Würzburg
Kinderpornografie

Kinderporno-Skandal: Polizei identifiziert Opfer - Kinder aus Würzburger Kita

Im Kinderporno-Skandal von Würzburg hat die Polizei erste Opfer identifiziert: Es handelt sich um Kinder aus der Würzburger Kindertagesstätte. Der Beschuldigte, der die Kinder als Logopäde behandelt hat, möchte mit den Behörden kooperieren. Die Aufnahmen sind in der Kita entstanden. Der Verdächtige war wohl in zwei Kitas aktiv.
Artikel drucken Artikel einbetten

Kinderpornoskandal in Würzburger Kita? Kindertagesstätte durchsucht und Verdächtige festgenommen: Im unterfränkischen Würzburg wurden am Donnerstag (21. März 2019) zwei Männer festgenommen, die im Verdacht stehen Kinderpornos erstellt und verbreitet zu haben. Während einer von ihnen wieder auf freien Fuß ist, steht ein Würzburger Logopäde weiter in Verdacht. Gegen den Freigelassenen wird jedoch weiterhin ermittelt.

Die Soko "01-2019" bei der Kripo Würzburg ermittele in enger Abstimmung mit der Zentralstelle Cybercrime Bayern, hieß es.

Update vom 12. April 2019: Verdächtiger war wohl in zwei Kitas tätig

Der unter Missbrauchsverdacht stehende Würzburger Sprachtherapeut hat in einer zweiten evangelischen Kindertagesstätte gearbeitet. "Uns ist bekannt, dass der Beschuldigte in einer weiteren Kita als Therapeut tätig war", teilte das Dekanat der evangelisch-lutherischen Kirche am Freitag auf Nachfrage der deutschen Presseagentur (dpa) mit. Ob auch an dieser Kita Missbrauch vermutet wird, war zunächst unklar. Zuerst hatte darüber der Evangelische Pressedienst (epd) berichtet.

Der 37-jährige Sprachtherapeut steht unter Verdacht, Kinderpornos angefertigt und verbreitet zu haben. Die Ermittler hatten große Mengen Fotos und Videos gefunden. Der Mann hatte an verschiedenen Stellen Kontakt zu Kindern. Neben einer evangelischen Kita war bislang auch von einem Sportverein die Rede. Am Mittwoch war bekanntgeworden, dass Kita-Kinder als Opfer identifiziert wurden.

Der Verdächtige sitzt seit dem 21. März in Untersuchungshaft. Die Ermittler sind weiter damit beschäftigt, Datenträger auszuwerten. Die evangelische Kirche ist in Würzburg Träger von etwa einem Dutzend Kindertagesstätten.

Udpate am 11. April 2019: Beschuldigter will mit Ermittlern kooperieren

Im Würzburger Kinderporno-Fall will der beschuldigte Sprachtherapeut nach Angaben seines Anwalts mit den Ermittlern kooperieren. Das meldet die dpa am 11. April 2019.

Der 37-Jährige habe ein Passwort genannt, mit dem die Polizei auf gesicherte Daten auf seinem Computer zugreifen könne, sagte der Würzburger Rechtsanwalt Jan Paulsen am Donnerstag auf Nachfrage. Zuvor hatte die "Main-Post" berichtet.

Paulsen vertritt den beschuldigten Logopäden gemeinsam mit Alexander Hübner aus Dresden. Die Anwälte haben im Namen ihres Mandanten einen Schriftsatz an die Generalstaatsanwaltschaft geschickt, wie Paulsen sagte. Es seien auch Namen von Opfern genannt worden.

Der Logopäde soll Kinderpornos mit kleinen Jungs im großen Stil angefertigt und im sogenannten Darknet verbreitet haben, einem schwer zugänglichen Bereich des Internets. Die Ermittler haben Hunderte Fotos und Videos sichergestellt. Der Mann sitzt seit dem 21. März in Untersuchungshaft. Er hatte an verschiedenen Stellen Kontakt zu Kindern, neben einer Kita auch in einem Sportverein.

