Würzburg
Tödlicher Unfall

Würzburg/Bayern: Polizei-Azubi erschossen - wurde die Dienstpflicht vernachlässigt?

Nach dem fatalen Unfall in Würzburg, bei dem ein Polizei-Azubi durch den Schuss aus einer Dienstwaffe eines Kollegen getötet wurde, bleibt der genaue Tathergang weiter unklar. Gegen den 19-jährigen Schützen wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.
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Foto: NEWS5 / Merzbach
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  • InWürzburg (Unterfranken) ist es am Donnerstagabend zu einem tragischen Unfall gekommen.
  • Dabei wurde ein Polizei-Azubi lebensgefährlich verletzt.
  • Laut den Behörden hat sich bei dem Unfall versehentlich ein Schuss gelöst: Ein Polizei-Azubi erschoss seinen jungen Kollegen.

Update 06.03.2019, 13.34 Uhr: Ermittlungen dauern an

Im Fall des erschossenen Polizeischülers in Würzburg ziehen sich die Ermittlungen in die Länge. "Wir werden frühestens in zwei Monaten etwas sagen können", teilte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Würzburg am Mittwoch auf Anfrage mit.

Am vergangenen Donnerstag war ein 20-jähriger Polizei-Azubi in der Unterkunft der Bereitschaftspolizei von einem 19-jährigen Mitschüler erschossen worden. Die Ermittler schließen ein Versehen nicht aus.

Ungeklärt blieb zunächst, unter welchen Umständen sich der Schuss löste - und warum niemandem aufgefallen war, dass sich noch Munition in der Waffe befand. Polizeianwärter müssen ihre Waffen stets nach dem Dienst entladen und die Munition abgeben. Der Dienstführer zähle die abgegebene Munition eigentlich durch, heißt es.

Die Staatsanwaltschaft prüft nach eigenen Angaben bei ihren aktuellen Ermittlungen auch, ob jemand seiner Dienstpflicht nicht ausreichend nachgekommen ist. Die Polizei sagte auf Anfrage, bislang kein Disziplinarverfahren eingeleitet zu haben. Sie warte wie üblich erst die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft ab. Nach Informationen des bayerischen Innenministeriums kommt es allein in der Bereitschaftspolizei bis zu sieben Mal pro Jahr zu unbeabsichtigten Schüssen.

Update 02.03.2019 14.09 Uhr: Warum war die Waffe geladen?

Nach dem Tod eines Auszubildenden der Bereitschaftspolizei in Würzburg durch den Schuss aus einer Dienstwaffe eines Kollegen laufen die Ermittlungen weiter. Der genaue Ablauf des Unglücks war auch am Samstag unklar, wie es aus Ermittlerkreisen hieß.

Ein 19 Jahre alter Polizeischüler soll am Donnerstagabend in einer Unterkunft der Bereitschaftspolizei den 20-Jährigen nach ersten Ermittlungen versehentlich erschossen haben.

In den Wechselschichten müssen Polizeianwärter nach Angaben von Beamten ihre Waffen stets nach dem Dienst entladen und die Munition abgeben. Bei Antritt des neuen Dienstes holen sie die Munition demnach wieder ab. Ungeklärt ist in dem Fall nach Angaben aus Ermittlerkreisen, warum sich in der Waffe zu dem Zeitpunkt des Vorfalls Munition befand, die der Auszubildende an sich hätte abgeben müssen - und warum das Fehlen dieser Munition nicht auffiel.

Update 02.03.2019 9.59 Uhr: Innenminister Herrmann zu Unglücksurache: "Waffe nicht richtig entladen"

Nach dem tragischen Unfall mit einem erschossenen Polizei-Azubi in Würzburg hat sich Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zur möglichen Unglücksursache geäußert: "Nach momentanem Stand der Dinge sieht es danach aus, dass ein Polizeikollege seine Waffe nicht richtig entladen hat und noch ein Schuss im Lauf war", sagte Herrmann am Freitag in München. Aus Sicherheitskreisen hieß es, dass die Kugel den jungen Mann am Kopf traf. Gegen den 19-jährigen Schützen wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

Wie genau es zu der Tragödie kam, wollte die Polizei am Freitag mit Verweis auf aktuelle Ermittlungen nicht bekanntgeben. Herrmann ging davon aus, dass es sich um menschliches Versagen handelte: "Alle Polizeibeamten lernen, wie man seine Waffe richtig entlädt. Das gehört standardmäßig zum Programm und es ist überaus bedauerlich, wenn klare Vorschriften über das Handling mit der Waffe nicht richtig beachtet werden."

