Lichtenfels
Ringen

AC Lichtenfels wieder in der Spur

Die Lichtenfelser Bundesliga-Ringer zeigen ihren Fans spannende und sehenswerte Kämpfe beim 20:11-Sieg über den Aufsteiger Aue. Tim Müller benötigt nur 40 Sekunden zum Erfolg.
Tim Müller lässt sich von den Fans nach seinem Überlegenheitssieg innerhalb von 40 Sekunden über Steve Brylla feiern. Foto: Uwe Gick
Tim Müller lässt sich von den Fans nach seinem Überlegenheitssieg innerhalb von 40 Sekunden über Steve Brylla feiern. Foto: Uwe Gick
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"Heute haben wir endlich mal wieder gezeigt, was wir können", resümierte der erleichtete Trainer Ali Hadidi nach dem 20:11-Sieg über den FC Erzgebirge Aue. Mit vier Veränderungen im Vergleich zur Vorwoche, als man denkbar knapp mit 14:16 beim KAV Mansfelder Land verlor, ließen die Lichtenfelser Bundesliga-Ringer diesmal von Beginn an keinen Zweifel aufkommen, wer "hier regiert".

Bienkowski meldet sich zurück

Den Anfang machte Adam Bienkowski (55 kg, Freistil). Nach seiner schweren Schulterverletzung Ende des vergangenen Jahres meldete sich der junge Pole bärenstark zurück und ließ Pierre Vierling nicht den Hauch einer Chance.
Nach nicht einmal zwei Minuten war der Kampf bereits beendet, und der 24-Jährige feierte nach technischer Überlegenheit gemeinsam mit den 400 Lichtenfelser Fans einen Einstand nach Maß.
Marthin Nielsen (120 kg, gr.-röm.) trat gegen keinen geringeren als den zehnfachen deutschen Meister Nico Schmidt an, der auch noch über 20 Kilo mehr auf die Waage brachte. "Ich wollte selbst punkten und nicht mehr als zwei Mannschaftspunkte zulassen", so der 21-Jährige Norweger. Dies gelang ihm zum Teil. Zwar konnte er selbst keinen Punkt erzielen, doch dank einer enormen Energieleistung ließ er nur drei Zähler zu.

Juhasz zu passiv - Disqualifikation

Eine Gewichtsklasse höher traf Bence Juhasz (60 kg, gr.) auf seinen ungarischen Landsmann Michal Tracz. Zwar konnte der aktivere Borsos nur drei technische Punkte erzielen, doch wurde der deutlich leichtere Juhasz aufgrund seiner Passivität vom Mattenleiter disqualifiziert.
Dato Kerashvili (96 kg, Fr.) holte zwar vier Mannschaftspunkten für den ACL, jedoch nur aufgrund der Tatsache, dass Kampfrichter Franke eine Sekunde vor Kampfende die dritte Verwarnung für den Auer Jozef Jaloviar aussprach. Zuvor hatte es der deutlich aktivere Georgier versäumt, seine Überlegenheit in Punkte umzumünzen.

Tim Müller macht kurzen Prozess

Einen weiteren eindrucksvollen Beweis seiner Leistungsstärke lieferte Tim Müller (66 kg, Fr.) ab. Er fegte seinen Gegner Steve Brylla förmlich von der Matte. Nach 40 Sekunden hatte er mit fünf gekonnten Durchdrehern den Kampf beendet und den 12:6-Pausenstand besorgt.
Lokalmatador Tobias Schütz (84 kg, gr.) setzte die Erfolgsserie für den ACL fort. Gegen den ehemaligen ungarischen Meister Gabor Madarasi drehte der der Pferdsfelder einen frühen Zwei-Punkte-Rückstand in der zweiten Runde um. Schütz drehte den passiveren Madarasi mit unbändiger Kraft zum 2:2-Endstand und gewann aufgrund der letzten Wertung mit 2:1.

Savchev überzeugt vor heimischen Fans

Rumen Savchev (66 kg, gr.) überzeugte bei seinem ersten Heimkampf in dieser Saison gegen den Tschechen Jan Hocko. Der Bulgare wies den Auer mit 6:0 Punkten in die Schranken.
Andrei Frant (84 kg, Fr.) brachte gegen Willi Wendel einen nie gefährdeten 4:0 Punktsieg aufs eigene Konto. Mit diesen 2:0 Mannschaftspunkten stand der Heimsieg für den AC Lichtenfels fest.

Niederlagen am Ende unerheblich

In den 74-Kilo-Kämpfen mussten sich die beiden "Hessen" Simon Pilzweger und Andreas Eichheimer den Gästen Sandor Töszer bzw. Marcus Thätner knapp geschlagen geben. In einem intensiv geführten Freistilkampf hatte "Pilzi" Pech. Nur aufgrund eines Konters kurz vor Ende gewann Töszer mit 6:2.
Eichheimer verkaufte seine Haut gegen Olympiateilnehmer von Peking 2008, Marcus Thätner, teuer. Nach einem harten, aber fairen Gefecht verlor der Lichtenfelser nur mit 0:3 Punkten, womit der 20:11-Erfolg feststand.
Ebenfalls sehr zufrieden zeigte sich ACL-Vorsitzender Stefan Heinlein: "Mit der heutigen Mannschaftsleistung bin ich für das kommende Doppelkampf-Wochenende positiv gestimmt. Nun gilt es gegen Luckenwalde und Bonn-Duisdorf an diese Leistung anzuknüpfen, damit das angestrebte Ziel, Platz 4, noch erreicht wird." hsch