Würzburg
Randale

Würzburger Polizei fasst auch Nürnberger Ultras

Nach Ausschreitungen in der Nacht zum Sonntag in Würzburg meldet die Polizei weitere Festnahmen. Vor dem Pokalspiel von Fortuna Düsseldorf gegen die Würzburger Kickers hatten sich Gäste-Fans in der Innenstadt Scharmützel mit der Polizei geliefert und mit Anhängern des 1. FC Nürnberg geprügelt.
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(huGO-ID: 25908323) Kickers - Fortuna Duesseldorf Foto: Silvia Gralla
(huGO-ID: 25908323) Kickers - Fortuna Duesseldorf Foto: Silvia Gralla
Zwar gibt es im Würzburger Raum Club-Fans, die sich zur Ultra-Szene bekennen. Doch die Polizei hat jetzt auswärtige Club-Anhänger aus Ober- und Mittelfranken festgenommen, die laut den Ermittlern "eindeutig" als Ultra-Anhänger des 1. FC Nürnberg im Polizeicomputer gespeichert sind. Auf Anfrage bestätigte Polizeisprecher Karl-Heinz Schmitt am Dienstag drei Festnahmen aus diesem Bereich. In Polizeikreisen heißt es, ein Randalierer komme aus Lauf in Mittelfranken, ein anderer aus Coburg. Auf Düsseldorfer Seite hat sich die Zahl der Festgenommenen von fünf auf acht erhöht. In allen Fällen sind Ermittlungen im Gang. Im Vorfeld des Pokalspiels war es in der Nacht zum Sonntag in der Würzburger Innenstadt zu massiven Störungen gekommen. Ein Großaufgebot war nötig, um die Lage wieder zu beruhigen. Auch am Sonntag war die Polizei während und nach dem Spiel am Dallenberg massiv präsent.


Schmitt sprach von 200 bis 300 Fans aus Düsseldorf, die am Samstag angereist waren - davon 60 bis 100 als gewaltbereit eingestufte. In der Nacht randalierten Gäste in der Innenstadt, warfen Gläser auf die Straße und sollen in einer Gaststätte Alkoholika geklaut haben. Als die Polizei einen mutmaßlichen Dieb festnehmen wollte, wurde er von anderen Anhängern befreit.

Beim gravierendsten Vorfall schlugen sich gegen 1 Uhr auf der Juliuspromenade 30 Fans aus Düsseldorf mit 15 Nürnberger Fans. Dabei wurden als Tatwerkzeuge Stühle von Lokalen, Stöcke, Stangen und Flaschen benutzt. Bis zu 200 johlende Personen begleiteten die Auseinandersetzung. Eingesetzte Polizeibeamte mussten die Schläger unter Einsatz von Pfefferspray trennen. Die meisten flohen in nahe Gassen. Dennoch ist Polizeisprecher Schmitt zuversichtlich, dass man "noch viele Beteiligte" im Nachhinein ermitteln kann. Laut Medien-Angaben sind Club-Anhänger aus dem Umfeld der Ultras zuletzt immer wieder mit gewalttätigen Übergriffen aufgefallen. Zu deren Umfeld rechnet die Polizei rund 50 "Kategorie C"-Hooligans, die nach Gelegenheiten zu gewalttätigen Auseinandersetzungen regelrecht suchen. Manfred Schweidler
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