Bereitschaftspolizisten müssen ihre Waffe nach Dienstende immer entladen. Nur leere Pistolen dürften mitgenommen werden, sagte Herrmann. Das sei auch in diesem Fall so beabsichtigt gewesen. "Es kann passieren, dass ein Kollege zwar das Magazin aus der Waffe nimmt, aber vergisst, dass die Pistole noch geladen ist", sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei in Bayern, Peter Schall. Nur so könne er sich erklären, warum sich auf dem Zimmer ein Schuss lösen konnte. "Der Dienstführer hätte in diesem Fall aber bemerken müssen, dass eine Patrone zu wenig abgegeben wurde", sagte Schall.

Einen Zusammenhang mit den neuen Polizeipistolen sah Herrmann nicht. Damit die Beamten in Gefahrensituationen schneller reagieren können, haben die Waffen keine zusätzliche Sicherung mehr - einmal geladen, kann man einfach den Abzug betätigen. Klar sei aber: "Völlig unbeabsichtigt kann sich ein Schuss nicht lösen, es muss jemand den Abzug betätigt haben. Die Waffe kann nicht von alleine losgegangen sein", sagte Herrmann.

"Die geladenen Waffen sind saugefährlich", bestätigte auch Schall. Strengere Regeln brauche es aber nicht: "Die Vorschriften reichen aus, wenn sich alle daran halten." Er bedauere den "tragischen Fall" sehr, menschliches Versagen könne man aber nie ganz verhindern.

Tatsächlich kommt es immer wieder zu unbeabsichtigt abgegebenen Schüssen. Wie etwa vor rund einer Woche in Würzburg: Dort hatte ein Polizist eine Fensterscheibe durchschossen, weil er dachte, dass seine Waffe nicht geladen sei. Im Dezember 2017 wurde nahe dem Weihnachtsmarkt in Hannover ein Schuss aus einer Maschinenpistole ausgelöst, als ein Polizist die Waffe an einen anderen überreichte. Das Projektil schlug wegen eines Bedienungsfehlers auf dem Boden ein, niemand kam zu Schaden.

Doch sind auch schon Menschen verletzt und getötet worden. Im August 2014 etwa löste sich bei einer Fahrzeugkontrolle im brandenburgischen Cottbus versehentlich ein Schuss. Der Fahrer wurde am Kopf getroffen und fiel ins Koma. Der Polizist wurde wegen fahrlässiger Körperverletzung im Amt zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. In Hamburg wiederum wurde im März 2010 ein Zivilfahnder vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen, nachdem sich bei einem Einsatz unbeabsichtigt ein Schuss löste und einen 27-Jährigen tötete.

Nach Informationen des bayerischen Innenministeriums kommt es allein in der Bereitschaftspolizei bis zu sieben Mal pro Jahr zu unbeabsichtigten Schüssen. Bei Tausenden Beamten und dem täglichen Umgang mit Munition sei dies aber generell nicht überraschend. Trotzdem wolle man mögliche Konsequenzen genau überprüfen, betonte Herrmann am Freitag. Entscheidend sei, dass auch scheinbar entladene Waffen noch einmal überprüft werden und in dieser Situation nie auf Menschen gerichtet sein dürfen.

In der Unterkunft, in der sich das Unglück abspielte, sind insgesamt einige Hundert Polizisten untergebracht. "Nachvollziehbarerweise sind die anderen Kolleginnen und Kollegen ganz erheblich von den Geschehnissen betroffen", sagte Zimmer. Bereits in der Nacht sei eine Betreuung der Kollegen und Angehörigen organisiert worden.

Update: Polizei-Azubi starb durch Kopfschuss

Der tödlich verletzte Würzburger Polizeischüler ist an einem Kopfschuss gestorben. Wie aus Ermittlerkreisen am Freitag verlautete, war aber unklar, ob die Kugel aus der Waffe eines anderen Polizeischülers den 20-Jährigen direkt traf oder ob es ein Querschläger war. Ein Schussgutachten sollte klären, wohin der 19-jährige Schütze am Donnerstagabend schoss. Gegen ihn wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Die beiden jungen Männer befanden sich kurz vor Dienstbeginn in einem Zimmer der Bereitschaftspolizei, als sich der Schuss - offenbar unabsichtlich - löste, wie es von der Polizei hieß. Der angeschossene Polizeischüler erlag in einem Krankenhaus seinen Verletzungen.

Update: Ermittlungen eingeleitet

Gegen den 19-Jährigen wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Dies berichtet die Deutsche-Presse-Agentur. Wie genau es zu der Tragödie kam, wollte die Polizei am Freitag mit Verweis auf aktuelle Ermittlungen nicht bekanntgeben. Herrmann ging davon aus, dass es sich um menschliches Versagen handelte: "Alle Polizeibeamten lernen, wie man seine Waffe richtig entlädt. Das gehört standardmäßig zum Programm und es ist überaus bedauerlich, wenn klare Vorschriften über das Handling mit der Waffe nicht richtig beachtet werden."

