Würzburg
Weiterer Tatort

Würzburger Kinderporno-Skandal: Logopäde soll nicht nur in Kita kleine Jungen missbraucht haben

Im Würzburger Kinderporno-Fall haben die Ermittler neben der Kita einen weiteren Tatort identifiziert. Der tatverdächtige Logopäde soll demnach noch an einem weiteren Ort kleine Jungen sexuell missbraucht und gefilmt haben.
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Im Würzburger Kinderporno-Fall haben die Ermittler neben der Kita einen weiteren Tatort identifiziert.  Foto: News5/Paso
Im Würzburger Kinderporno-Fall haben die Ermittler neben der Kita einen weiteren Tatort identifiziert. Foto: News5/Paso

Im Würzburger Kinderporno-Fall haben die Ermittler offenbar einen weiteren Tatort identifiziert. Wie die "Main-Post" (Mittwoch) berichtet, soll der dringend tatverdächtige 37-jährige Logopäde nicht nur in einer evangelischen integrativen Kita kleine Jungen sexuell missbraucht und dabei gefilmt haben.

Auch eine Praxis des Mannes im Stadtgebiet sei inzwischen als Tatort nachweisbar, schreibt die Zeitung. Dies sollen die Eltern potenziell betroffener Jungen bei einer Infoveranstaltung der Polizei erfahren haben. Die Generalstaatsanwaltschaft in Bamberg hat den zweiten identifizierten Tatort am Mittwoch auf Anfrage bestätigt.

Noch mehr Tatorte kommen in Betracht

Wie die Zeitung weiter schreibt, veranstalten die Ermittler momentan mehrere solcher Treffen. Insgesamt sollen dazu Eltern von rund 500 Kindern eingeladen worden sein, hieß es. Dabei sollen Eltern über den Ermittlungsstand informiert werden, deren Söhne zwischen 2011 und 2019 in den Praxen des Mannes in Behandlung waren und zu diesem Zeitpunkt höchstens sechs Jahre alt gewesen sind. Außerdem kommen noch weitere Tatorte in Betracht: Der Tatverdächtige war freiberuflich noch in weiteren Würzburger Kitas als Therapeut tätig - darüber hinaus war er auch als Trainer in einem Würzburger Sportverein aktiv.

Wann es in diesem Fall zu einer Anklage-Erhebung kommt, ist nach wie vor völlig unklar. Auch bis wann das umfangreiche Datenmaterial von mehreren Terabyte komplett ausgewertet sein wird, könne man aktuell noch nicht abschätzen. Offiziell sprechen die Ermittler davon, dass die Zahl der sicher identifizierten Opfer "im einstelligen Bereich" liegt. Der Tatverdächtige war im März festgenommen worden. Er soll nicht nur Jungen missbraucht und dabei Kinderpornos angefertigt, sondern das Material auch im Darknet verbreitet haben. Laut Medienberichten sind unter den identifizierten Opfern auch schwerbehinderte Kinder.

Partner wieder auf freiem Fuß

Neben dem Logopäden war auch dessen Partner im März vorläufig festgenommen worden. Er ist stellvertretender Leiter der integrativen evangelischen Kita und wurde nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegen den Logopäden vom Dienst freigestellt. Die Ermittler haben den Pädagogen allerdings schnell wieder auf freien Fuß gesetzt, weil sich der dringende Tatverdacht gegen ihn nicht erhärtet habe. Es bewege sich im Bereich des Möglichen, dass er von den Taten seines Partners nichts gewusst habe, sagten die Ermittler.



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