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Marktredwitz
Verbot

Kreißsaal-Verbot: In fränkischer Klinik müssen Väter draußen bleiben

Zuletzt haben zwei Kliniken in der Region ein Zutrittsverbot für werdende Väter ausgesprochen - und es schließlich wieder aufgehoben. Ein weiteres Krankenhaus aus Oberfranken hat nun entschieden: Väter müssen draußen bleiben.
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Dass werdende Väter nicht in die Klinik dürfen, sorgt für gemischte Reaktionen. Symbolfoto: unsplash.com
Dass werdende Väter nicht in die Klinik dürfen, sorgt für gemischte Reaktionen. Symbolfoto: unsplash.com

Zwei Krankenhäuser der "Regiomed"-Gruppe in Lichtenfels und Coburg haben zuletzt für Aufsehen gesorgt. Die Verantwortlichen der Kliniken entschieden, dass werdende Väter den Kreißsaal nicht mehr betreten dürfen. Kurze Zeit später wurde das Verbot aufgehoben. Unter strengen Auflagen ist es nun erlaubt den Geburtenbereich des Krankenhauses zu betreten.

Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) hatte daraufhin verkündet, dass der Besuch in Krankenhäusern bei Geburten trotz der Pandemie durch das Coronavirus möglich sei. Sie betonte: "Die Geburt eines Kindes ist ein außergewöhnliches Ereignis." Dabei handelt es sich um eine bayernweite Ausnahmeregelung. Gegen diesen Erlass hat sich das "Klinikum Fichtelgebirge" in oberfränkischen Marktredwitz (Kreis Wunsiedel) entschieden. Dort sind keine Besuche werdender Väter erlaubt.

Keine Väter im Kreißsaal: Klinik hofft auf Verständnis

Grund dafür ist die Risikoeinschätzung der Geschäftsführung, teilt die Klinik mit. Insbesondere "zum Schutz der Neugeborenen, der Gebärenden, der Hebammen und des pflegerischen und medizinischen Personals" sei dies notwendig. "Ich möchte uns keinen Vorwürfen ausgesetzt sehen, wenn aufgrund irgendeiner Nachlässigkeit oder Fehleinschätzung [...] unsererseits ein Infekt bei einer Mutter oder einem Neugeborenen auftreten würde", sagt Geschäftsführer Martin Schmid zu inFranken.de. Aktueller Stand zum Coronavirus - Jetzt für Newsletter anmelden

Die Klinik habe sogar geprüft, ob der Zutritt für werdende Väter unter Vorlage eines negativen Corona-Testergebnisses möglich sei. Allerdings sei das nicht möglich, da ein gesicherter Test erst nach vier bis fünf Tagen Gewissheit bringe. Deshalb dürfen Männer ihre Frauen lediglich bis zum Klinikeingang bringen. Dort übernimmt dann das Krankenhauspersonal. Ein Wiedersehen ist somit erst bei der Abholung der Mutter und des Kindes möglich.

Im Kontext des Verbotes hatte sich Widerstand formiert. Unter anderem wurde eine Petition dagegen gestartet. Die Klinik erhält eigenen Angaben zufolge verärgerte als auch verständnisvolle Rückmeldungen: "Wenn alle jetzt gemeinsam an einem Strang ziehen und die Vernunft Oberhand gewinnt, kann mit einer Entspannung der Lage gerechnet werden", heißt es von Seiten der Klinik.

tu/ls