Update am 10.April 2019: Erste Opfer identifiziert

Im Rahmen einer groß angelegten Durchsuchungsaktion konnten Einsatzkräfte am 20.03.2019 unter anderem eine dreistellige Zahl an Datenträgern sicherstellen. Insgesamt wurde Datenmaterial mit einem Umfang von mehreren Terabyte gesichert, das derzeit akribisch ausgewertet wird. Im Rahmen dieser fortlaufenden Auswertungen stießen die Ermittler auf eine Vielzahl kinderpornographischer Bilder und Videos.

Die aufwändigen Ermittlungen, die sowohl zur Identifizierung der abgebildeten Kinder, als auch zur Ermittlung der Tatorte und Tatzeiten notwendig sind, werden mit Hochdruck durch die eigens hierfür bei der Kripo Würzburg eingerichteten SOKO "01-2019" unter Sachleitung der Zentralstelle Cybercrime Bayern bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg geführt.

Im Zuge dieser Ermittlungen konnten nunmehr einige der abgebildeten Jungen zweifelsfrei identifiziert werden. Bei diesen Missbrauchsopfern handelt es sich um Kinder einer Kindertagesstätte im Würzburger Stadtteil Heuchelhof, die der inhaftierte Beschuldigte dort als Logopäde behandelt hat. Die entsprechenden Aufnahmen sind auch in den Räumen der Einrichtung entstanden. Trotz der Masse an Material ist die Suche nach den Opfern nicht einfach. Denn auf den Bildern sind dem Vernehmen nach keine Gesichter erkennbar. Für die Identifikation durch die Eltern seien die Bilder so bearbeitet worden, dass keine expliziten Missbrauchsszenen zu erkennen sind, aber beispielsweise Kleidungsstücke.

Nach derzeitigem Ermittlungsstand sind keine Anhaltspunkte dafür vorhanden, dass die Missbrauchshandlungen vom Personal der Kindertagesstätte bemerkt wurden. Die Eltern der betroffenen Kinder wurden inzwischen unter Einbindung von psychologischem Fachpersonal und eines Kriseninterventionsteams informiert und dabei auch in Hinblick auf weitere Betreuungsmöglichkeiten beraten. Auch der Träger der Kita sowie das Jugendamt der Stadt Würzburg sind über den aktuellen Ermittlungsstand informiert.

Derzeit wird nach wie vor an der Identifizierung weiterer Tatopfer und Tatorte gearbeitet. Der inhaftierte Beschuldigte hat eine erste kurze Stellungnahme abgegeben. Die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg und die Kriminalpolizei bitten nach wie vor um Hinweise aus der Bevölkerung. Die Hotline der Kriminalpolizei Würzburg ist unter 0800/7733744 von 8 Uhr bis 22 Uhr zu erreichen.

Die Leitung der betroffenen Kindertagesstätte lässt ihr Amt ruhen, bis alles geklärt ist. "Eine neue kommissarische Leitung wurde eingesetzt", teilte Dekanin Edda Weise am Mittwoch mit. "Als Träger einer Kindertagesstätte sind wir verantwortlich für die Sicherheit und das Wohlbefinden der Kinder und ihrer Eltern. Das ist uns eine große Verpflichtung", hieß es weiter. Deshalb stehe der Kita geschultes Personal von Notfallseelsorge und Polizei als Ansprechpartner für Familien und Mitarbeiter zur Verfügung.

Weise teilte mit: "Wir möchten unsere Kita weiterführen, das ist aber nur mit dem Vertrauen der Eltern möglich." Deswegen habe der Träger mit Experten des Jugendamtes und der Jugendhilfe mehrere Maßnahmen erarbeitet. "Es ist uns ein tiefes Anliegen, auf die Bedürfnisse und Ängste der Kinder und ihrer Eltern zu reagieren", sagte Weise.

Update am 05. April 2019, 13 Uhr: Eltern sichten Fotos im Würzburger Missbrauchsfall

Im Missbrauchsfall um den Sprachtherapeuten aus Würzburg haben die Ermittler Eltern möglicher Opfer Fotos aus dem beschlagnahmten Material gezeigt. Diese seien so bearbeitet, dass keine expliziten Missbrauchsszenen zu erkennen seien - wohl aber beispielsweise Kleidungsstücke, die bei der Identifizierung helfen könnten, sagte ein Sprecher der Zentralstelle Cybercrime Bayern am Freitag der Deutschen-Presse-Agentur. Zum Umfang der Befragung machte der Sprecher keine Angaben. Auch in den kommenden Tagen sollen seinen Angaben nach weitere Eltern Bildmaterial sichten.

