Selb

Fußgänger (19) in Selb totgefahren: Erschütternde Details kommen ans Licht

Der tödliche Unfall, der sich Anfang Februar in Selb ereignet hatte, war offenbar die Folge eines illegalen Auto-Rennens. Die Polizei hat nun neue erschütternde Details zu dem Fall veröffentlicht.
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Nach dem Verkehrsunfall am vergangenen Donnerstagabend (6. Februar 2020) im oberfränkischen Selb (Kreis Wunsiedel), bei dem ein 19-jähriger Fußgänger ums Leben kam, hat die Staatsanwaltschaft Hof jetzt Haftbefehl gegen den 20 Jahre alten Fahrer erlassen.

Der tödliche Unfall soll die Folge eines illegalen Autorennens sein. Darüber berichten das Polizeipräsidium Oberfranken und die Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Presseerklärung vom Mittwoch.

Selb: Illegales Autorennen endet mit tödlichem Unfall

Am Donnerstag, 6. Februar 2020, kurz nach 20 Uhr, war der Autofahrer aus dem Landkreis Wunsiedel mit seinem Audi auf der Wittelsbacher Straße in Selb unterwegs und erfasste den 19-jährigen Fußgänger in Höhe der Abzweigung zur Jägerstraße frontal. Der Audi des 20-Jährigen kollidierte in der Folge mit zwei am Straßenrand geparkten Fahrzeugen und kam letztlich an einer Mauer zum Stehen. Trotz sofortiger Reanimationsversuche erlag der Fußgänger aus Kulmbach noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen.

Nach den bisherigen, umfangreichen Ermittlungen der Polizei Marktredwitz hatte sich der junge Mann aus dem Landkreis Wunsiedel zuvor ein illegales Autorennen mit einem 19-jährigen BMW-Fahrer quer durch die Selber Innenstadt geliefert. Die beiden Fahrzeuge befuhren dabei unter anderem die Wittelsbacher Straße, an deren Fahrbahnrand sich eine Personengruppe befand. Nachdem der 19-Jährige BMW-Fahrer das Rennen beendet hatte, wendete der Audifahrer.

Unfall-Fahrer wollte angeben - und überfährt dabei den 19-Jährigen

Er entschloss sich, mit höchstmöglicher Geschwindigkeit nochmals an der zuvor in der Wittelsbacher Straße gesichteten Gruppe vorbeizufahren, um dieser zu imponieren. Der auf Anordnung der Staatsanwaltschaft Hof hinzugezogene Sachverständige konnte bereits feststellen, dass der 20-Jährige sein Auto, als er die Wittelsbacher Straße hinabfuhr, auf zirka 100 Stundenkilometer beschleunigte. Infolge dieser Geschwindigkeit erkannte er den 19-jährigen Fußgänger, der gerade die Straße überquerte, zu spät und erfasste ihn mit seinem Audi.

20-Jähriger will Zeugen beeinflussen

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Hof erging Haftbefehl gegen den Audifahrer, da dieser zusätzlich auch noch versucht hatte, auf Zeugen des Unfallgeschehens in Hinblick auf deren Aussagen einzuwirken. Der junge Mann befindet sich inzwischen in einer Justizvollzugsanstalt. Gegen ihn wird nun wegen verbotenen Auto-Rennen mit Todesfolge und fahrlässiger Tötung ermittelt.

Der zweite Teilnehmer des Rennens, ein 19-jähriger BMW-Fahrer, muss sich ebenfalls wegen Teilnahme an dem illegalen Rennen strafrechtlich verantworten. Die weiteren Ermittlungsarbeiten der Polizei Marktredwitz, in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft Hof, dauern an.

Auch mehrere Tage nach dem tödlichen Unfall im oberfränkischen Selb herrschte immer noch Fassungslosigkeit. Neben den Einsatzkräften der Polizei und der Feuerwehr kam auch die Notfallseelsorge zum Unfallort, um allen Beteiligten Beistand zu leisten. Es gebe nichts Schlimmeres, als wenn man solche Bilder mit nach Hause nimmt, erklärte Johannes Hackl, Stadtbrandmeister der Feuerwehr Selb.

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