Bereitschaftspolizisten müssen ihre Waffe nach Dienstende immer entladen. Nur leere Pistolen dürften mitgenommen werden, sagte Herrmann. Das sei auch in diesem Fall so beabsichtigt gewesen. "Es kann passieren, dass ein Kollege zwar das Magazin aus der Waffe nimmt, aber vergisst, dass die Pistole noch geladen ist", sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei in Bayern, Peter Schall. Nur so könne er sich erklären, warum sich auf dem Zimmer ein Schuss lösen konnte. "Der Dienstführer hätte in diesem Fall aber bemerken müssen, dass eine Patrone zu wenig abgegeben wurde", sagte Schall.

Update zur Tragödie in Würzburg: Dienstwaffe falsch entladen - Azubi erschießt Kollegen

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hat sich zum tragischen Unfall im unterfränkischen Würzburg geäußert: Wie die Deutsche-Presse-Agentur berichtet, sagte Herrmann, dass der Tod des Polizeischülers vermutlich auf eine falsch entladene Dienstwaffe zurück gehe. Die Polizei müsse die genaue Ursache des tödlichen Unfalls noch klären, aber vermutlich habe der Polizei-Azubi eine Kugel im Lauf der Waffe vergessen und nur das Magazin entnommen. Dies sagte Herrmann bei der Begrüßung neuer Polizisten am Freitagvormittag (1. März 2019) in München.

Herrmann appellierte auf der Veranstaltung zudem an die jungen Polizisten: "Nehmen Sie alles, was Sie in ihrer Ausbildung zum Entladen ihrer Waffe gelernt haben, sehr sehr ernst."

Tragischer Unfall in Würzburg - Polizei-Azubi erschießt jungen Kollegen

Bei einem tragischen Unglück wurde am Donnerstagabend (28. Februar 2019) ein Polizeischüler in Würzburg angeschossen und dadurch lebensgefährlich verletzt.Wenig später starb der Auszubildende der Bereitschaftspolizei im Würzburger Klinikum an seinen schweren Verletzungen.

Nun ermittelt die örtliche Polizei, wie es zu dem Vorfall kommen konnte. Die Behörden gehen allerdings bisher davon aus, dass der junge Bereitschaftspolizist den Schuss am Donnerstagabend versehentlich auslöste.

Um 21.32 Uhr ging bei der Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Unterfranken ein Notruf aus der Bereitschaftspolizeiabteilung ein. Ein anderer Polizeischüler hatte in der Unterkunft der III. Bereitschaftspolizeiabteilung einen einen Schuss gehört. Als er in ein Nachbarzimmer eilte, fand der Polizeischüler dort einen seiner beiden Kollegen lebensgefährlich verletzt, den anderen im Schockzustand vor.

Tragödie in Würzburg: Vorbereitung auf gemeinsame Wache - plötzlich löst sich Schuss

Nach ersten Erkenntnissen hatten sich die beiden auf ihren Wachantritt vorbereitet. Dabei muss es zu einer unbeabsichtigten Schussabgabe gekommen sein. Die Kugel traf dann den Kollegen. Durch den sofort verständigten Rettungsdienst samt Notarzt wurden Erste Hilfe Maßnahmen eingeleitet. Der ältere der beiden Auszubildenden wurde in eine Klinik eingeliefert, wo er allerdings trotz aller Bemühungen weniger später starb. Der Verunglückte war laut Polizei um die 20 Jahre alt, genauso wie sein Azubi-Kollege - ein genaues Alter wollten die Behörden zunächst nicht nennen.

Wie es zu dem tragischen Vorfall kommen konnte, war zunächst völlig unklar. Hauptkommissar Zimmer sagte dazu: "Das ist einer der zentralen Punkte der Ermittlungen: Was sind die genauen Umstände, die dazu geführt haben, dass es zu dieser nach jetzigem Stand unbeabsichtigten Schussabgabe gekommen ist?"

Die ersten Maßnahmen vor Ort übernahmen Beamte der Kripo Würzburg. Die Ermittlungen zu den genauen Umständen führt das Bayerische Landeskriminalamt in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Würzburg. Es besteht der Anfangsverdacht der fahrlässigen Tötung. Solche Unfälle passieren leider immer wieder bei der Polizei: Erst Ende des Jahres hatte ein Polizist in Bonn seinem Kollegen aus Versehen in den Hals geschossen - der 23-Jährige starb wenig später.

Würzburg: Schock bei der Bereitschaftspolizei nach tragischem Unfall

Die anderen Schüler der Bereitschaftspolizei und andere Mitarbeiter stehen erheblich unter Schock. Seitens der Bereitschaftspolizei und des Polizeipräsidiums Unterfranken wurden unverzüglich Betreuungsmaßnahmen organisiert. "In einer ruhigen Minute wird man sicherlich mal innehalten", erklärt Hans Zimmer, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Unterfranken gegenüber News5. rowa/tu/dpa



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