Update am 26. März 2019, 08:10 Uhr: Kirche bietet im Würzburger Missbrauchsfall Elternabende a

Da im Würzburger Kinderporno-Fall auch eine evangelische Kindertagesstätte betroffen sein könnte, bietet die Kirche Eltern Hilfe an. In dieser Woche soll es mehrere Elternabende mit Mitarbeitern der städtischen Erziehungsberatungsstelle geben, teilte das Dekanat Würzburg der Deutschen Presse-Agentur mit. "Ein wichtiges Thema bei diesen Elternabenden wird die Frage sein: Wie können Eltern mit ihren Kindern in dieser Situation im Gespräch bleiben?"

Seit Beginn der Ermittlungen können Kita-Eltern mit Mitarbeitern von "Notfallseelsorge in Schulen" sprechen. Das Team sei auch in dieser Woche in der Kita. "Sehr hilfreich war auch die Unterstützung durch die Verhandlungsgruppe der Polizei, die ebenfalls in den ersten Tagen viele Gespräche mit Eltern und Mitarbeitenden geführt hat", so der Sprecher. "Die Angebote werden so lange aufrechterhalten, wie es für Eltern, Kinder und auch Mitarbeitende notwendig und hilfreich ist." Für die Eltern stehe die Sicherheit ihrer Kinder im Mittelpunkt.

An einem ersten Elternabend nach Aufkommen der Vorwürfe am Donnerstag hatten alle Mitarbeiter der Kita, Leitung und Träger, Vertreter der Polizei und von Beratungsstellen Fragen der Eltern beantwortet. "Wichtig war die Aussage der Polizei, dass in der Kita für die Sicherheit der Kinder gesorgt ist und nicht gegen die Kita oder den Träger ermittelt wird", erklärte der Sprecher weiter. Besonders Experten der Erziehungsberatungsstelle hätten geraten, möglichst für Normalität daheim und in der Kita zu sorgen. Ein weiteres Thema sei gewesen, wie Eltern damit umgehen können, wenn sie bei ihrem Kind Anzeichen ungewöhnlichen oder beunruhigenden Verhaltens wahrnehmen.

Update am 26. März 2019, 05:21 Uhr: Kirche teilt mit - Bislang keine Hinweise auf Missbrauch in Würzburger Kita

Im Kinderporno-Fall von Würzburg hat die evangelische Kirche keine Hinweise darauf, dass Kinder in einer ihrer Tagesstätten betroffen sein könnten. "Davon ist uns derzeit nichts bekannt", teilte das Dekanat der Deutschen Presse-Agentur mit.

Die Polizei hatte vergangene Woche eine Kita durchsucht, in der der Partner des mutmaßlichen Täters arbeitete. Beide Männer waren zunächst festgenommen worden. Der Kita-Mitarbeiter kam auf freien Fuß, weil sich der Verdacht gegen ihn nicht erhärtet hatte. Er ist nach Angaben des Dekanats bis auf Weiteres vom Dienst freigestellt.

"Dem Hauptverdächtigen wurden für seine Tätigkeit als Logopäde die Räume der Kita zur Verfügung gestellt", teilte der Sprecher des Dekanats Würzburg weiter mit. "Dort hat er in eigener Verantwortung mehrere Therapien pro Woche durchgeführt."

