Würzburg
Basketball-Bundesliga

Bamberg cool, Würzburg frustriert

Die Brose Baskets gewinnen das Frankenderby mit 70:52. Damit verpassen die Unterfranken die Play-offs. Spitzenreiter Bamberg trifft in der Viertelfinalserie auf den Tabellenachten aus Hagen.
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Die Topwerfer im direkten Duell: Der Bamberger Boki Nachbar (l.), der hier gegen Dwayne Anderson verteidigt, kam auf 17 Punkte. Würzburgs US-Boy verbuchte 9 Zähler und dazu noch 11 Rebounds. Foto: Tobias Köpplinger
Die Topwerfer im direkten Duell: Der Bamberger Boki Nachbar (l.), der hier gegen Dwayne Anderson verteidigt, kam auf 17 Punkte. Würzburgs US-Boy verbuchte 9 Zähler und dazu noch 11 Rebounds. Foto: Tobias Köpplinger
Die Würzburger waren frustriert, die Bamberger froh, dass sie diesen Härtetest vor den Play-offs dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung mit Bravour gemeistert hatten. Der auch in der Höhe verdiente 70:52 (38:28)-Erfolg des deutschen Meisters bedeutete für die s.Oliver Baskets, dass sie ihren Traum von den Play-offs begraben mussten. Bonn und Hagen, die Feuervögel fordern die Bamberger im Viertelfinale heraus, waren am letzten Spieltag einfach einen Tick besser, so dass sich der Vorjahres-Halbfinalist mit dem undankbaren neunten Platz begnügen muss.
"Vielleicht war der Druck zu groß. Wir haben uns in vielen Bereichen, vor allem in der Offensive, heute selbst geschlagen. Wir hatten uns viel vorgenommen, aber es sollte nicht sein", ärgerte sich Würzburgs Trainer Marcel Schröder, dass seine Jungs nicht annähernd an die Leistung herangekommen sind, mit der sie Ulm in der Vorwoche am Rande der Niederlage hatten.
"Dass wir die Play-offs verpasst haben, ist natürlich sehr bitter. Wir hatten andere Ziele, aber auch ein bisschen Verletzungspech. Es ist auf jeden Fall frustrierend", strich sich der von Bamberg an Würzburg ausgeliehene Maurice Stuckey immer wieder über das kahl geschorene Haupt und versuchte, die Enttäuschung in die richtigen Worte zu packen.

Nur anfangs mit Problemen

Beim Warmschießen blieben noch drei Bälle gleichzeitig im Netz hängen, doch in den Anfangsminuten ließen sich die Brose Baskets von der aufgeheizten Atmosphäre in der "Turnhölle" und dem physischen Spiel der Würzburger beeindrucken. Anton Gavel und John Goldsberry mit einem Buzzer-Beater sorgten dann aber dafür, dass die Gäste in dieser vom Kampf bestimmten Partie mit einem 18:12-Vorsprung ins zweite Viertel gingen.
"Der Schlüssel zum Sieg war, dass wir cool geblieben sind und unser Spiel durchgezogen haben", konstatierte Casey Jacobsen. Bambergs Kapitän, Alex Renfroe und vor allem Boki Nachbar waren dafür verantwortlich, dass die Gäste schnell auf 33:21 davonzogen und der Partie ihren Stempel aufdrückten. "Würzburg, wir hören nichts", machten sich die gut 200 Freaks lautstark bemerkbar.
"Sehr zufrieden bin ich, wie wir aus der Kabine gekommen sind. Wir haben sofort die Kontrolle über das Spiel übernommen", freute sich Brose-Trainer Chris Fleming über den fokussierten Beginn seiner Jungs nach der Pause. Jacobsen und Nachbar sorgten mit ihren Dreiern für eine 16-Punkte-Führung und gleichzeitig die Vorentscheidung. "Wir waren heute sehr gut und hatten die eindeutig bessere Wurfquote, das war wohl der entscheidende Faktor", freute sich Bambergs Center Philipp Neumann über die gelungene Generalprobe für die entscheidende Saisonphase.

"Gut mit Situation umgegangen"

Spielentscheidend waren die Dreierquoten (Bamberg 9 von 22/Würzburg 4 von 19) und das Verhältnis von Assists zu Ballverlusten (Bamberg 15 Assists, 16 Turnover / Würzburg 7/22).
Mit der Brechstange stemmten sich die Unterfranken in dieser emotionsgeladenen Partie zwar im Schlussviertel noch gegen die Niederlage, doch Gavel (6 Assists), Nachbar (17 Punkte) und Renfroe (9 Rebounds) blieben ruhig und ließen nichts mehr anbrennen. Das freute den Coach: "In der Schlussphase wurde wenig Basketball gespielt. Es gab sehr viele Rugby-Aktionen, aber wir sind gut mit der Situation umgegangen."
Während sich die Bamberger nun in dieser Woche auf das Viertelfinal-Heimspiel am Sonntag (Uhrzeit noch offen) gegen Hagen vorbereiten, steht für die Würzburger am Dienstag noch eine letzte Party mit ihren Fans auf dem Programm, bevor es in den diesmal sehr langen Urlaub geht.

Die Statistik

s.Oliver Bask. Würzburg —Brose Baskets Bbg. 52:70
(12:18, 16:20, 13:20, 11:12)
Würzburg Robinson (9 Punkte/1 Dreier), Anderson (9), King (8/1), McIntosh (7/1), Lenzly (5/1), Boone (5), Stuckey (3), McNaughton (3), Henneberger (3), Little, Clay
Bamberg Nachbar (17/2), Jacobsen (12/2), Gavel (11/2), Renfroe (8/2), Ford (8), Neumann (7), Tadda (3), Goldsberry (3/1), Zirbes (1), Schmidt
/> SR Schmidt, Streit, Gutting
Zuschauer 3140 ausverkauft
Gesamtwurfquote Würzburg 32 Prozent (19 Treffer/59 Versuche), Bamberg 42 (24/57)
Dreierquote
Würzburg 21 Prozent (4/19), Bamberg 41 (9/22)
Freiwurfquote Würzburg 56 Prozent (10/18), Bamberg 52 (13/25)
Rebounds Würzburg 41 (30 defensiv/11 offensiv), Bamberg 40 (31/9)
Ballgewinne/-verluste Würzburg 7/22, Bamberg 7/16
Assists Würzburg 7/ Bamberg 15
Fouls Würzburg 25/ Bamberg 20
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