Würzburg

13-facher Mordversuch: Falscher Arzt aus Franken bringt Frauen dazu, sich Stromstöße zuzufügen

Das Landgericht München hat ein Urteil in einem aufsehenerregenden Fall gesprochen: Ein fränkischer Informatiker vergangenen Jahre hat sich als Arzt ausgegeben und junge Frauen dazu gebracht, sich lebensgefährliche Stromschläge zuzufügen.
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Dieses Foto der Polizei zeigt eine Apparatur des falschen Arztes aus Franken. Zahlreiche Frauen in ganz Deutschland haben sich damit teilweise lebensbedrohlichen Stromschlägen ausgesetzt. Sie dachten, damit an einer wissenschaftlichen Studie teilzunehmenm.Foto: -/Polizeipräsidium Oberbayern Nord/dpa
Dieses Foto der Polizei zeigt eine Apparatur des falschen Arztes aus Franken. Zahlreiche Frauen in ganz Deutschland haben sich damit teilweise lebensbedrohlichen Stromschlägen ausgesetzt. Sie dachten, damit an einer wissenschaftlichen Studie teilzunehmenm.Foto: -/Polizeipräsidium Oberbayern Nord/dpa

Falscher Arzt aus Würzburg muss für elf Jahre in Haft: Im spektakulären Stromschlags-Prozess vor dem Landgericht München II ist der Angeklagte am Montag (20. Januar 2020) wegen versuchten Mordes in 13 Fällen verurteilt worden. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass sich der Informatiker aus Würzburg als falscher Arzt ausgegeben und junge Frauen per Internet-Chat dazu gebracht hat, sich selbst lebensgefährliche Stromschläge zuzufügen. Außerdem wurde die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus verhängt.

Der Angeklagte, der den Gerichtssaal vermummt betrat und sein Gesicht vor den zahlreichen Kameras versteckte, nahm das Urteil (elf Jahre Haft) äußerlich ungerührt entgegen. Seine Mutter, die als gesetzliche Betreuerin neben ihm saß, wirkte bestürzt.

Stromschlags-Prozess: Gericht sieht sexuelles Motiv von fränkischem Informatiker

Die Staatsanwaltschaft hatte 14 Jahre Haft und die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus gefordert, die Verteidigung eine Bewährungsstrafe von zwei Jahren.

Ursprünglich war der Mann wegen 88-fachen versuchten Mordes angeklagt. Das Gericht wertete aber nicht alle Fälle als versuchte Morde, sondern ging in einigen Fällen von Körperverletzung aus. Einige Fälle flossen aus Gründen der "Verfahrensverschlankung" nicht in das Urteil ein. Das Motiv für die Taten war aus Sicht des Gerichtes ein sexuelles.

Besonders schwerwiegend waren aus Sicht der Kammer die Fälle, in denen der junge Mann seine Opfer dazu brachte, sich metallene Gegenstände an beide Schläfen zu halten - "was bedeutet, dass das menschliche Gehirn im Stromweg liegt", wie der Vorsitzende Richter sagte. Dabei hätten die Opfer heftige Schmerzen erlitten. "Es hat mir das Licht ausgeknipst", zitierte der Richter eines der Opfer. Oder: "Es hat peng im Kopf gemacht."

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