Update vom 25. März 2019, 13:32 Uhr: Tatverdächtiger hüllt sich in Schweigen

Der verhaftete Tatverdächtige im Würzburger Kinderporno-Fall schweigt weiterhin zu den Tatvorwürfen vermeldet der evangelische Pressedienst (epd). "Er äußert sich nach wie vor nicht", sagte Oberstaatsanwalt Christian Schorr von der Zentralstelle Cybercrime bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg am Montag dem epd auf Anfrage. Die von der Kripo Würzburg eingerichtete Sonderkommission "01-2019" setzt bei der Aufklärung auch auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Schorr betonte, dass es noch völlig unklar sei, wie viel Zeit die Auswertung des Materials in Anspruch nehmen wird: "Das ist ein sehr breites Feld, das wir bearbeiten müssen. Das ist eine sehr aufwendige Puzzle-Arbeit." Laut seinen Angaben wurde eine dreistellige Zahl an Kinderpornos gefunden, nun gehe es darum, die betroffenen Kinder und die Tatorte zu identifizieren. Der Beschuldigte habe aber offenbar darauf geachtet, dass die Kinder - alles Jungen im Kindergartenalter - und die Örtlichkeiten nicht leicht zu identifizieren sind. Die Kripo hat deshalb eine kostenlose Telefon-Hotline für Hinweise eingerichtet, die täglich von 8 bis 22 Uhr erreichbar ist: 0800 7733 744.

Update 25. März 2019, 11:57 Uhr: Suche nach Opfern im Fokus der Ermittler

Im Würzburger Kinderporno-Fall konzentrieren sich die Ermittler derzeit auf die Suche nach den Opfern. Es gebe eine "große Bandbreite an Tatorten", eine große Zahl von Kontaktmöglichkeiten zu Kindern - "und das über einen mehrjährigen Zeitraum", sagte Oberstaatsanwalt Christian Schorr von der Zentralstelle Cybercrime Bayern bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg am Montag gegenüber der deutschen Presseagentur (dpa).

Pflegekinder wohl keine Opfer des Logopäden

Die beiden Pflegekinder des Verdächtigen zählten den Erkenntnissen zufolge nicht zu den Opern. Der 37-jährige Sprachtherapeut und sein Partner hatten seit Jahren einen vierjährigen Jungen und ein fünfjähriges Mädchen betreut. Die Stadt habe die Kinder rechtsmedizinisch untersuchen lassen, sagte eine Sprecherin der Stadt. Beide seien physisch und psychisch wohlauf. Sie seien bei Bereitschaftspflegeeltern untergekommen.

Der Fall war am Donnerstag bekannt geworden und hatte bundesweit für Aufsehen gesorgt. Der tatverdächtige Logopäde sitzt in Untersuchungshaft, sein Partner war nach ersten Ermittlungen wieder freigelassen worden. Der Verdächtige soll Kinderpornos mit kleinen Jungen im großen Stil angefertigt und im sogenannten Darknet verbreitet haben, einem abgeschirmten Bereich des Internets.

Auch gegen den Partner seien die Ermittlungen noch nicht eingestellt worden, sagte Schorr. Es gebe aber keinen dringenden Tatverdacht. "Man geht davon aus, dass es eine realistische Möglichkeit ist, dass er nichts von den Aktivitäten seines Partners wusste."

Tatverdächtiger war Trainer im Sportverein

Über die Verhaftung des Therapeuten hat der Sportbund DJK Würzburg bestürzt reagiert. Der Mann habe in dem Verein ein präventives Bewegungsangebot für Kinder geleitet, teilte der DJK auf seiner Seite mit.

"Wir sind geschockt und bestürzt. Wir arbeiten intensiv mit der Polizei zusammen, um die Ermittlungen mit allem, was wir dazu beitragen können, zu unterstützen", erklärte die Vorsitzende des DJK Würzburg, Sonja Buchberger, am Montag gegenüber der dpa.

Ob Kinder aus den Sportkursen betroffen sind ist derzeit unklar

Ob Kinder in den Kursen des Mannes betroffen seien, stehe noch nicht fest. Die Ermittlungen richteten sich ausdrücklich nicht gegen den Verein. Vielmehr sei das Angebot dieses Übungsleiters einer der Bereiche gewesen, in denen der Mann Kontakt zu Kindern hatte. Der Sportbund DJK Würzburg wurde 1920 gegründet und gehört nach eigenen Angaben mit seinen rund 1800 Mitgliedern zu den großen Sportvereinen der Stadt.

Der Fall war am Donnerstag bekanntgeworden und hatte bundesweit Aufsehen erregt. Der tatverdächtige Logopäde sitzt in Untersuchungshaft, sein Partner wurde mangels dringenden Tatverdachts wieder freigelassen. Der Verdächtige soll Kinderpornos mit kleinen Jungen angefertigt und im sogenannten Darknet verbreitet haben, einem abgeschirmten Bereich des Internets. Er steht im Verdacht, auch selbst Kinder missbraucht zu haben.

