Arzberg
Feier eskaliert

Oberfranken: Nachbarn beschweren sich über laute Party - Feiernde beschießen sie mit Rakete

Im oberfränkischen Arzberg hat eine Gruppe Feiernder eine Silvesterrakete nach einem Nachbarn geschossen. Der hatte sich zuvor über laute Musik beschwert.
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Im oberfränkischen Arzberg hat eine Gruppe Feiernder eine Silvesterrakete nach einem Nachbarn geschossen. Der hatte sich zuvor über laute Musik beschwert. Symboloto: Paul Zinken/dpa
Im oberfränkischen Arzberg hat eine Gruppe Feiernder eine Silvesterrakete nach einem Nachbarn geschossen. Der hatte sich zuvor über laute Musik beschwert. Symboloto: Paul Zinken/dpa

Alle Hände voll zu tun hatte die Polizei mit einer Gruppe von Halbstarken, die in Arzberg (Kreis Wunsiedel) eine Party feierten. Das Ganze begann noch relativ harmlos: Wie die Polizei beichtet, feierten zwei Brüder in der Nikolaus-Unruh-Straße mit fünf weiteren Burschen und einer jungen Frau, alle im Alter zwischen 22 und 30 Jahren, bei lauter Partymusik in der Wohnung. Dadurch fühlte sich ein Anwohner in einer benachbarten Straße genervt und rief gegen 0.20 Uhr die Polizei.

Die Feiernden zeigten sich bei Eintreffen der Beamten aggressiv und pöbelten die Streife an. Nur widerwillig drehten die Partymacher den Lautstärkeregler zurück. Kaum war die Streife weg, wurde wieder auf die ursprüngliche Lautstärke aufgedreht. Diesmal stellten die Ordnungshüter die Lautsprecherkabel sicher.

Kurz nach Abrücken der Streife verließ die Gruppe, mit Alkoholwerten zwischen 0,28 und 1,84 Promille, die Wohnung und skandierte Beleidigungen und Bedrohungen in Richtung des offenen Schlafzimmerfensters der Beschwerdeführer. Als "Krönung" schoss der 27-jährige Wohnungsinhaber eine Silvesterrakete in Richtung Schlafzimmer. Diese explodierte kurz vor dem Fenster.

Mit Unterstützung weiterer Streifen rückte die Marktredwitzer Polizei erneut an und stellte die Personalien der gesamten Gruppe fest. Die Feiernden haben sich nun wegen Landfriedensbruch und versuchter gefährlicher Körperverletzung strafrechtlich zu verantworten.

Nachdem der zur Nachtzeit kontaktierte Staatsanwalt das Betreten und Durchsuchen der Party-Wohnung angeordnet hatte, versuchten die Wohnungsinhaber dies noch zu verhindern. Beim Eindringen der Beamten in die Wohnung ging daher zahlreiches Glas zu Bruch. Einer der Wohnungsinhaber erlitt durch die Maßnahmen leichte Abschürfungen. Der Grund, warum die Polizei nicht die Wohnung hatte sehen sollen, war ein Gramm Marihuana, das die Beamten vom "Raketenschützen" sicherstellten.



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