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Würzburg
Coronavirus

An Würzburger Uni-Klinik: HNO-Ärzte operieren jetzt mit Feuerwehr-Atemschutz

Mit besonderen Masken ist es den Ärzten nun möglich, Coronavirus-Patienten zu operieren, ohne sich selbst zu gefährden: Sie werden von der Feuerwehr zu Verfügung gestellt.
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Die Maske wird auf ihre Dichtigkeit getestet - im Strullendorfer Atemschutzzentrum. Foto: Rinklef
Geschützt mit solchen Masken, hier beim Dichtigkeitstest im Strullendorfer Atemschutzzentrum, wird jetzt an der Würzburger Uniklinik operiert. Foto: Ronald Rinklef

In einer deutschlandweit einmaligen Amtshilfe leiht die Staatliche Feuerwehrschule Würzburg der Uniklinik Würzburg ihre Überdruck-Atemschutzmasken der höchsten Sicherheitsstufe. Mit der Ausrüstung könnten bei Corona-Infizierten unaufschiebbare Eingriffe im Nasen-, Mund- und Rachenbereich durchgeführt werden, ohne die OP-Teams zu gefährden, teilte die Klinik am Donnerstag (09.04.2020) mit. 

Denn Operateure, die bei Erkrankten Eingriffe im Nasen-, Mund- und Rachenbereich vornehmen, setzten sich einem besonderen Gesundheitsrisiko aus. In anderen Ländern habe es infolge solcher Operationen schwere bis tödliche Covid-19-Verläufe bei den Operateuren gegeben.

Arzt warnt vor häufigem Kontakt zum Virus

 Der Geschäftsführende Oberarzt der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie (MKG) an der Uniklinik, Hartmut Böhm, sagte laut Mitteilung: „Man vermutet, dass der Eintritt einer hohen initialen Virusmenge oder die häufige Konfrontation mit dem Virus den Krankheitsverlauf besonders schwer werden lassen.“ 

Gerade die unmittelbare Nähe zur Nasen- und Rachenschleimhaut und das bei vielen Operationen der oberen Atemwege entstehende Aerosol sei wohl stark virenbeladen, was ein hohes Gefährdungspotenzial für die Ärzte darstelle. Die von der Umgebungsluft unabhängigen Überdruck-Atemmasken könnten ein wirksamer Schutz dagegen sein.