Update 23. März 2019, 17.10 Uhr: Verdächtiger im Kinderporno-Fall hatte zwei Pflegekinder

Im Würzburger Kinderporno-Fall hat der Verdächtige nach Angaben der Stadtverwaltung seit Jahren zwei Pflegekinder betreut. Anzeichen auf einen Missbrauch gebe es aber zunächst nicht, sagte Stadtsprecher Georg Wagenbrenner der Deutschen Presse-Agentur am Samstag.

Der 37-jährige Logopäde und sein Partner kümmerten sich um einen vierjährigen Jungen und ein fünfjähriges Mädchen, wie Wagenbrenner sagte. Im Zuge der Ermittlungen seien die Kinder zu Bereitschaftspflegeeltern gebracht worden. Ob sie dort am Wochenende noch waren und wie es für die Kinder weitergeht, konnte der Sprecher zunächst nicht sagen.

Bisher keine Hinweise auf Missbrauch der Pflegekinder

Den Kindern gehe es den Umständen entsprechend gut. "Es haben sich keinerlei körperliche oder seelische Hinweise auf Missbrauch ergeben", sagte Wagenbrenner der "Main-Post". Die Untersuchung habe die Stadt veranlasst, bestätigte er der dpa.

Oberstaatsanwalt Christian Schorr von der Zentralstelle Cybercrime Bayern sagte, es deute derzeit nichts darauf hin, dass die Pflegekinder auch auf den Aufnahmen abgebildet sind. Er mahnte zu einer zurückhaltenden Berichterstattung. "Die sehr umfangreichen Ermittlungen laufen hinsichtlich der Opfer aber natürlich in alle Richtungen weiter", teilte der Beamte von der Zentralstelle, die in Bamberg angesiedelt ist, auf Anfrage mit. Neue Erkenntnisse zu dem Fall lägen zunächst nicht vor.

Stadt Würzburg prüft Konsequenzen bei Vorschriften für Pflegeeltern

Nach Angaben der Stadt Würzburg engagierten sich der Logopäde und sein Partner seit 2014 als Pflegeeltern. Dafür seien sie ausführlich überprüft worden, sagte Wagenbrenner. Es habe "drei umfassende persönliche Gespräche" sowie Hausbesuche und Hospitationen gegeben. Ein Verdacht sei dabei nicht aufgekommen. Es sei ihr erstes Engagement als Pflegeeltern gewesen, sagte der Sprecher.

Wagenbrenner schloss nicht aus, dass nach dem Vorfall die Vorschriften für Pflegeeltern verschärft werden könnten. Für konkrete Maßnahmen sei es aber noch zu früh. Die Stadt habe zunächst den Fokus darauf gelegt, verunsicherte Eltern zu informieren und Telefonnummern zusammenzustellen, damit die Stadt auf Anfragen reagieren kann. Derzeit werden nach Angaben der Stadt Würzburg 98 Kinder in Pflegefamilien betreut.

Update, 22. März 2019, 16 Uhr: Polizei auf Mithilfe der Eltern angewiesen

Laut dpa habe es "eine Vielzahl von Berührungspunkten des Beschuldigten mit Kindern gegeben", sagte Schorr. "Es ist eine breite Palette, die wir abklären müssen. Da ist zeitnah nicht mit Ermittlungsergebnissen zu rechnen. Es wird ein enormer Ermittlungsaufwand werden."

Vor einer Befragung von Kindern werde wahrscheinlich erst einmal versucht, anhand des Bild- und Videomaterials nähere Informationen zu bekommen. Es sei auch "sehr die Frage", ob die Befragung von Kindern überhaupt Sinn ergebe. Die gezeigten Kinder seien vielleicht in einem Alter, "in dem eine Zeugenbefragung sich nicht unbedingt anbietet, weil man da wohl keine Information in belastbarer Art erlangen kann", sagte Schorr. "Da sind wir wohl eher auf die Mithilfe von Eltern angewiesen."

