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Basketball

Würzburger Nowitzki beendet Basketballkarriere nach 21 Saisons in der NBA

21 Saisons in der NBA sind für Dirk Nowitzki genug. Der Würzburger beendet nach dieser Spielzeit seine aktive Karriere. Für die Zeit danach hat der 40-Jährige schon Pläne - abseits des Sports.
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Der Würzburger Dirk Nowitzki beendet nach dieser Spielzeit seine aktive Karriere. Foto: Tony Gutierrez/dpa
Der Würzburger Dirk Nowitzki beendet nach dieser Spielzeit seine aktive Karriere. Foto: Tony Gutierrez/dpa

Basketball-Superstar Dirk Nowitzki wird seine ruhmreiche Karriere nach dieser NBA-Saison beenden. Das kündigte der 40 Jahre alte Profi der Dallas Mavericks am Dienstagabend in Dallas nach dem letzten Heimspiel gegen die Phoenix Suns an. "Das war mein letztes Heimspiel. Aber ich werde hier bleiben, das ist mein neues Zuhause, mit meiner Frau und meinen Kids. Ich bin ein Texaner geworden, danke euch allen", sagte der Würzburger bei den Feierlichkeiten in der Arena.

Da Dallas die Playoffs in der nordamerikanischen Profiliga verpasst hat, wird die Partie am Donnerstag (2.00 Uhr/DAZN) bei den San Antonio Spurs der letzte reguläre Auftritt für Nowitzki. Bei einer Lichtershow ging Nowitzki vom Feld, zuvor hatten ihn fünf Legenden um Larry Bird und Landsmann Detlef Schrempf in einer beeindruckenden Abschiedsgala geehrt.

Bislang bester deutscher Basketballer

Er wird als der bislang beste deutsche Basketballer in die Geschichte eingehen. Vor acht Jahren führte Nowitzki die Mavs zu seinem ersten und einzigen Titelgewinn in der NBA, wurde 2007 als wertvollster Spieler der Liga ausgezeichnet. In der ewigen Punkte-Bestenliste überholte er gerade erst Legende Wilt Chamberlain und kletterte auf Platz sechs. Auch das Nationalteam prägte Nowitzki jahrelang, gewann WM-Bronze 2002, EM-Silber 2005 und erfüllte sich 2008 in Peking den Traum von einer Teilnahme bei Olympischen Spielen.

Nowitzki stellt erneut Rekord auf

Dirk Nowitzki hat in seinem letzten NBA-Heimspiel noch einen Rekord aufgestellt und die Legende Michael Jordan überflügelt. Der 40 Jahre alte Würzburger erzielte beim 120:109-Sieg seiner Dallas Mavericks über die Phoenix Suns am Dienstag 30 Punkte. Er ist damit der älteste Spieler der Geschichte in der nordamerikanischen Profiliga, der diese 30-Punkte-Marke in der regulären Saison mit 40 oder älter knackte. Zuvor war dies nur viermal Jordan für die Washington Wizards im Jahr 2003 gelungen.

Diese Saison machten Nowitzki lange Zeit Fußprobleme nach einer Knöcheloperation im April zu schaffen. Erst Mitte Dezember kehrte er auf das Parkett zurück und wird dabei regelmäßig geschont. Diese Saison kommt Nowitzki regelmäßig als Einwechselspieler von der Bank und erreicht den niedrigsten Punkteschnitt seiner Karriere.

Großer Respekt vor dem German Wunderkind

Wie groß bis zuletzt der sportliche Respekt vor dem einstigen German Wunderkind ist, zeigte sich während der Auftritte der Mavs in dieser Saison. Bei Nowitzkis erster Einwechslung erhoben sich die Fans auch in gegnerischen Arenen, feierten jeden erfolgreichen Wurf. Als Doc Rivers, Coach der gegnerischen Los Angeles Clippers, kurz vor Schluss die Partie unterbrach, damit Fans und seine Spieler in einem Gänsehaut-Moment dem blonden Deutschen huldigen konnten, rührte dies viele Zuschauer zu Tränen.

"Es ist schon ein tolles Gefühl, das werde ich niemals vergessen. Das ist emotional", sagte Nowitzki zum Respekt der Fans. "Die Anerkennung ist für mich eine tolle Erfahrung, dass man was geleistet hat über zwei Jahrzehnte." Diese Saison durfte er auf Einladung von NBA-Commissioner Adam Silver auch ehrenhalber zum 14. Mal am Allstar-Spiel der besten und beliebtesten Profis der Liga teilnehmen.

Der Familienvater hatte zuletzt angekündigt, nach der aktiven Laufbahn zunächst einmal keinen festen Job anzustreben. "Ich werde mit den Kids ein bisschen reisen, ein paar Sachen unternehmen, die ich meine ganze Karriere nicht machen durfte", sagte Nowitzki der Deutschen-Presse-Agentur in Dallas. "Ich werde mich da auf keinen Fall in eine Entscheidung reinstürzen, sondern die Zeit mit meiner Familie genießen."

Würzburgs Oberbürgermeister würdigt Nowitzki

"Wer am Ende einer sagenhaften Karriere in der ewigen NBA-Scorerliste direkt hinter Michael Jordan steht und sogar einen Meistertitel verbuchen konnte, der hat auf dem Platz alles richtig gemacht. Aber nicht nur hier - in den größten Basketball-Arenen der Welt - war und ist Dirk Nowitzki ein Vorbild", würdigt Oberbürgermeister Christian Schuchardt den im 21. Jahrhundert berühmtesten Sohn der Stadt, der nun mit 40 Jahren und in der 21. Saison in der nordamerikanischen Profiliga seinen Rücktritt erklärte: "Ich denke wir Würzburger sind deshalb so stolz auf unseren Ausnahmeathleten, weil er trotz aller seiner Sprungkraft charakterlich nie abgehoben ist.

Die vielen nicht abgeschlossenen Werbedeals belegen vielleicht am eindrucksvollsten sein bescheidenes Wesen. Irgendwie schien dem Mannschaftsspieler bis zuletzt der enorme Rummel um seine Person immer auch ein wenig suspekt und dafür haben ihn die Fans dann umso mehr geliebt."

Teamkollege überrascht von Rücktritt

Dirk Nowitzki hat mit seiner Rücktrittsankündigung auch die Teamkollegen von den Dallas Mavericks überrascht. "Wir wussten es wirklich nicht, er hatte es noch nie gesagt", sagte Maximilian Kleber nach dem letzten Heim-Auftritt von Nowitzki in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA am Dienstagabend (Ortszeit) in Dallas. "Wir waren alle überrascht, als er dann gesagt hat, das war sein letztes Heimspiel. Man ist davon ausgegangen, aber es war das erste Mal, dass er es gesagt hat."

Vor dem 120:109-Sieg gegen die Phoenix Suns hatte Nowitzki öffentlich gesagt, dass er eine Entscheidung erst nach seiner 21. NBA-Saison treffen wolle. Nach der Partie gab er auf dem Parkett dann bekannt, dass er zurücktreten wird. "Ich habe selber Gänsehaut bekommen", sagte Kleber, "da möchte ich gar nicht wissen, wie es ihm ging."

Nowitzki hat mit seiner schwedischen Ehefrau Jessica drei Kinder. Die Söhne Max und Morris sowie Tochter Malaika nahmen längst schon großen Raum in seinem Leben ein - nun kann er sich bald noch mehr auf seine Familie konzentrieren.

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