Bamberg
Basketball

Jared Jordans Ziel: Den Meistertitel gewinnen

Seit Donerstag, 12 Uhr, steht Bonns Star bei den Brose Baskets unter Vertrag. Für Trainer Fleming ist der Spielmacher die "Idealbesetzung" nach Wrights Abgang.
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Auf der Terrasse der Brose Arena haben Jared Jordan und seine Frau Mary Beth viel Freude dabei, den Ball kreisen zu lassen. Foto: Daniel Löb
Auf der Terrasse der Brose Arena haben Jared Jordan und seine Frau Mary Beth viel Freude dabei, den Ball kreisen zu lassen. Foto: Daniel Löb
Er war das Herzstück der Bonner Mannschaft, klaute am Mittwochabend in Vechta wenige Sekunden vor dem Ende noch den Ball und ermöglichte so seinen Telekom Baskets einen knappen 82:80-Erfolg - 17 Stunden später wurde er als Neuzugang bei den Brose Baskets vorgestellt. Die Rede ist von Jared Jordan, dem besten Spielmacher, den es in der Basketball-Bundesliga derzeit gibt.

Was in Bamberg kurz vor dem Ende der Wechselfrist Jubelstimmung auslöst, versetzt die Bonner zu Beginn der heißen Karnevalstage bereits in Aschermittwochslaune. Etliche der 200 mitgereisten Bonner Fans verziehen ihrem oftmals als Helden gefeierten Kapitän den Abschied nicht. "Bamberger Bauer" und "Judas" hallte es durch den Rasta Dome am Mittwoch.
In den einschlägigen Internet-Foren machten die Bonner Anhänger ihrem Frust Luft.

Emotionaler Abschied

Für Jordan selbst, der bei den Brose Baskets einen Vertrag bis Juni 2015 mit beidseitiger Ausstiegsklausel unterschrieb, war es nach dreieinhalb Jahren in Bonn ein emotionaler, tränenreicher Abschied. "Ich möchte mich bei den Telekom Baskets und bei den Bonner Fans für eine großartige Zeit bedanken. Der Wechsel zu den Brose Baskets ist ein großer Schritt für meine Karriere. Ich freue mich sehr auf die Herausforderung. Ich bin hierhergekommen, um die Meisterschaft zu gewinnen. Dass ich im Pokal dabei bin, ist ein Extra-Bonus. Ich werde alles dafür tun, meinem neuen Team zum Erfolg zu verhelfen", sagte der 29-Jährige, der die Vorlagenstatistik in der BBL mit 7,7 Assists pro Spiel anführt und mit 10,3 Punkten im Schnitt dazu beitrug, dass die Bonner auf Tabellenplatz 6 stehen und gute Chancen besitzen, die Play-offs zu erreichen.

Bonn holt Eugene Lawrence

Das Telekom-Team auf dem Feld führen soll zukünftig Eugene Lawrence. Der Point Guard stand zuletzt in der Ukraine unter Vertrag, bekam dort offensichtlich kein Geld mehr und war deshalb zu haben. Vor der Saison soll Lawrence bereits die erste Option für die Bonner gewesen sein, falls Jordan sein Engagement nicht verlängert hätte.

"Es ist ja bekannt gewesen, dass wir uns nach der Trennung von Zack Wright auf der Suche nach einem neuen Aufbauspieler befunden haben, um uns im Kampf um die deutsche Meisterschaft bestmöglich zu verstärken. In Jared Jordan haben wir die Idealbesetzung für die vakante Position gefunden. Deshalb haben wir bei den Telekom Baskets unser Interesse an einem Wechsel bekundet, und Bonn hat sich zu Verhandlungen bereit gezeigt. Wir freuen uns sehr, dass wir als Ergebnis dieser Verhandlungen nun Jared in Bamberg begrüßen dürfen", so der Geschäftsführer Sport der Brose Baskets, Wolfgang Heyder, nach dem Tauziehen der letzten Tage. Und Heyder betonte gestern, dass die Entscheidung, Jordan trotz eines bis 2015 laufenden Vertrages freizugeben, ganz allein in den Händen der Bonner lag. "Sie hätten auch Nein sagen können. Ich habe Chris Fleming vor ein paar Tagen noch eine Wette angeboten, dass wir es nicht hinkriegen. Die habe ich jetzt verloren", so der Manager weiter.

Trainer Chris Fleming freut sich, dass er nun neben John Goldsberry über einen zweiten erstklassigen Spielmacher verfügt. "Jared ist ein Spieler, der in seiner gesamten Karriere seine Teamkollegen immer besser gemacht hat. Er hat aus meiner Sicht starke Führungsqualitäten und spielt, um Spiele zu gewinnen. Ich freue mich sehr, dass der Transfer geklappt hat", kommentierte der Trainer den Transfer-Coup.
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