Wie viele Mütter und Väter sich bei der am Donnerstag eingerichteten Hotline der Polizei (Telefonnummer 0800/7733744 ) meldeten oder ob dort konkrete Hinweise eingingen, war bei den Beamten nicht zu erfahren.

Update, 22. März 2019, 13 Uhr: Polizei richtet Soko ein

Laut Oberstaatsanwalt Christian Schorr seien umfangreiche Ermittlungen nötig, um die Opfer zu finden. Es handele sich um eine "extrem kniffelige Arbeit". Die Ermittler richteten eine Sonderkommission ein.

Update, 22. März 2019, 10.30 Uhr: Tatverdächtiger befindet sich in Untersuchungshaft

Oberstaatsanwalt Christian Schorr sagte dem Evangelischen Pressedienst auf Anfrage, der beschuldigte Logopäde befinde sich inzwischen in Untersuchungshaft. Es bestehe zudem die "realistische Möglichkeit", dass sein gestern ebenfalls festgenommener und inzwischen wieder freigelassener Lebenspartner von den pädophilen Machenschaften des Mannes nichts gewusst hat.

Schorr sagte, es sei noch vollkommen unklar, wie viel Zeit die Auswertung des kinderpornografischen Materials in Anspruch nehmen werde. Bislang sei allerdings keine große Kooperationsbereitschaft erkennbar. Man könne daher bislang nicht definitiv ausschließen, dass nicht auch Kinder aus der Kita unter den Opfern des Tatverdächtigen sein können. Die Kriminalpolizei Würzburg hat eine Hotline eingerichtet, um Hinweise aus der Bevölkerung entgegen zu nehmen. Von 8 bis 22 Uhr ist diese unter der Telefonnummer 0800/7733744 erreichbar.

Logopäde soll Kinderpornos produziert haben

Den Ermittlern zufolge gibt es "konkretes Beweismaterial" dafür, dass der festgenommene Logopäde, der auch ab und zu in der Kita tätig gewesen sein soll, die Kinderpornos produziert hat. Deshalb gebe es "auch starke Hinweise darauf, dass er selbst am Missbrauch beteiligt war", sagte Schorr. In der Region war der Mann gerade auch unter Kindergarten-Fachkräften für seine Fortbildungen zu bewegter Erziehung (Motopädagogik) bekannt, die er in verschiedenen Einrichtungen in und um Würzburg angeboten hat. Auf seiner Internetseite warb der Beschuldigte, der im Stadtgebiet zwei Praxen für Logopädie betreibt, zum Beispiel mit seinem Kinderturn-Angebot oder für "bewegte Kindergeburtstage in der Erlebnisturnhalle".

Update, 22. März 2019, 09.10 Uhr: Missbrauch vermutlich über mehrere Jahre hinweg

Die Polizei prüft aktuell, ob der Mann selbst Kinder missbrauchte. Die Opfer sind nicht nur in anzüglichen Posen zu sehen. Es geht den Ermittlern zufolge um handfesten Missbrauch. "Wir gehen schon davon aus, dass es ein Geschehen ist, das sich über mehrere Jahre hingezogen hat", sagte Oberstaatsanwalt Christian Schorr.

Update, 22.März 2019, 07.40 Uhr: Verdächtiger war Vereinstrainer bei der DJK Würzburg

Der Hauptverdächtige im Skandal um Kinderpornos im unterfränkischen Würzburg ist Vereinstrainer bei der DJK Würzburg. Dies berichtet der Bayerische Rundfunk. Die Geschäftsführerin der DJK sagte dem BR, dass der Mann Mitglied und Übungsleiter sei. Bisher habe es keinerlei Beschwerden über ihn gegeben. Der Verein habe von der Polizei erfahren, dass gegen ihn ermittelt werde. Die DJK sagte daraufhin vorerst alle Veranstaltungen ab.

"Es stehen alle unter Schock", so die Geschäftsführerin gegenüber dem BR. Jedoch wolle man das Bestmögliche tun, um die Ermittlungen voranzutreiben.

