-Leute draußen gelassen.
So bekam der ACL von Beginn an zu spüren, dass die Einheimischen es richtig ernst meinten, zumal der junge Lichtenfelser Juhasz Bence (55 kg, Freistil) gegen den erfahrenen Krasimir Krastanov kein Land sah und nach knapp zwei Minuten mit 0:11 technisch unterlegen war.

Vala stemmt sich gegen Niederlage
Über die volle Distanz von zweimal drei Minuten stemmte sich David Vala (120 kg, griech.-röm.) gegen die Niederlage, freilich ohne gegen den mehrfachen EM-, WM- bzw. Olympia-Medaillengewinner Johann Euren beim 0:3 irgendeine Siegchance zu besitzen.
Bereits 10:0 hieß es damit nach dem erwähnten Kampflos-Vierer von Fabian Schmitt, ehe das ACL-Ass Dato Kerashvili (96 kg, Fr.) seiner Ankündigung, er werde nach den Anstrengungen der WM bald wieder besser, Taten folgen ließ. 1:51 Min. benötigte er, bis er Robin Ferdinand mit einem Spaltgriff schon auf beide Schultern gedrückt hatte.

Müller hatte Dubov auf den Schultern
Es folgten zwei der heißesten Duelle des Abends, zunächst zwischen Vizeweltmeister Vladimir Dubov (66 kg, Fr.) und dem ACler Tim Müller. "Den muss man abklopfen", bestätigten selbst manche RWG-Fans, als der Lichtenfelser einen Durchdreher seines Gegners konterte und ihn kurzzeitig auf beiden Schultern fixiert hatte. Der Kampfrichter Claudio Bibbo freilich sah es anders und so blieb am Ende Dubov 8:4-Sieger über einen alles riskierenden Müller.
Jim Petterson und der Lichtenfelser Laimutis Adomaitis (84 kg, gr.) zeigen einen gleichwertigen Kampf auf hohem Niveau. Die Lichtenfelser Offiziellen waren fair genug, zuzugeben, dass hier der Mattenleiter eine strittige Passivitätsentscheidung zugunsten des AClers traf, womit dessen 4:3-Punktsieg auch ermöglicht wurde.
Drei mehr oder weniger klare Siege in Folge für die Einheimischen entschieden den Kampf endgültig. Vahan Juharyan ließ Benjamin Hofmann (66 kg, gr.) dabei mit einem 7:0 ebenso wenig Entfaltungsmöglichkeiten wie Saba Bolaghi seinem Widersacher Simon Pilzweger (74 kg, Fr.) beim 4:0. Dazwischen zeigte der ACler Andre Frant (84 kg, Fr.) zwar aufsteigende Form gegen Peter Weisenberger, gab beim 5:8 aber zu leichtfertig zwei Dreierwertungen ab.

Eichheimer feiert Prestigesieg
Schön für den mitgereisten Fan-Club und vor allem prestigeträchtig für ihn selbst gestaltete schließlich Andi Eichheimer (74 kg, gr.) das Ende des Abends, der beim 20:8 für die Hausherren längst entschieden war.
Mit einem verkehrten Kopfzug konterte er den Griffansatz von Martin Szabo, stellte ihn in die Brücke und schulterte ihn. "Es ist einfach ein geiles efühl, in Mömbris zu gewinnen", freute sich der "ACL-Hesse" über seinen ganz persönlichen Derbysieg. cv