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Basketball

Brose Baskets überzeugen phasenweise im letzten Test

Das macht Lust auf mehr! Zum einen sorgte das neue gleißende LED-Licht in der Brose Arena sorgte am Samstagabend für ein High-"Light", zum anderen kredenzten die weiß gekleideten Bamberger Bundesliga-Profis beim 81:80-Testspielsieg über Zenit St. Petersburg den Fans einige Leckerbissen, die Appetit auf die neue Saison machten.
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Der für den verletzten Amerikaner Josh Duncan verpflichtete Mindaugas Kate lynas (links) zieht beherzt zum Korb. Der 31-jährige Litauer ließ oft seine Cleverness aufblitzen. Foto: sportpress
Der für den verletzten Amerikaner Josh Duncan verpflichtete Mindaugas Kate lynas (links) zieht beherzt zum Korb. Der 31-jährige Litauer ließ oft seine Cleverness aufblitzen. Foto: sportpress
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Die 3000 Zuschauer waren von der Premiere überwiegend begeistert und dürfen sich auf den ersten Bundesliga-Auftritt der Oberfranken am Freitag, 15 Uhr, gegen die Eisbären Bremerhaven freuen.

Harris fehlt angeschlagen

Bambergs Headcoach Andrea Trinchieri, der vorsorglich für den Bundesligaauftakt auf den deutschen Nationalspieler Elias Harris wegen eines verhärteten Muskels verzichtete, zog aus dem Spiel wichtige Erkenntnisse, die er mit einem italienischen Spruch zusammenfasste: "Wir sagen in meiner Heimat, das Team braucht noch mehr Pasta, um ein gutes zu werden."

Nach knapp 20 Sekunden ließ es Carlon Brown erstmals für das neuformierte Team per Dunking krachen. In den folgenden fünf Minuten stopfte Trevor Mbakwe den Ball gleich dreimal brachial durch die Reuse. Doch auch die Experten unter den Basketballfans waren ob der aggressiven Verteidigung am Ball oder mit Fronten des Centerspielers angetan von der neuen Spielweise. Im Angriff sah man nach der sechsjährigen Ära von Trainer Chris Fleming andere Spielzüge. Sowohl die vier neuen Amerikaner als auch die beiden Balten, Janis Strelnieks aus Lettland und Mindaugas Katelynas aus Litauen, zeigten Spielwitz.

Stabil im Rebound

Auffällig war - zumindest in diesem Test - die Stabilität im Rebound. Ob die Russen hier ein Maßstab für ein Bundesliga-Topteam sind, sei einmal dahingestellt. Man darf aber ob der Athletik von Mbakwe, Daniel Theis, Ryan Thompson und Katelynas hoffen, dass dieses Manko aus der Vergangenheit abgestellt ist. Jedenfalls hatten die Gastgeber in dieser Kategorie mit 36:31 einen Vorteil.

Fehler in der Abwehr

Mit der Abwehrleistung war Coach Trinchieri im ersten Viertel (17:17) allerdings nicht zufrieden. Zu einfach kamen die Russen immer wieder zu Körben. Die Unzufriedenheit des Italieners bekamen im zweiten Abschnitt dann die Schiedsrichter zu spüren, die sich für seine Beschwerden über die "unglücklichen" Pfiffe für Trinchieris Team mit einem "Technischen" bedankten. Nach einem 26:39-Rückstand, für den vor allem der 2,06 m große Kanadier Kyle Landry mit drei Dreiern verantwortlich zeichnete, rissen sich dann auch die Bamberger wieder am Riemen und verkürzten bis zur Pause auf 40:43.

St. Petersburg stark aus der Distanz

Trinchieri hatte seinen Mannen offensichtlich einiges zu sagen. Die lange Ansprache fruchtete, denn die Gastgeber wendeten das Blatt und führten in der 28. Min. mit 58:53. Doch die Petersburger konterten ebenfalls mit Dreiern und hatten vor dem Schlussabschnitt wieder knapp die Nase vorn (61:62).
Pässe, die nicht den richtigen Empfänger fanden oder gar im freien Raum landeten, verhinderten in der Folge, dass sich die Bamberger absetzen konnten (15 Ballverluste). Der individuellen Klasse eines Brown (21 Punkte) oder Katelynas (10) war es zu verdanken, dass die Partie eng blieb. Am Ende wurde es ein echter Krimi.

Wanamaker übernimmt am Ende

Nun übernahm Bradley Wanamaker (16 Punkte/5 Assists). Der Regisseur sorgte fast im Alleingang für das 79:73. Da waren nur noch 73 Sekunden zu spielen. Dass die Gäste in den letzten vier Sekunden nach Ballverlusten der Bamberger noch zwei Wurfchancen zum Sieg besaßen, kommentierte Trinchieri folgendermaßen: "Es ist erstaunlich, mit welchen Sachen wir uns das Leben selbst schwer machen. Das Spiel gegen einen guten Gegner hat aber gezeigt, was wir können und was wir nicht können." Mit der zweiten Hälfte war der 47-Jährige zufrieden, über seine Spieler sagte er nur so viel: "Manche haben sehr gut gespielt, andere wiederum schrecklich."

So stand ein Spiel mit einem 81:80-Sieg zu Buche, der vieles hoffen lässt, aber auch noch großes Verbesserungspotenzial birgt. Vermisst haben die Fans in der leuchtenden Arena allerdings (noch) die Trikots der Brose-Veteranen Jacobsen und Goldsberry. Die sollten am Freitag wieder unter der Hallendecke hängen.

Bagaric eine Alternative?

Gut vier Minuten auf dem Feld bekam auch Dalibor Bagaric. Der massige, 2,16 m große Center mit deutschem Pass war eigentlich nur als Trainingspartner für vier Wochen verpflichtet worden. Die Brose-Verantwortlichen denken darüber nach, den 34-jährigen Ex-NBA-Spieler für die Bundesliga nachzumelden - gegen "Schränke" wie den Münchner John Bryant sicher eine überlegenswerte Alternative. Allerdings braucht der ehemalige kroatische Nationalspieler noch einige Einheiten mit Konditionstrainer Sandro Bencardino, um richtig fit zu werden.

Dreimal 7200 Euro für guten Zweck

Die Einnahmen des Testspiels spendete Lotto-Bayern an drei gemeinnützige Organisationen. So wurden in der Pause jeweils 7200 Euro an die Heilpädagoischen Werkstätten der Jugendhilfe, die Bamberger Tafel sowie den Innovationsfonds für Schulen (iSo) übergeben.

Die Bamberger Scorer

Brose Baskets: Brown (21/3 Dreier), Wanamaker (16), Mbakwe (12), Katelynas (10/2), Thompson (10), Strelnieks (5/1), Theis (5), Bagaric (2), Tadda, Schmidt

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