Update, 21. März 2019, 18:44 Uhr: Beamte haben einen ersten Überblick: Dreistellige Zahl an Foto- und Videoaufnahmen

Einer von anfangs zwei Verdächtigen, soll laut der Deutschen-Presse-Agentur nichts von der Herstellung und Verbreitung der Kinderpornos gewusst haben. Ermittler bestätigten dies gegenüber der dpa. Der Mann ist wieder auf freiem Fuß. Der zweite Mann bleibt vorerst hinter Gittern. Die Staatsanwaltschaft beantragte Haftbefehl wegen der Herstellung und Verbreitung von Kinderpornografie. Sie prüft noch, ob der Mann die Kinder selbst missbrauchte.

Nach Recherchen der Deutschen Presse-Agenturwar der Verdächtige in verschiedenen Bereichen mit Kindern engagiert. "Es gibt eine Vielzahl von Ermittlungsansätzen, denen wir nachgehen müssen, um die möglichen Opfer zu identifizieren", sagte Oberstaatsanwalt Christian Schorr von der Zentralstelle Cybercrime Bayern bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg am Donnerstag. "Es wird sicher eine aufwendige Ermittlungsarbeit."

Opfer sollen über Beweismaterial identifiziert werden

Die Ermittler setzen auf die sichergestellten Bilder und Videos. Es sei nun zu analysieren: "Was ist da genau zu sehen, und was ist im Hintergrund zu sehen - um die Örtlichkeit genauer zu bestimmen." Auch im Darknet seien Täter allerdings immer vorsichtiger und achteten darauf, dass der Ort der Aufnahmen, Täter und Opfer nicht erkennbar seien. Laut Oberstaatsanwalt Schorr geht es um eine dreistellige Zahl von Foto- und Videoaufnahmen. Die Ermittler wissen aber noch nicht, wie viele Kinder betroffen sind. Es handele sich um "sehr junge Kinder". Mädchen seien nicht dabei.

Auf den sichergestellten Bildern seien auch sexuelle Handlungen zu sehen. Laut Schorr gehen die Ermittler aktuell davon aus, dass es sich um ein mehrjähriges Geschehen gehandelt habe.

In der Kita soll nichts geschehen sein

Am Mittwochabend hatten die Ermittler insgesamt zehn Objekte durchsucht. Spezialeinsatzkräfte und Beamte des Bundeskriminalamtes (BKA) unterstützten die Würzburger Ermittler. In der Kita blieben am Donnerstag die Rollläden geschlossen, obwohl es am Nachmittag teilweise Entwarnung gab: Wahrscheinlich ist dort nichts geschehen.

Ermittlungen im Darknet zu Kinderpornografie hatten nach Würzburg geführt. Dabei handelt es sich um einen abgeschirmten Bereich des Internets, in dem sich viele Kriminelle anonym und sicher vor den Behörden fühlen.

Update 16.30 Uhr: Staatsanwaltschaft will Haftbefehl beantragen

Gegen einen Mann habe sich der Tatverdacht weiter erhärtet, sagte Oberstaatsanwalt Christian Schorr von der Zentralstelle Cybercrime Bayern bei der Generalstaatsanwaltschaft Bamberg am Donnerstag. Der Verdächtige soll das Material, auf dem kleine Jungen zu sehen sind, im Darknet verbreitet haben. Ermittler identifizierten einen Internetanschluss, von dem aus selbst hergestellte Bilder und Videos verbreitet wurden. Der Partner hat wohl auch diesen Internetanschluss genutzt, aber überhaupt nichts von den kinderpornografischen Bildern gewusst.

Die Ermittler sind sich sicher, dass das Paar das kinderpornografische Material nicht zusammen hergestellt und verbreitet hat - sondern nur der Partner des stellvertretenden Kita-Leiters. Der Mann ist als Logopäde mit eigener Praxis tätig und bietet etwa in Kooperation mit Sportvereinen auch Kinderturnen an.

Update 14.32 Uhr: Verdächtiger wird Richter vorgeführt

Wie das Polizeipräsidium Unterfranken berichtet, wird einer der beiden Verdächtigen noch am Donnerstag einem Ermittlungsrichter vorgeführt. Der zweite Verdächtige kommt laut den Behörden wieder auf freien Fuß, da sich der Verdacht der Ermittler bisher nicht bestätigt hat. Bei dem Freigelassenen handelt es sich um den Mann, zu dem ein "Bezug" zur Würzburger Kita in Heuchelhof hergestellt werden konnte.

