Fürth
Fußball-Bundesliga

Fürther Coach Mike Büskens: Das tut weh!

Der Aufsteiger zeigt beim 0:2 gegen Fortuna Düsseldorf eine enttäuschende Leistung.
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Mike Büskens war nach der dritten Heimniederlage in Folge bedient. Foto: Daniel Karmann/dpa
Mike Büskens war nach der dritten Heimniederlage in Folge bedient. Foto: Daniel Karmann/dpa
Aus den Lautsprechern der Trolli-Arena schallte die Fußball-Hymne "You'll never walk alone", und auf der Nordtribüne, dort, wo die treuesten Fans ihre Heimat haben, standen sie ihrem Team in diesem bitteren Augenblick tatsächlich zur Seite. Mit viel Applaus verabschiedeten die Anhänger der SpVgg Greuther Fürth ihre "Helden" nach dem Schlusspfiff in die Kabine - und das, obwohl der Aufsteiger im dritten Heimspiel gerade die dritte Niederlage kassiert hatte.

Das 0:2 im Aufsteigerduell gegen Fortuna Düsseldorf schlug den Protagonisten wesentlich mehr aufs Gemüt als den Anhängern. "Wenn man sieht, wie dankbar unsere Fans sind, obwohl wir verloren haben, dann verstehe ich nicht, warum wir hier nicht so selbstbewusst spielen, wie wir das sollten", sinnierte Trainer Mike Büskens. Als sein Blick während dieser Worte auf den TV-Schirm im Presseraum fiel, schüttelte er frustriert den Kopf. Dort war gerade zu sehen, wie die Düsseldorfer bei einem Konter schnell kombinierten, die Fürther Abwehr damit leichtfüßig aus den Angeln hoben und ihr zweites Tor erzielten. Eine gute halbe Stunde war zu diesem Zeitpunkt erst vorüber. "Wir haben uns auf Augenhöhe mit Düsseldorf gefühlt, aber wir wurden eines Besseren belehrt, und das tut weh", sagte Büskens. Er habe elf Individualisten auf dem Platz gesehen, aber kein Team.

Von früherer Heimstärke nichts mehr zu sehen



Vier Tage nach dem couragierten Auftritt beim 1:1 in Wolfsburg waren die Fürther nicht wiederzuerkennen und boten vor allem in den ersten 45 Minuten eine indiskutable Vorstellung mit Pleiten, Pech und Pannen. "Die erste Halbzeit können wir komplett abhaken", meinte Mittelfeldspieler Tayfun Pektürk, der sich sein Startelf-Debüt ganz anders vorgestellt hatte. "So eine Halbzeit ist nicht zu erklären", ergänzte Innenverteidiger Thomas Kleine.
Offensichtlich haben sich die Franken zu sehr unter Druck gesetzt. Nach den einkalkulierten Pleiten gegen die Champions-League-Teams Bayern München und Schalke 04 sollte im Aufsteigerduell gegen die Fortuna nun endlich der erste Heim-Dreier her. Doch von der Heimstärke, die die Fürther in der vergangenen Saison an den Tag gelegt hatten, ist nichts mehr zu sehen. "Wir spielen ein bisschen zu ängstlich. Wir lassen den unbedingten Willen vermissen. Jetzt tragen wir einen sehr schweren Rucksack auf unseren Schultern", sagte Kapitän Mergin Mavraj. Denn einen Heimkomplex kann sich der Bundesliga-Neuling nicht leisten. "Wenn man zu Hause keine Punkte holt, kann man auch nicht in der Liga bleiben", weiß Routinier Kleine.

Am Samstag in Leverkusen wollen die Fürther nun eine Reaktion zeigen und eine Woche später den nächsten Anlauf zum ersten Sieg im eigenen Stadion nehmen. Der Zeitpunkt könnte dann nicht günstiger sein. Wenn der Hamburger SV am 6. Oktober zu Gast ist, feiern die Fürther gerade ihre Michaelis-Kirchweih.
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