Skandal in Würzburg: Polizei durchsucht Kita

Die zuständigen Ermittler prüfen derzeit, ob es lediglich einer der Festgenommenen oder beide beteiligt waren:"Letztlich muss erst mal abgeklärt werden: Liegt eine gemeinschaftliche Handlung vor oder war es nur einer von beiden - was nach bisherigen Erkenntnissen als möglich und wahrscheinlich erscheint", so Oberstaatsanwalt Christian Schnorr (Zentralstelle Cybercrime Bayern) gegenüber der dem Evangelischen-Presse-Dienst am Mittag.

Kinderpornos: Männer sollen Material im Darknet verbreitet haben

Den Männern wird vorgeworfen, die Kinderpornos erstellt und anschließend im Darknet verbreitet zu haben. Dies teilten das Polizeipräsidium Unterfranken, die Generalstaatsanwaltschaft Bamberg und die Zentralstelle Cybercrime mit. Den Ermittlern zu folge, handelt es sich um eine dreistellige Zahl von Foto- und Videoaufnahmen von Kindern. Jedoch sei derzeit noch offen, wie viele Kinder davon betroffen sind, so Schnorr. "Jetzt muss man im Einzelnen sehen: Welche Bilder gehören zusammen" - möglicherweise in einer Art Serie.

Bei dem Kindergarten handelt es sich um eine integrative Einrichtung, die ihren Fokus auf Kinder mit einer Behinderung hat. Der Träger der integrativen Kindertagesstätte, die Evangelische Gethsemanegemeinde Würzburg, wollte sich auf Nachfrage zu den Vorfällen nicht weiter äußern.

Würzburg: Durchsuchung mehrerer Objekte

Die Ermittler haben bereits am Mittwoch zahlreiche Objekte in Würzburg durchsucht. Die Kriminalpolizei Würzburg, Staatsanwälte der Zentralstelle Cybercrime, die Bereitschaftspolizei, Beamte des Bundeskriminalamtes, Polizisten aus Cloppenburg/Vechta sowie ein Spezialeinsatzkommando waren an den Durchsuchungen beteiligt.

Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen zeigt das kinderpornografische Material ausschließlich männlich Opfer. In den Polizeiermittlungen ergab sich ein "Bezug" eines Verdächtigen zur Kita in Würzburg-Heuchelhof. Daraufhin habe man die Kindertagesstätte durchsucht und die Kita-Leitung informiert. Die Beamten der Polizei standen den Eltern "höchstvorsorglich" als Ansprechpartner zur Verfügung.

Oberstaatsanwalt Schnorr sagte gegenüber der Deutschen-Presse-Agentur ebenfalls, dass es derzeit keine konkreten Hinweise gebe, "dass tatsächlich Kinder dieser Kita betroffen" seien, gebe. Deshalb gebe es aus polizeilicher Sicht keinen Anlass, die Kindertagesstätte zu schließen.

Eltern empört: Vater wählt drastische Worte

Im Interview mit der Agentur News5 wählte ein Vater am Donnerstag drastische Worte, um seine Gefühlslage zu beschreiben. Auf die Frage hin, was er über den Mann denke, antwortete er: "Besser, ich sage nichts. Wenn ich diesen Mann finde und er macht mit meiner Tochter etwas, ich töte ihn. Für uns ist das katastrophal."

Im weiteren Verlauf des Gesprächs erzählte der Vater, dass seine Tochter jeden Tag in diesen Kindergarten gehe. Er könne nicht verstehen, wie man so etwas machen könne, Kinderpornografie ins Internet zu stellen, so der Vater - "es ist einfach unglaublich."

Die Kriminalpolizei Würzburg bittet die Bevölkerung um Mithilfe. Hinweise werden unter 0800/7733744 entgegen genommen.

Lesen Sie zusätzlich auf inFranken.de: WhatsApp: Horst Seehofer will, dass bald die Geheimdienste mitlesen können

Artikel erstellt aus Recherchen der Redaktion, Meldungen der deutschen Presseagentur (dpa) und des evangelischen Pressediensts (epd). jos



Für diesen Artikel wurde die Kommentarfunktion deaktiviert.